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Trainer, Mannschaft, Vorstand: Diese Baustellen hat der HSV nach Nicht-Aufstieg

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Von: Jan Knötzsch

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Der HSV bleibt ein fünftes Jahr lang Zweitligist und muss die Zukunft planen. Dabei steht offenbar alles und jeder auf dem Prüfstand. Ein Überblick.

Hamburg – Eine Entscheidung ist gefallen. Mit einem Ausgang, wie sie sich beim Hamburger SV niemand gewünscht hat. Nach der 0:2-Niederlage im zweiten Relegations-Spiel gegen Hertha BSC Berlin wird der HSV eine weitere Saison lang in der Zweiten Liga spielen. Nachdem der Zweitligist aus der Hansestadt Hamburg in der Endphase der Saison einen finalen Spurt bis auf Platz drei hingelegt hat, reichte es im Rückspiel der Relegation dann doch nicht für den langersehnten Aufstieg. Und dennoch: Mit der sportlichen Entscheidung, dass es in Hamburg weiterhin zwei Zweitligisten geben wird, sind bereits wieder andere Probleme aufgetaucht.

Denn Ergebnis, Anspruch und Selbstverständnis des HSV – zumindest aber einiger im Verein aus dem Volksparkstadion – sorgen dafür, dass über der Saisonanalyse, die bei jedem Verein stattfindet, mal wieder dunkle Wolken und Fragezeichen hängen. Trainer, Vorstand, Mannschaft – der HSV hat diverse Baustellen. 24hamburg gibt einen Überblick

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887 in Hamburg
Mitglieder:86.971
Vereinsfarben:Blau-Weiß-Schwarz

HSV-Team: Wie sieht die Mannschaft in der kommenden Saison aus? Sportvorstand Jonas Boldt und Sportdirketor Michael Mutzel gefordert

Die einfachste der Fragen, die der HSV beantworten muss, ist die nach dem Gesicht der Mannschaft, mit der der Verein aus der Stadt von Alster und Elbe in die kommende Saison gehen will. Der Nicht-Aufstieg des HSV, dessen Top-Talent Saido Balde auf der Wunschliste europäischer Top-Vereine steht, bedeutet nicht, dass die Hamburger plötzlich ohne Team dastehen. Das ist logisch. Die Planungen sind vorbereitet. Nicht umsonst konstatierte HSV-Sportvorstand Jonas Boldt nach der Niederlage in der Relegation, er habe jede Menge Ideen in der Schublade. Fragezeichen gibt es aber auch hier dennoch zur Genüge. Vordergründig unter anderem die, ob Josha Vagnoman seine Zukunft beim HSV sieht oder ob der HSV ihn mit einem Transfer-Trick zu gutem Geld macht.

Im Hintergrund jubeln mehrere Spieler des HSV nach einem Treffer. Im Vordergrund HSV-Sportvorstand Jonas Boldt und HSV-Trainer Tim Walter.
Die Zukunft von HSV-Sportvorstand Jonas Boldt (links) in Hamburg ist offen, die von Trainer Tim Walter (rechts) wohl weitestgehend sicher. Am Gesicht der Mannschaft wird es Veränderungen geben – auch einschneidende? (24hamburg.de-Montage) © Jan Huebner/Contrast/imago

Auf der anderen Seite gibt es diverse HSV-Transfergerüchte, was Spieler angeht, die in der kommenden Saison neu in das HSV-Trikot schöpfen könn(t)en oder wollen. Aktuell macht ein HSV-Transfergerücht um einen slowakischen Stürmer die Runde, auch ein Bundesliga-Spieler steht auf der HSV-Liste. Auf selbiger befindet sich auch ein weiterer Stürmer, den der HSV gerne ausleihen würde. Zudem gibt es HSV-Transfergerüchte um ein französisches Talent. Wie immer in solchen Fällen gibt es Konkurrenz durch andere. Der Rest der Fußball-Welt schläft schließlich nicht.

HSV-Trainer Tim Walter: Bleibt er an Bord? Diese Fürsprecher hat der Coach nach dem verpassten Bundesliga-Aufstieg

Baustelle Nummer zwei beim HSV: die Trainerposition. Oder nicht? Es ist noch nicht lange her, dass bereits viele Kritiker Tim Walter attestierten, der Trainer sei beim HSV doch längst gescheitert. Das allerdings passierte in einer Zeit, in der der HSV noch nicht zu seinem überragenden Schlussspurt angesetzt hatte, der ihm letztlich dann doch last minute die Teilnahme an der Relegation bescherte. Walters Vorteil neben dem Schlussspurt seines Teams auf der Zielgeraden der Zweiten Liga: Er hat die Mannschaft des HSV, in der es wegen Transfergerüchten um Sebastian Schonlau Aufregung gab, eine Spielphilosophie zu einer Einheit gemacht. Damit hat er entschieden dazu beigetragen, dass sich die Fans des HSV wieder mit dem Team identifizieren.

Wie groß Walters Standing ist, zeigt die Tatsache, dass die Fans ihn trotz der Niederlage gegen Hertha BSC feierten. Der HSV-Trainer hat zudem auch bei Vorstand Thomas Wüstefeld einen guten Stand, der nach der Relegation gesagt hat: „Wir haben eine tolle Mannschaft, einen super Trainer.“ Dass HSV-Sportvorstand Jonas Boldt ein Fürsprecher von Tim Walter ist, ist seit langem bekannt. Selbst in den Zeiten, als es beim HSV nicht so lief, hielt Boldt, der ein Liebesbekenntnis zum HSV abgegeben hat, zu Walter. Und der wiederum weiß es zu schätzen, wie bedingungslos sich Jonas Boldt zu ihm bekannt hat und bekennt.

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt steht auf dem Prüfstand: Kosten ihn Nicht-Aufstieg und anderes Problem den Job?

„Wir haben es über die Saison geschafft, etwas entstehen zu lassen. Auch mit Hilfe von Jonas, der uns immer den Rücken gestärkt hat. Da ist schon etwas entstanden. Die Zuschauer honorieren das. Darauf sind wir stolz, wir sind noch nicht am Ende“, zitiert das Hamburger Abendblatt Trainer Tim Walter, der die Saison des HSV schon vor der Relegation als „geil“ einstufte. Er steht beim HSV wohl nur dann zur Disposition – oder wird sich vielleicht selbst zur Diskussion stellen –, wenn die Zukunft von Jonas Boldt nicht mehr beim HSV liegt. Und genau das ist im Bereich des Möglichen – womit wir bei der dritten und vermutlich auch größten Baustelle des HSV angekommen wären.

Alles, was die Zukunft angeht, liegt nicht final in meinen Händen. Ich bin jetzt drei Jahre hier. Jeder sieht, wie ich für diese Farben brenne.

Sportvorstand Jonas Boldt über seine mögliche Zukunft beim HSV

Darüber, wie es mit Jonas Boldt in Hamburg und beim HSV weitergeht, gibt es unterschiedliche Aussagen und Tendenzen. Während HSV-Vorstand Thomas Wüstefeld laut Hamburger Abendblatt davon spricht, „dass alle einer Meinung sind, dass Tim Walter in der nächsten Saison unser Trainer ist“, klingt seine Einschätzung zu Jonas Boldt nicht so offensiv: „Wenn man mich dazu befragt, dann würde ich sagen, wir sollten in dieser Konstellation noch mal in die neue Saison gehen und uns weiterentwickeln. Mit dem Ziel aufzusteigen.“ Weil es zwischen Thomas Wüstefeld und Jonas Boldt kriselt? Genau das soll laut Abendblatt der Fall sein.

HSV-Zukunft: Saisonanalyse mit dem Aufsichtsrat – Marcell Jansen und Mitstreiter müssen entscheiden

Jonas Boldt selbst kommentiert sein Verhältnis zu Thomas Wüstefeld, der seinen HSV-Vorstandsposten aktuell noch ohne Gehalt ausführt, nicht öffentlich. Umgekehrt konstatiert Wüstefeld in Sachen Boldt nüchtern: „Jonas und ich haben ein kollegial gutes Verhältnis. Wir sind in einem engen Austausch.“ Die Entscheidung darüber, ob Jonas Boldt beim HSV an Bord bleibt, wird letztlich der Aufsichtsrat um Marcell Jansen treffen. Einer der Diskussionspunkte dabei: Jonas Boldt will, dass sein zum Ende der kommenden Saison auslaufender Vertrag vor der neuen Spielzeit verlängert wird, wenn man weiter zusammenarbeitet. Auch auf eine Verlängerung des Vertrags von Tim Walter soll Boldt drängen.

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„Alles, was die Zukunft angeht, liegt nicht final in meinen Händen. Es ist eine große Analyse angekündigt“, hat Jonas Boldt nach dem verlorenen HSV-Relegations-Spiel gegen Hertha BSC Berlin laut Abendblatt erklärt und zudem gesagt, er habe Gedanken, die in die HSV-Saisonanalyse „mit einfließen sollen. Man wird sehen, was am Ende dabei herauskommt. Ich bin jetzt drei Jahre hier. Jeder sieht, wie ich für diese Farben brenne.“ Solange er diese Chance habe, so Jonas Boldt, „werde ich weiter vorangehen.“

Eine Entscheidung wird fallen. So oder so. Man kann für den HSV nur hoffen, dass sie anders als im Relegations-Rückspiel so ausfällt, wie sie sich beim HSV gewünscht wird.

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