Die guten alten Zeiten

Super League: UEFA-Boss Ceferin schmeißt HSV in den Topf

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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Die Diskussionen um die Super League der FIFA hören nicht. Und plötzlich bringt der UEFA-Chef Aleksander Čeferin den HSV ins Spiel. Wie kommt das?

Hamburg – Der HSV gehört schon lange nicht mehr zu Europas Spitzenklasse. Seit seinem Abstieg 2018 spielt der Verein nicht einmal mehr im deutschen Fußball-Oberhaus. Sondern ist seither in der Zweiten Bundesliga Zuhause. Im dritten Anlauf soll in diesem Jahr zwar endlich der Wiederaufstieg eingetütet werden, von deutschem Hochklasse-Fußball sind die Rothosen aber immer noch weit entfernt. Trotzdem erwähnte UEFA-Chef Aleksander Čeferin den Hamburger SV nun im Zusammenhang mit der in der Sportwelt umstrittenen Super League. Was hat es damit auf sich?

UEFA-Präsident:Aleksander Čeferin
Geboren:13. Oktober 1967, Ljubljana, Slowenien
Ausbildung: Universität Ljubljana
Ehepartnerin:Barbara Čeferin

Super League-Kritik: UEFA-Chef Aleksander Ceferin erwähnt Hamburger – dann würde der HSV spielen

Sie sorgt derzeit für viel Wirbel in der europäischen Fußballwelt: die Super League. Zwölf hochklassige Fußballclubs sollen dort in einer Art Liga der Spitzenklasse gegeneinander antreten. Das sollte zum einen den Wettbewerb für die Top-Clubs wieder spannender und anspruchsvoller machen. Zum anderen ging es natürlich um Geld – viel Geld. Bis zu 150 Millionen Euro sollten an die teilnehmenden Vereine fließen. Das sorgte besonders bei Fans für Aufregung. Auch UEFA-Chef Aleksander Ceferin kritisierte die Super-League-Pläne scharf und sorgte auf einer UEFA-Konferenz für einen Lacher.

UEFA-Boss Aleksander Ceferin nennt den HSV im Zusammenhang mit der Super League. (24hamburg.de-Montage)

Die Planung sei auch deshalb Unsinn, weil Vereine die aktuell erfolgreich seien, nicht auch automatisch in der Zukunft erfolgreich sein müssten. „Wo war Manchester United vor Sir Alex Ferguson? Wo war Juventus vor 15 Jahren? So viel ich weiß in der Serie B. Wenn die Vereine, die den europäischen vor 40, 50 Jahren dominiert haben, sich dazu entschieden hätten, eine Super League zu gründen, dann hätten wir Nottingham Forest, Aston Villa, Hamburg, Steaua Bukarest, Porto, PSV Eindhoven und Roter Stern Belgrad. Das wäre die Super League“, meinte Ceferin um seine Kritik zu untermauern.

HSV in der Super League? Davon sind die Rothosen derzeit weit entfernt

Das waren noch Zeiten. Die Meisterschaft 1982 und 1983, der Europokal der Landesmeister 1983 – auf diese Erfolge blicken die Hamburger Fans noch immer zurück. Zu gerne würden sie mal wieder einen Titel feiern. Aktuell ist zumindest noch ein unterklassiger Titel in greifbarer Nähe. Der Meistertitel der Zweiten Bundesliga. Das Team von Trainer Daniel Thioune belegt aktuell allerdings nur noch Platz drei in der Tabelle. Hat aber derzeit ein Spiel weniger absolviert als der zweitplatzierte Greuther Fürth.

Der VfL Bochum, aktuell Tabellenführer der 2. Bundesliga, liegt bereits sieben Punkte vor den Rothosen, hat aber ebenfalls ein Spiel mehr absolviert. Das Corona-Chaos in der zweiten Liga hatte den Spielplan des Hamburger SV kräftig durcheinander gewirbelt. Das nächste Mal spielen die Rothosen erst wieder am Donnerstag, 22. April 2021, gegen den SV Sandhausen. Und dann muss für das Team von der Elbe unbedingt ein Sieg her, wenn weiter von dem Meistertitel oder zumindest von dem langersehnten Aufstieg geträumt werden möchte.

Super League nach massiver Kritik schon wieder vor dem Aus: Englische Vereine ziehen sich zurück

Am 20. April 2021 kam es in England zu Fan-Protesten gegen die geplante Super League. Daraufhin zogen bis zum Morgen des 21. April 2021 alle englischen Vereine ihre Teilnahme an der umstrittenen Liga zurück. Wie fr.de berichtet, sollen auch die spanischen Vereine Atletico Madrid und FC Barcelona nicht mehr an der Super League teilnehmen* wollen. Das umstrittene Projekt steht also kurz nach Bekanntwerden schon wieder vor dem Aus.

Die Macher der Super League denken allerdings keineswegs an das Ende des Projekts. Vielmehr wollen sie die Liga „überdenken“, heißt es. „Angesichts der aktuellen Umstände werden wir die am besten geeigneten Schritte zur Neugestaltung des Projekts überdenken und dabei stets unser Ziel im Sinn haben, den Fans die bestmögliche Erfahrung zu ermöglichen und dabei die Solidaritätszahlungen für die gesamte Fußballgemeinschaft zu erhöhen“, heißt es in einer Mitteilung der US-Nachrichtenagentur AP. * 24hamburg.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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