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Stadtduell FC St. Pauli gegen HSV: Das waren die besten und hitzigsten Spiele

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Von: Robin Dittrich

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Am 11. Spieltag der Zweiten Bundesliga kommt es zum Stadtduell zwischen dem Hamburger SV und FC St. Pauli. Hier die besten und hitzigsten Spiele.

Hamburg – Wenn der Hamburger SV und der FC St. Pauli aufeinander treffen, dann ist die Aufregung immer groß. Am 11. Spieltag der Zweitliga-Saison 2022/23 findet das Hamburger Stadtduell im Millerntor zum 25. Mal in der Geschichte der Bundesligen statt.

24hamburg.de hat eine Übersicht der besten und hitzigsten Duelle des HSV und FC St. Pauli zusammengestellt.

Stadt:Hamburg
Fußballvereine in der Zweiten Liga:Hamburger SV, FC St. Pauli
Anzahl Duelle in Bundesligen:24
Bilanz:10 Siege HSV, 8 Unentschieden, 6 Siege FC St. Pauli

Der HSV und FC St. Pauli treten zum 25. Stadtduell in der Bundesliga-Geschichte an

Die sportliche Ausgangslage könnte beim 25. Bundesliga-Stadtduell zwischen dem Hamburger SV und FC St. Pauli nicht unterschiedlicher sein. Der HSV ist souverän Tabellenführer, St. Pauli liegt lediglich auf Platz 14. Seit dem Abstieg des HSV in der Saison 2017/18 standen sich die beiden Hamburger Clubs achtmal in Liga zwei gegenüber. Die Bilanz seitdem: zwei Siege für den HSV, zwei Unentschieden und vier Siege des FC St. Pauli. Dennoch ist der HSV motiviert, das Stadtduell für sich zu behaupten.

Holger Stanislawski vor der St. Pauli Flagge und Sergej Barbarez vor der HSV Flagge schreien sich an
Die besten und hitzigsten Hamburger Stadtduelle zwischen dem HSV und FC St. Pauli. Holger Stanislawski und Sergej Barbarez waren mittendrin. © Thorge Huter/imago/Christian Charisius/dpa/Montage

Seit 2019 war der FC St. Pauli im Stadtduell ungeschlagen, verlor die letzte Partie in der vergangenen Saison allerdings mit 1:2. In der Geschichte des Stadtduells gab es schon einige hitzige Partien – und auch einige hohe Siege. Inoffiziell findet am Freitag, dem 14. Oktober 2022 schon das 108. Pflichtspiel zwischen den beiden Vereinen statt. Weil der HSV als Gründungsjahr 1887 und der FC St. Pauli 1910 angibt, trafen sie schon vor Gründung der Bundesliga häufig aufeinander. Die höchsten Siege: 9:0 für den HSV am 7. Dezember 1919 und 10:1 für den HSV am 17. März 1940 sowie 8:1 für den FC St. Pauli am 3. Oktober 1943.

Das erste Stadtduell im Jahr 1919/20: Der HSV gewinnt gegen neun Spieler vom FC St. Pauli

Das erste Mal aufeinander trafen der HSV und FC St. Pauli (damals noch St. Pauli TV) im Jahr 1919. Damals wurde die Hamburger Meisterschaft ausgespielt. Der FC St. Pauli spielte dort zum ersten Mal überhaupt mit. Die Kiezkicker fielen dabei nicht nur durch ihre fehlende Erfahrung auf: Zum Anpfiff standen lediglich acht Spieler für den FC St. Pauli auf dem Platz – ein weiterer kam verspätet und ohne Trikot. Obwohl dieser doch noch spielen durfte, hatte der FC St. Pauli wenig Chancen gegen die erfahrenen elf Feldspieler des Hamburger SV.

Das erste Stadtduell der Geschichte ging mit 9:0 an die Rothosen. HSV-Legende Otto „Tull“ Harder erzielte in der Partie ganze sechs Tore. Obwohl das Spiel aufgrund der numerischen Überlegenheit des HSV nicht gerade interessant war, setzte es einen Startschuss für 104 weitere Duelle der beiden Rivalen. Es blieb in dieser Saison die einzige Partie der Hamburger Clubs, der FC St. Pauli musste in der Rückrunde in der Abstiegsgruppe kämpfen – am Ende konnten sie die Klasse nicht halten.

Beim ersten Bundesliga-Duell 1977 setzte sich der FC St. Pauli gegen den HSV durch

Der Hamburger SV gehört bekanntlich zu den Gründungsvereinen der Bundesliga. Der FC St. Pauli kickte zu diesem Zeitpunkt noch in der Regionalliga Nord, stieg später in die Zweite Bundesliga auf. Zum ersten Stadtduell in der Bundesliga kam es nach dem Aufstieg der Kiezkicker dann am 3. September 1977. Obwohl der FC St. Pauli am Ende der Saison schon wieder abstieg, gewannen sie das Duell im Volksparkstadion des HSV mit 2:0. Das Rückspiel konnten die Rothosen dann bei St. Pauli mit 3:2 für sich entscheiden.

Der FC St. Pauli gewinnt das erste Hamburger Stadtduell der Bundesliga-Geschichte mit 2:0 gegen den HSV.
Der FC St. Pauli gewinnt das erste Hamburger Stadtduell der Bundesliga-Geschichte mit 2:0 gegen den HSV. © Lothar Heidtmann/dpa

Hitziges Duell in der Bundesliga-Saison 2001/02: viele Fouls und ein knapper Sieg

Das Hamburger Stadtduell am 2. Dezember 2001 war ein denkwürdiges. Der HSV setzte sich knapp mit 4:3 gegen den FC St. Pauli durch, obwohl die Rothosen zur Pause schon souverän mit 3:0 führten. Viel brisanter war jedoch der Spielverlauf. Der heutige Sky-Experte Erik Meijer traf schon in der 4. Minute zum 1:0. Dem vorausgegangen war ein vermeintliches Foul an St. Paulis Mittelfeldspieler Oliver Held, das Schiedsrichter Hellmut Krug nicht ahndete – es sollte nicht der einzige Aufreger bleiben. Nur wenige Minuten später erhöhte Milan Fukal auf 2:0. Schon dort gab es Gerangel zwischen HSV-Star Sergej Barbarez und St. Paulis Andre Trulsen, das Schiri Krug schlichten musste.

Der Hamburger SV und FC St. Pauli treten zum Stadtduell 2001 an. Der HSV setzt sich am Ende knapp mit 4:3 durch.
Der Hamburger SV und FC St. Pauli treten zum Stadtduell 2001 an. Der HSV setzt sich am Ende knapp mit 4:3 durch. © Imago

Die zweite Halbzeit gehörte fast ausschließlich dem FC St. Pauli. Schon in der 47. Minute traf Thomas Meggle zum 1:3. Obwohl HSV-Legende Sergej Barbarez nur kurze Zeit später auf 4:1 erhöhte, wurde es am Ende noch einmal spannend. Innenverteidiger Andre Trulsen war es, der in der 79 und 82. Minute die beiden Anschlusstreffer für den FC St. Pauli erzielte. Das 3:4 war die Folge eines Elfmeters, vor dem HSV-Spieler Jörg Albertz St. Paulis Thomas Meggle mit dem Fuß im Gesicht traf. Am Ende gab es sieben Gelbe Karten und die meisten Tore im Hamburger Stadtderby der Bundesliga-Geschichte.

Letztes Stadtduell in der Ersten Bundesliga 2011: Kung-Fu-Tritt und Auswärtssieg

Zum letzten Hamburger Stadtduell in der Ersten Bundesliga kam es im Jahr 2011. Damals spielten beim Hamburger SV noch Weltstars wie Ruud Van Nistelrooy und Zé Roberto, der vorher beim FC Bayern München Karriere machte. Das Spiel gewann jedoch aus anderen Gründen an Brisanz. Im August 2010 wurde St. Pauli Torwart Benedikt Pliquett kurz vor dem Stadtduell-Hinspiel von Hooligans des HSV angegriffen. Das Spiel endete 1:1, Pliquett saß dabei auf der Bank. Ausgerechnet im Rückspiel trat der Hamburger zu seinem ersten Saisonspiel an – und machte mit einer besonderen Aktion auf sich aufmerksam.

Gerald Asamoah köpft das 1:0 für den FC St. Pauli im letzten Bundesliga-Stadtduell gegen den HSV.
Gerald Asamoah köpft das 1:0 für den FC St. Pauli im letzten Bundesliga-Stadtduell gegen den HSV. © Imago

Der HSV spielte damals noch oben mit, der FC St. Pauli nur gegen den Abstieg. Dieses Bild zeichnete sich auch auf dem Platz ab: Der HSV war drückend überlegen, konnte über die gesamte Partie jedoch kein Tor erzielen. Auch, weil die Rothosen mit der knallharten Abwehrarbeit der Kiezkicker nicht zurechtkamen. Das einzige Tor gelang an diesem Tag St. Pauli Stürmer Gerald Asamoah in der 59. Minute. Nach dem Abpfiff dann die Szene des Spiels vom bärenstarken Torwart Pliquett: Der Keeper stürmte Richtung Eckfahne und kickte das HSV-Banner in bester Kung-Fu-Manier um. Eine bis heute unvergessene Aktion. Die Fans beider Vereine dürfen gespannt sein, ob das neunte Zweitliga-Stadtduell ein ähnlich denkwürdiges wird.

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