Am Volkspark knallt‘s

Warum kommen die Ultras des HSV derzeit nicht ins Stadion?

  • Jan Knötzsch
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Statt Support im Millerntor, gab es Feuerwerk am Volkspark. Noch kehren die HSV-Ultras nicht zurück in das Stadion, für das Derby motivieren sie trotzdem.

Hamburg – Der HSV spielt gegen den FC. St. Pauli. Das siebte Stadtderby in der zweiten Bundesliga und die 106. Auflage der Begegnung insgesamt könnte ein ganz besonderes Fußballspiel werden. Denn: Fans sind wieder erlaubt. Bis zu 10.000 Besucherinnen und Besucher dürfen in das Millerntor-Stadion, wenn es endlich wieder heißt: FC St. Pauli gegen Hamburger SV am Freitag, 13. August, Anpfiff 18:30 Uhr, live im TV hier zu sehen.

Doch wird es dasselbe sein wie vor der Pandemie? Wahrscheinlich nicht, denn die HSV-Ultras kehren wie viele andere Fanszenen in Deutschland erst zurück in Stadion, wenn ein Besuch ohne Corona-Auflagen möglich ist.

StadtHamburg
Fläche755,2 km²
Bevölkerung1,841 Millionen
Mitglieder HSV / St.Pauli85.360 / 30.400

Stattdessen hat die Hamburger Fanszene ihre Mannschaft auf anderem Wege motiviert. Das könnte bitter nötig sein, denn seit vier Spielen ist der HSV ohne Stadtderby-Sieg. Nach dem HSV-Sieg im DFB-Pokal über Eintracht Braunschweig begleiteten rund 300 HSV-Ultras den Mannschaftsbus auf den letzten Metern zum Stadion, umringt von einer Feuerwand aus Pyrotechnik. Als die Mannschaft aus dem Bus trat, ergriff einer der Capos das Wort, gratulierte der Mannschaft zum Sieg, aber schwenkte schnell auf das eigentliche Thema um: das Stadtderby.

Stadtderby Hamburg: Derbysieg für HSV-Fans wichtiger als Aufstieg

Noch zuvor hatten die Ultras des HSV klargemacht: Ein Derbysieg gegen St. Pauli sei wichtiger als ein Aufstieg. In einer Erklärung hieß es: „Nach den enttäuschenden Auftritten in den letzten Spielzeiten erwarten wir vor allem, dass wir in diesem Jahr auch in sportlicher Hinsicht wieder als Nummer Eins der Stadt aus der Saison gehen. Mit den mutlosen Auftritten in den beiden wichtigsten Spielen der Saison muss endlich Schluss sein.“

Mit einer Pyro-Aktion stimmten Hamburger Fans ihre Mannschaft auf das Stadtderby gegen St. Pauli ein. (Symbolbild)

Auch bei dem Empfang der Mannschaft am Volkspark soll einer der Capos nochmal untermauert haben: „Das Einzige, was wirklich zählt, ist das Derby“. Insgesamt werden dennoch 700 HSV-Anhänger im Stadion vor Ort sein. Einen organisierten Support gebe es noch nicht. Zudem die 11.300 St. Pauli-Fans selbst für ein Heimspiel verhältnismäßig in der Überzahl sein werden.

Stadtderby: Polizei Hamburg erwartet ruhiges Derby

Doch das Derby lebt. So haben Teile der Hamburger Fanszene bereits ihre Farben im „Feindes-Stadtteil“ hinterlassen und eine Treppe der St. Paulianer in Schwarz, Weiß und Blau bemalt. Die Polizei rechne jedoch mit einem ruhigen Derby: „Pandemiebedingt gelten noch immer Einschränkungen.

„So wird auch die Zuschauerzahl im Stadion stark beschränkt sein“, sagte eine Polizeisprecherin. Dementsprechend seien keine größeren Fan-Aktionen rund um das Spiel und das Stadion geplant: „Insofern gehen wir davon aus, dass es relativ ruhig ist.“ Dennoch seien kleinere Aktionen nicht ausgeschlossen. Daher zeigt die Hamburger Polizei im gesamten Stadtgebiet am Spieltag Präsenz: „Natürlich werden wir das gesamte Umfeld im Blick haben“. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher freut sich derweil auf das Derby. Für wen er wohl ist? * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Hendrik Schmidt

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