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Sonny Kittel bleibt – welche Folgen hat das für andere HSV-Transfergerüchte?

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Von: Jan Knötzsch

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Sein HSV-Abschied schien festzustehen. Doch jetzt bleibt Sonny Kittel in Hamburg. Das könnte sich auf andere aktuelle HSV-Transfergerüchte auswirken.

Hamburg – Beim Hamburger SV geht es derzeit gefühlt fast schon eine Spur wilder zu als im immer wieder gern zitierten Taubenschlag, der für ein gewisses Durcheinander steht. Ein HSV-Transfergerücht jagt das nächste. Und manchmal kommt einfach auch noch eine Überraschung dazwischen, mit der – der Begriff sagt es schon – in dieser Form keiner gerechnet hat: Dass der Wechsel von Sonny Kittel vom HSV in die USA geplatzt ist, ist ein solcher Fall. Dass Laszlo Benes zum HSV stoßen wird, hingegen nicht. Beide Personalien hat der Klub aus dem Volksparkstadion am Mittwoch, 22. Juni 2022, ganz offiziell vermeldet.

Jetzt kommen zu den HSV-Transfergerüchten auch noch Spekulationen über die Spekulationen hinzu, was das Ganze in der Hansestadt Hamburg noch ein bisschen wilder, unübersichtlicher, aber eben auch wieder eine ganze Spur spannender macht. Die große Frage, die den Zweitligisten aus Hamburg nach dem Bekanntwerden der Tatsache, dass Sonny Kittel wider Erwarten beim HSV bleibt, umgibt: Welche Auswirkungen hat das auf die anderen HSV-Transfergerüchte?

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887 in Hamburg
Mitglieder:86.971 (Stand: 26. April 2022)
Vereinsfarben:Blau-Weiß-Schwarz

HSV-Transfergerüchte: Sonny Kittels Wechsel in die USA ist gescheitert – er wird im Sommer 2022 nicht mehr verkauft

Die Situation ist komplett neu. Denn eigentlich war bereits alles klar. „Die Rahmenbedingungen sind abgesteckt“, hatte HSV-Sportvorstand Jonas Boldt – zusammen mit dem degradierten HSV-Sportdirektor Michael Mutzel für die Planung des Kaders von Trainer Tim Walter zuständig – zuletzt in Sachen HSV und Sonny Kittel noch vermeldet. Doch all das, was offenbar bereits ausverhandelt war, ist nun hinfällig: Der Kittel-Wechsel vom HSV in die USA ist gekippt. Nichts wird es mit dem Vertrag von Sonny Kittel in Washington über zweieinhalb Jahre inklusive einer Option, von dem die Bild-Zeitung zuerst berichtet hatte. Und: Nach dem Platzen des HSV-Transfergerüchts um den Wechsel von Sonny Kittel vom HSV in die USA fließt auch keine Kohle in die Kassen im Volkspark.

Im Hintergrund eine große blaue Fahne mit HSV-Logo und Hamburg-Silhouette. Im Vordergrund HSV-Spieler Sonny Kittel, der in Hamburg bleibt.
Sonny Kittel bleibt dem HSV eine weitere Saison lang erhalten und wird nicht wie angedacht in die USA wechseln. (24hamburg.de-Montage) © Michael Schwarz/Philipp Szyza/imago

Umgerechnet rund 1,05 Millionen Euro sollte der Transfer von Sonny Kittel vom HSV nach Washington für die Rothosen einspielen. Geld, das Jonas Boldt und Michael Mutzel fraglos gut hätten gebrauchen können. Denn vor Millionen sprudelt es in der Kasse des Klubs aus dem Volksparkstadion bekanntlich nicht – die Corona-Krise hat ihre Spuren hinterlassen. Das wirkt sich auch auf etwaige HSV-Transfergerüchte aus. Gleich zweimal hat der HSV Corona-Hilfen beantragt. Immerhin ist durch Klaus-Michael Kühne, der zuletzt Millionen für die Namensrechte des HSV-Stadions investierte, ein wenig Geld gesichert. Der Investor hatte zuletzt angekündigt, in einem gewissen Rahmen weiter mithelfen zu wollen, dass der HSV in Richtung Erfolge und Aufstieg steuert.

HSV-Transfergerüchte: Keine Millionen für Sonny Kittels Abgang – aber der HSV braucht Geld für diese Transfers

Das ist notwendig, denn HSV-Sportvorstand Jonas Boldt hat nur ein Budget von fünf Millionen Euro, wenn es darum geht, dass er aus HSV-Transfergerüchten neue Spieler zaubert, die ins HSV-Trikot schlüpfen. Dass Sonny Kittel nun doch beim HSV bleibt, hier keine Einnahmen nach Haburg fließen und der HSV Sonny Kittel auch in Zukunft bezahlen muss, macht‘s in der Konsequenz um einiges wahrscheinlicher, dass ein Verkauf von Josha Vagnoman im Sommer unumgänglich wird. Am HSV-Außenverteidiger baggern zwei Bundesligisten. zudem haben auch Vereine aus dem Ausland Interesse am HSV-Youngster. Auch, dass der HSV Marko Johansson loswerden möchte, um auf Sicht Geld zu sparen, dürfte nach der Kittel-Überraschung wieder ein Stück erstrebenswerter geworden sein.

Denn: Wenn Boldt und Mutzel in absehbarer Zeit HSV-Transfergerüchte in HSV-News verwandeln und nach Laszlo Benes, Matheo Raab und Filip Bilbija noch weitere Spieler neu unter Vertrag nehmen wollen, muss der finanzielle Rahmen für all diese Planungen stimmen. Weil einige dieser HSV-Transfergerüchte den HSV Ablöse kosten würden. So ist aus dem Trio, an dem der HSV für Linksaußen dran ist, nur ein Spieler ablösefrei. Der Kicker, der die größten Chancen haben soll, neuer HSV-Linksaußen zu werden, hat noch einen Vertrag bis 2025 – hier braucht es also dringend Kohle, um etwas aus dem HSV-Transfergerücht zu machen. Nicht anders verhält es sich im Fall von Ransford Königsdörffer, wo dem HSV ein zäher Poker droht.

HSV-Transfergerüchte: Sorgt Ausbleiben des Wechsels von Sonny Kittel für neue Überraschungen?

Eigentlich sollten an dieser Stelle Sonny Kittel und Filip Kostic dem HSV helfen – aber zumindest im Fall von Sonny Kittel hat sich dies für den Sommer 2022 erledigt. Noch sind die Auswirkungen, die das Scheitern des Wechsels von Kittel in die USA haben wird, Spekulationen über Spekulationen. Dass jetzt allerdings andere HSV-Transfergerüchte infolgedessen neu betrachtet werden müssen, ist nicht von der Hand zu weisen.

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Wie sehr die nun ausbleibende Ablösesumme aus dem bisher als sicher geltenden Abgang von Sonny Kittel aus Hamburg in Richtung Washington fehlen wird, wissen Jonas Boldt und Michael Mutzel wohl besser als alle anderen. Die Außenwelt kann über exakte Auswirkungen auf HSV-Transfergerüchte nur spekulieren. Aber wer weiß: Vielleicht gibt‘s ja auch hier bald Überraschungen. Dass die beim HSV mal eben um die Ecke kommen können, weiß seit Sonny Kittel nun jeder.

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