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„So viel Eier hat nicht jeder“: HSV-Fans feiern Markus Gisdol für Russland-Rückzug

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Der russische Angriffskrieg in der Ukraine tobt weiter. Immer mehr Menschen ziehen daraus Konsequenzen. So auch Ex-HSV-Trainer Gisdol – die Fans feiern ihn im Netz.

Hamburg – Der 24. Februar 2022 wird in die Geschichtsbücher eingehen. Es ist jener Tag, an dem der russische Angriffskrieg auf die Ukraine begonnen hat. Wie der Krieg ausgehen wird, ist noch ungewiss. Putins Armee beschießt die Ukraine nach übereinstimmenden Medienberichten weiter – die Großstädte Kiew und Charkiw sind besonders betroffen. Im Rest der Welt regt sich weiter großer Protest. Immer mehr Unternehmen und Geschäftsleute beenden ihre Zusammenarbeit mit Russland. So auch der ehemalige HSV-Trainer Markus Gisdol, der zuletzt bei Lokomotive Moskau auf der Trainerbank saß. Dafür wird Gisdol nun auch von den HSV-Fans ehrenvoll gefeiert.

Fußball-Trainer:Markus Gisdol
Geboren:17. August 1969 (Alter 52 Jahre), Geislingen an der Steige
Trainer des HSV von:2016 bis 2018

Markus Gisdol tritt bei Lokomotive Moskau als Trainer zurück: HSV feiern „Ehrenmann“

Die Nachricht schlug am Dienstag, 1. März 2022, große Wellen in (Fußball-)Deutschland. Lokomotive Moskau verkündete das Ende des Engagements von Ex-HSV-Trainer Markus Gisdol* – ohne Angabe von Gründen. Die Begründung lieferte Markus Gisdol wenig später selbst. Der BILD sagte er: „Fußballtrainer ist für mich der schönste Job der Welt. Ich kann meiner Berufung aber nicht in einem Land nachgehen, dessen Staatsführer einen Angriffskrieg mitten in Europa verantwortet. Das geht mit meinen Werten nicht überein“.

Ex-HSV-Trainer Markus Gisdol und Facebook-Reaktionen von HSV-Fans auf seinen Rücktritt bei Lok Moskau.
HSV-Fans feiern Ex-Trainer Markus Gisdol als „Ehrenmann“. (24hamburg.de-Montage) © Sportfoto Rudel/imago & Screenshot Facebook/HSV.Nachrichten

Er könne derzeit nicht auf einem Trainingsplatz stehen, während nur wenige Kilometer weiter Befehle erteilt werden, die einem anderen Land großes Leid bringen würden, so Gisdol weiter. Die Entscheidung wurde von Fußballfans in ganz Deutschland im Netz und in sämtlichen sozialen Netzwerken gefeiert. Auch HSV-Fans bekundeten auf zahlreichen Fanseiten ihren Respekt. Für die Anhänger des Hamburger SV wurde Gisdol so über Nacht zum „Ehrenmann“. Unzählige Male ist diese Bezeichnung auf Facebook zu lesen.

„So viel Eier hat nicht jeder“, drückt ein anderer Fan seinen Respekt für die Entscheidung von Markus Gisdol aus. „Meine Hochachtung“ und „Guter Mensch mit klaren Werten“, lauten weitere Reaktionen auf den Rücktritt Gisdols als Trainer von Lokomotive Moskau. Seit Oktober 2021 trainierte Gisdol den russischen Hauptstadtclub.

UEFA, FIFA und Unternehmen weltweit reagieren auf russischen Angriffskrieg auf die Ukraine

Markus Gisdol ist jedoch nicht der einzige in der Fußballwelt, der sich aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine von dem von Wladimir Putin regierten Land zurückzieht. UEFA und FIFA schlossen Russland* von sämtlichen Wettbewerben aus. Schalke 04 beendet die Zusammenarbeit mit Hauptsponsor Gazprom* und auch die Champions League verzichtet zukünftig auf die Werbung des Gas-Riesen.

Neben dem Fußball hat auch der Welt-Taekwondo-Verband reagiert und Wladimir Putin den schwarzen Gürtel im Taekwondo aberkannt. Doch nicht nur die Sportwelt reagiert. Zahlreiche Supermärkte verzichten zukünftig auf das Angebot russischer Lebensmittel. Bars weltweit verzichten zudem auf den Einsatz von russischem Wodka und bieten stattdessen ukrainische Spirituosen an.

Solidarität mit der Ukraine ist riesig: Mehrere große Demos in Hamburg geplant

Nicht nur die HSV-Fans, die Markus Gisdol für seinen Rücktritt bei Moskau feierten, stehen an der Seite der Ukraine. Ganz Hamburg solidarisiert sich mit dem Land. Kriegsflüchtlinge werden mit offenen Armen in der Hansestadt aufgenommen, dazu finden fast täglich Demonstrationen und Kundgebungen für den Frieden in der Ukraine statt.

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Am Samstag ist die größte Demo in Hamburg geplant – zu der 100.000 Menschen kommen könnten. Fridays for Future verschiebt für eine Demo gegen den Krieg in der Ukraine erneut seinen wöchentlichen Klimaprotest. Schon am Donnerstag rufen die Klimaschützer zur Solidarität mit der Ukraine auf – 5000 Menschen werden erwartet. Und auch sonst sind zahlreiche Hilfsaktionen von Hamburgerinnen und Hamburgern für die Ukraine in Gange. *24hamburg.de, tz.de und Merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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