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Homofeindliches Banner: HSV strebt Aufklärung von „inakzeptablen Verhalten“ an

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Von: Steffen Maas

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Einige Anhänger des HSV zeigten beim Spiel gegen Rostock ein Banner, das eine homophobe Äußerung enthielt. Fans sind empört, der Verein distanziert sich.

Update von Montag, 25. Juli 2022, 15.40 Uhr: Der Hamburger SV hat am Nachmittag seine Reaktion auf das homofeindliche Banner, das im Spiel gegen Hansa Rostock am Sonntag, 24. Juli 2022, gezeigt wurde, weiter ausgebaut. Zunächst hatte sich der Verein auf Twitter lediglich von dem Vorfall distanziert, was für große Kritik bei den HSV-Anhängern geführt hatte. Nun informierten die Verantwortlichen, dass die Aufklärungsarbeiten für dieses „inakzeptable Verhalten“ umgehend begonnen hätten.

„Um die notwendige Aufklärung zu garantieren, wird der HSV in den kommenden Tagen alle relevanten Videoaufnahmen sichten und klar identifizierbare Personen zu einem Stadionverbotsgespräch vorladen“, heißt es auf der Internetseite des Zweitligisten. Cornelius Göbel, Chief Culture & Marketing Officer des Zweitligisten aus Hamburg untermauert: „Wir sind trotz des Vorfalls vollumfänglich handlungsfähig und werden entlang unserer klar geregelten Stadionordnung, die einen Antidiskriminierungsparagraphen enthält, vorgehen.“

Hamburger SV: Verein will mit Fans über Stadionkultur reden

Darüber hinaus werde es einen kommunikativen Austausch mit der aktiven Fanszene geben. „Wir sind davon überzeugt, gemeinsam mit der aktiven Fanszene, dem Supporters Club, dem Fanprojekt und allen Stadionbesuchern das Volksparkstadion als einen Ort gelebter Vielfalt und Diversität zu erhalten“, erklärt Göbel weiter. „Dafür gilt es aber auch, den Zusammenhalt in Form von dialogorientierter Zivilcourage auf der Tribüne und im ganzen Stadion zu zeigen.“

„Es ist heute für mich schwer zu akzeptieren, wie die Arbeit des Vereins im Bereich der Antidiskriminierung durch das Verhalten einzelner Personen stark zurückgeworfen wird. Unser HSV steht für Vielfalt, Diversität, Haltung und klare Kante. Gestern, heute und morgen“, hält Göbel abschließend fest.

„Schmeißt die Lappen raus!“: Homophobes Banner sorgt für Zoff beim HSV

Erstmeldung vom 25. Juli 2022:

Hamburg – Nach den großen Emotionen rund um den traurigen Abschied von Uwe Seeler und der bitteren späten Niederlage gegen Hansa Rostock, kam für viele Fans des Hamburger SV noch großes Unverständnis über einen Teil der Nordtribüne hinzu. Einige der Stadiongänger hatten während des Spiels nämlich ein Banner hochgehalten, das einen homo-feindlichen Angriff auf die Rostocker Konkurrenz enthielt. Der HSV distanzierte sich nach dem Spiel auf Twitter – vielen Nutzern war das allerdings zu wenig.

Sie laufen auf Twitter Sturm!

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887
Vereinsfarben:Blau-Weiß-Schwarz
Mitglieder:86.971

Hamburger SV: „Diskriminierung hat im Volksparkstadion keinen Platz“

„Auf unserer Nordtribüne wurde heute während des Spiels ein homofeindliches Spruchband gezeigt“, erklärte der Verein noch am Sonntag nach dem Spiel auf dem Social-Media-Dienst und nutzte dabei das von LGBTIQ+-Menschen bevorzugte Wort „homofeindlich“ anstelle von „homophob“. „Wir distanzieren uns klar und deutlich von diskriminierenden Inhalten“, stellen die HSV-Verantwortlichen auf Twitter klar.

In einem Fortsetzungs-Tweet unterstreicht das Vereins-Medium diese Haltung nochmal: „Diskriminierung hat im Volksparkstadion und beim HSV keinen Platz! Unsere Raute steht für Vielfalt und Diversität.“

Homofeindlichkeit beim HSV: Fans ist Distanzierung zu wenig

Vielen Menschen und vor allem Fans des Hamburger SV ist das jedoch zu wenig. Dabei geht es zum einen um die Nachricht an sich, die sich in den Ohren vieler wie „08/15-PR-Sprech“ anhörte: „Wenn ihr euch wirklich davon distanzieren würdet, hättet Ihr nicht so ein Larifari-Statement herausgegeben“, lautet eine Antwort auf den Tweet des Vereins. „Leere Sprüche, wie immer, wenn sowas passiert“, schreibt ein anderer.

Homophobes Banner von HSV-Fans im Spiel gegen Hansa Rostock.
Stadiongänger des Hamburger SV zeigen im Spiel gegen Hansa Rostock ein Banner mit einer homophoben Äußerung. © Nordphoto/imago

Zum anderen wurde bei vielen Nutzern die Forderung nach Konsequenzen für die Spruchband-Ersteller laut: „Bitte – wenn möglich – auch Konsequenzen ziehen. Lasst solche Deppen nicht mehr rein“, fordert ein User Stadionverbot für die Verantwortlichen des homofeindlichen Banners. Damit ist er nicht alleine: „Seid endlich mal konsequent und schmeißt die Lappen raus!“, verlangt ein anderer.

„Peinlich, dumm und widerwärtig“: Vorfall stört emotionalen Abschied von Uwe Seeler

Der homofeindliche Vorfall, der sowieso zu keinem Zeitpunkt einen Platz im Volksparkstadion gehabt hätte, wirkte im Rahmen des emotionalen Gedenkens an die verstorbene HSV-Legende Uwe Seeler maximal deplatziert. „Schade, was gerade unter dem Banner von Uwe Seeler passiert ist“, unterstreicht ein User den inhaltlichen Widerspruch.

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„Es ist so eine unfassbare Beschmutzung an diesem besonderen Tag. Was fällt diesen Blitzbirnen ein?“, wundert sich ein Nutzer merklich frustriert und ein anderer fasst zusammen: „Im Kontext zur Ehrenbezeugung für #UweSeeler sogar peinlich, dumm und widerwärtig.“

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