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Rostocks Pieckenhagen zum Fall Jatta: Legt Hansa vor HSV-Spiel noch Protest ein?

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Von: Robin Dittrich

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Für den HSV gibt es einige Baustellen. Eine davon ist der Fall Bakery Jatta. Jetzt äußerte sich Hansa Rostocks Sportvorstand Martin Pieckenhagen zu möglichen Protesten.

Hamburg – Seit über zwei Jahren zieht sich beim Hamburger SV der Fall um Bakery Jatta jetzt schon. Mehrmals wurde er zu den Akten gelegt, aber immer wieder hervorgeholt. Der Hintergrund: HSV-Spieler Jatta soll mit richtigem Namen Bakary Daffeh heißen und zweieinhalb Jahre älter sein als angegeben. Als Flüchtling aus Gambia reiste Jatta 2015 nach Deutschland – damals nach eigenen Angaben noch minderjährig. Dadurch genoss er besonderen Schutz. Nachdem die Staatsanwaltschaft nun überraschend Anklage gegen Jatta erhoben hat, äußert sich Hansa Rostocks Sportvorstand Martin Pieckenhagen zum Fall.

Ehemaliger Fußballspieler:Martin Pieckenhagen
Heutige Position:Sportvorstand FC Hansa Rostock
Position als Fußballspieler:Torwart
Zeit beim HSV:2001-2005

Ex HSV-Keeper Martin Pieckenhagen zu Jatta: „Ich habe bei Hansa Rostock andere Probleme“

Martin Pieckenhagen ist eingefleischten HSV-Fans noch aus seiner Zeit als Torwart der Rothosen bekannt. Von 2001 bis 2005 hütete er den Kasten der Hamburger. Damals, als der Hamburger SV noch um die vorderen Tabellenplätze der Ersten Bundesliga mitspielte. Lang lang ist‘s her. In der aktuellen Saison tritt der HSV im Tabellen-Mittelfeld der Zweiten Liga auf der Stelle. Zu den sportlichen Problemen kommt ein heikles Thema immer wieder auf – der Fall Bakery Jatta. Auch bei Hansa Rostock ist er schon angekommen.

Auf der linken Seite nimmt Bakery Jatta einen Ball akrobatisch an. Rechts pustet Martin Pieckenhagen mit aufgeblasenen Backen durch.
Martin Pieckenhagen (r.) äußert sich zum Fall Jatta © Burdhard Schreyer/Norbert Gettschat

Martin Pieckenhagen ist mittlerweile Sportvorstand der Rostocker. Als nächster Gegner des HSV wurde er im Podcast des Abendblattes zur aktuellen Thematik befragt. „Wir haben es mitbekommen, das zieht sich jetzt aber auch schon über Monate und Jahre“ sagte Pieckenhagen. Gleichzeitig zeigte er sich solidarisch mit dem Gambier: „Es ist für den Jungen natürlich auch nicht einfach, immer wieder damit konfrontiert zu werden.“ In Rostock beschäftigt man sich mit dem Thema momentan angeblich nicht: „Ich habe beim FC Hansa Rostock andere Probleme.“

Dem HSV drohen bei einer Verurteilung Jattas Niederlagen am grünen Tisch

Schwer zu glauben, dass man sich beim FC Hansa Rostock so gar nicht mit dem Fall Jatta beschäftigt. Rostock tritt schon am 12. Dezember im Volksparkstadion gegen den HSV an. Einen Protest könnten die Rostocker nur bis zwei Tage nach dem Duell einlegen. Hansa Rostock bleiben also noch fünf Tage. Martin Pieckenhagen versucht im Podcast, sich zu keiner Aussage hinreißen zu lassen. Kein ja, kein nein. „Der Fall Jatta wird auch ohne Hansa Rostock entschieden“ – klingt ausflüchtig. Andere Vereine wie der FC St. Pauli haben sich schon klar gegen einen möglichen Protest ausgesprochen – Hansa Rostock macht das nicht.

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Es ist also möglich, dass die Hanseaten bei einer Niederlage Protest einlegen und das Spiel mit 2-0 zugeschrieben bekommen. Da ein Urteil oder ein wirkliches Hauptverfahren noch aussteht, könnte sich eine Entscheidung am grünen Tisch monatelang ziehen. Abgesehen davon, dass die Identität eines Spielers nichts mit dem Endergebnis zu tun hat. Auch Martin Pieckenhagen sagt klar, dass Hansa Rostock sportlich in Hamburg gewinnen will. Für Jatta wünscht er sich, dass der Fall „hoffentlich irgendwann mal endgültig entschieden wird, damit der Junge Ruhe hat und sich auf Fußballspielen konzentrieren kann.“ *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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