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„Nicht fünf vor 12, sondern fünf nach 12“: HSV-Präsident Jansen schlägt Alarm

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Von: Jan Knötzsch

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Vorm Re-Start in die Zweite Liga, bei dem der HSV in Dresden spielt, hat HSV-Präsident Marcell Jansen drastische Worte gewählt. Es geht dabei nicht ums Sportliche.

Hamburg – Die Hansestadt Hamburg ist ein Hort an HSV-News. Ob nun guter oder schlechter Natur: Wenn es um den Hamburger SV geht, dann gibt es Tag für Tag Neuigkeiten. Besonders in der Winterpause. Dann nämlich, wenn nach und nach die HSV-Transfergerüchte aufploppen, wer denn jetzt künftig ins HSV-Trikot schlüpft. Demnächst vielleicht ein belgischer Stürmer, an dem der HSV dran ist? Oder aber ein Mittelfeldspieler aus Österreich? Und dann wäre da ja auch noch Rafael van der Vaart: Der Ex-HSV-Spieler sagt den Nicht-Aufstieg in die Erste Liga voraus.

Und jetzt sorgt auch noch einer der Bosse für Schlagzeilen. Genau genommen: HSV-Präsident Marcell Jansen, der sich in der Zeit der Coronavirus-Pandemie, in der ein neues Corona-Symptom entdeckt wurde und Hamburg sich laut eines UKE-Mediziners ausgerechnet Bremen zum Vorbild nehmen soll, kommt Jansen mit markigen Worten ums Eck. Worum geht‘s?

Fußballspieler und Unternehmer:Marcell Jansen
Geboren:4. November 1985 (Alter 36 Jahre), Mönchengladbach
Positionen beim HSV:Präsident des HSV e.V., Aufsichtsratschef HSV Fußball AG
Aktuelles Team als aktiver Fußballer:Hamburger SV III (Oberliga Hamburg)

HSV-Präsident Marcell Jansen mit klarer Haltung zu Geisterspielen – so viele St. Pauli-Fans dürfen zum Derby in den Volkspark

Die Diskussion um mögliche Geisterspiele ist gerade wieder abgeklungen. Schon zu Beginn der zweiten Januar-Woche 2022 hatte der Hamburger Senat sowohl dem HSV als auch dem FC St. Pauli Mut gemacht, dass weder bei den Braun-Weißen am Millerntor noch im Volksparkstadion vor gänzlich leeren Rängen gekickt werden muss. Nur einige Tage später kam die Rolle rückwärts der Politik, die zunächst auf Geisterspiele setzen wollte: Der HSV und der FC St. Pauli dürfen vor Fans spielen. Selbst beim Derby dürfen St. Pauli-Fans rein – der HSV lässt am 21. Januar 2022 Gästefans zu.

Im Hintergrund HSV-Fans mit Bengalos und Fahnen auf der Stadiontribüne. Im Vordergrund HSV-Präsident Marcell Jansen.
HSV-Präsident Marcell Jansen hat klare Sichtweisen dazu, in wie weit fehlende Zuschauer wegen der Corona-Pandemie den Vereinen Schaden zufügen. (24hamburg.de-Montage) © Picture Point/Oliver Ruhnke/imago

Dass die Spiele der Zweiten Bundesliga vor Publikum – wenn auch einer nur geringfügigen Zahl – gespielt werden, ist nicht selbstverständlich angesichts dessen, wie sehr die Omikron-Variante nicht nur Hamburg im Griff hat. Doch bald soll mit Corona ja eh Schluss sein, sagen Experten mit Blick auf Großbritannien. Zumindest aber wird, so die Einschätzung des Intensiv-Chefs des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf ab April 2022 alles besser – auch im Fußball beim HSV, der seine Machtstellung als Nummer eins in Hamburg verloren hat!?

HSV-Geisterspiele: Bürgermeister Peter Tschentscher sorgt für Unmut – darum sind Zuschauer für Verein so wichtig

Genau das bleibt beim HSV, bei dem Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) mit einem Vergleich für jede Menge Ärger bei den Fans sorgte, abzuwarten. Sky-Experte Torsten Mattuschka kanzelt den HSV in Sachen Aufstieg mal wieder ab. So wie man es von „Tusche“ in Hamburg inzwischen schon gewohnt ist. Aber so lange nicht alle Spiele der aktuellen Zweitliga-Saison gespielt sind, ist noch alles möglich. Wie heißt es doch so schon: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und manchmal siegt sie auch. So wie bei der Frage, ob nun Zuschauer ins Stadion dürfen oder nicht. Dass sie rein dürfen, ist elementar wichtig. Erklärt HSV-Präsident Marcell Jansen in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt.

Man müsse die aktuelle Situation „sehr ernst nehmen, weil Ticketingerlöse immer auch ein beachtlicher Teil auf der Einnahmenseite waren und sind. Viele Menschen in Deutschland machen sich gerade mit Recht Sorgen um unsere Sportvereine“, sagt HSV-Präsident Marcell Jansen in dem Interview. Dabei gehe es nicht nur um den HSV, sondern auch um andere Klubs aus Hamburg und um andere Sportarten. „Und es geht auch um unsere Fußball-Mitbewerber. Es ist nicht fünf vor 12 Uhr. Es ist fünf nach 12 Uhr. Ohne Zuschauer bricht allen Clubs irgendwann die Existenzgrundlage weg“, malt der HSV-Präsident ein Horrorszenario an die Wand.

HSV-Präsident Marcell Jansen mahnt wegen Corona-Politik: „Das kann nicht mehr lange so funktionieren“

Traditionsvereine wie der HSV, Schalke, Köln oder auch Mönchengladbach treffe die Lage sicherlich härter „als die Klubs, die ohnehin nur bedingt auf Zuschauereinnahmen angewiesen sind“, konstatiert Marcell Jansen im Abendblatt als Boss des HSV, der in Person von HSV-Sportvorstand Jonas Boldt und Sportdirektor Michael Mutzel auf diesen Positionen noch nach Neuzugängen für den HSV-Kader sucht.

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Dass der HSV das Volksparkstadion nicht mit 57.000 Fans auslasten kann, bereite ihm nicht das Gefühl von Ärger, so Jansen im Abendblatt. „Ich weiß, dass es auch für die Politik nicht einfach ist. Aber so kann es doch nicht weitergehen. Uns droht vieles wegzubrechen. Ich mache mir jedenfalls berechtigte Sorgen und Gedanken. Um unsere Clubs, um unseren Sport, um unsere Kinder“, sagt Marcell Jansen. „Irgendwann“, so fügt der HSV-Präsident hinzu, „hat man dann vielleicht die Inzidenzen im Griff. Aber für welchen Preis? Das kann nicht mehr lange so funktionieren.“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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