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Nach neuen Vorwürfen: Ist Vorstand Wüstefeld für den HSV noch tragbar?

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Von: Robin Dittrich

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Beim Hamburger SV kehrt aktuell wenig Ruhe ein. Sportlich läuft es rund, doch hinter den Kulissen spielt sich einiges ab. Oft im Mittelpunkt: Thomas Wüstefeld.

Hamburg – Es scheint, als geht es beim Hamburger SV nur mit Aufregung. Sportlich läuft es in der Zweiten Bundesliga durchaus positiv. Hinter den Kulissen spielt sich aktuell jedoch einiges ab. Im Mittelpunkt steht überraschend oft HSV-Finanzvorstand Thomas Wüstefeld – wie lange machen die Bosse das noch mit? Muss der Aufsichtsrat des HSV eingreifen, weil Wüstefeld immer wieder in die Kritik gerät?

Fußballverein:Hamburger SV
Gründung:29. September 1887
Aktuelle Liga:Zweite Bundesliga
Finanzvorstand:Thomas Wüstefeld

HSV-Finanzboss Wüstefeld wirft mit Geld um sich – das sind die Pläne

Beim Hamburger SV wird aktuell mit einer Menge Geld hantiert. Zunächst gab HSV-Finanzvorstand Thomas Wüstefeld an, rund zehn Millionen Euro aus der HSV-Kasse für die Stadionsanierung zu verwenden. Kurze Zeit später stellte er ein 200-Millionen-Euro-Projekt vor, bei dem der HSV ohne eigene Zuzahlung profitieren soll. Es sind Summen, mit denen normalerweise bei gut situierten Bundesliga-Vereinen hantiert wird. Finanzboss Thomas Wüstefeld steht dadurch beim HSV auffallend oft im Rampenlicht – will er sich unersetzbar machen?

HSV-Finanzboss Thomas Wüstefeld steht erneut im Rampenlicht – es geht um illegale Aktivitäten.
HSV-Finanzboss Thomas Wüstefeld steht erneut im Rampenlicht – es geht um illegale Aktivitäten. © Philipp Szyza/Imago

Im Verein sowie bei der Stadt Hamburg scheint Wüstefeld nicht nur Sympathisanten zu haben. Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel machte sich bei NDR 90,3 über den Unternehmer aufgrund der 200 Millionen Euro Pläne lustig: „Wer zu den Sternen fliegen will, muss erst mal eine Bodenstation bauen.“ Der HSV-Finanzboss plant eine Plaza inklusive über 25 Stockwerke hohem HSV-Tower direkt vor dem Volksparkstadion. Ohne die Stadt Hamburg im Rücken wäre die Umsetzung des Bauvorhabens durchaus schwierig.

Wieso sich die Stadt Hamburg bei solch teuren Vorhaben nicht beteiligen will, liegt ebenfalls auf der Hand. Der HSV bekam vor gar nicht allzu langer Zeit satte 23,5 Millionen Euro von der Hansestadt Hamburg überwiesen, verkaufte dafür sein Stadiongelände. Gedacht war das Geld eigentlich für die Stadionsanierung, von der im September 2020 eingegangenen Summe ist mittlerweile jedoch nichts mehr übrig. Eine erneute Anfrage über Finanzhilfen wurde abgelehnt – eine Unterstützung bei neuen Vorhaben eher unwahrscheinlich.

Neue Vorwürfe gegen HSV-Finanzvorstand Wüstefeld – was ist dran?

Die Wüstefeld-News reißen dieser Tage nicht ab. Im Spiegel tauchte jetzt ein Bericht auf, der dem Medizinunternehmer illegale Geschäfte mit Arzneimitteln unterstellt. Konkret soll es um die Herstellung und den Vertrieb von Cannabis-Produkten gehen. Die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz prüft die Vorwürfe. Wüstefeld selbst sagte, dass „an den Vorwürfen nichts dran ist, dahinter steckt eine Kampagne von Wettbewerbern.“ Vom HSV gibt es zu den Vorwürfen noch kein Statement – hält der Verein an ihm fest?

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Unter der Woche trafen sich die HSV-Bosse mit Geldgeber Klaus-Michael Kühne. Der machte kürzlich ein Angebot, bei dem der Verein rund 120 Millionen Euro erhalten soll. Dafür müssten jedoch einige Bedingungen erfüllt werden: Kühne würde weitere Anteile sowie die Namensrechte am Volksparkstadion für zehn Jahre erhalten. Über das Angebot an den HSV wird intensiv nachgedacht und beraten. Thomas Wüstefeld dürfte das nicht unbedingt gefallen. Kühne stellte schon oft klar, dass eine Zusammenarbeit mit dem Unternehmer nicht im Raum stehe – Wüstefeld müsste bei einer Einigung also gehen.

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Intern gab es beim HSV wohl auch den Bruch zwischen Sportvorstand Jonas Boldt und Finanzvorstand Thomas Wüstefeld. Dass sowas nicht immer glimpflich ausgeht, musste schon Sportdirektor Michael Mutzel spüren. Nachdem dieser sich gegen Boldt und HSV-Trainer Tim Walter gestellt hatte, wurde sein Vertrag aufgelöst. Thomas Wüstefeld muss deshalb selbst entscheiden, ob die große mediale Aufmerksamkeit, die aktuell um ihn herrscht, positiv oder negativ zu bewerten ist.

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