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„Man kann sich das auch schönreden“: Magath attackiert den HSV vor Relegation

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Von: Jan Knötzsch

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Am 19. Mai 2022 steigt das erste der beiden Relegations-Spiele zwischen dem HSV und Hertha BSC. Hertha-Trainer Felix Magath giftet gegen seinen Ex-Club.

Hamburg – Die Ausgangslage ist klar: Der Hamburger SV hat noch zwei Spiele in der Hinterhand, in denen er das schaffen kann, was ihm in der Saison in der Zweiten Bundesliga nicht gelungen ist: den Aufstieg in die Bundesliga klar machen. Zweimal 90 Minuten trennen die Mannschaft von Trainer Tim Walter noch davon, nach diversen vergeblichen Anläufen endlich den Traum zu verwirklichen und wieder Erstliga-Fußball zu spielen. Unter Umständen vielleicht auch 120 Minuten oder aber ein Elfmeterschießen im zweiten Spiel der Relegation gegen Hertha BSC Berlin.

Dass die beiden Spiele für mindestens einen, der an der Relegation zwischen Hertha BSC Berlin und dem HSV um den letzten Platz in der Bundesliga beteiligt ist, etwas besonderes sind, ist nicht von der Hand zu weisen. Auch wenn Hertha-Trainer Felix Magath seine HSV-Vergangenheit nicht in den Mittelpunkt stellen will. Vor dem ersten Spiel der Relegation zwischen Hertha BSC und dem HSV schießt Felix Magath nun verbal sogar Giftpfeile in Richtung Hamburg.

Fußballtrainer:Wolfgang Felix Magath
Geboren:26. Juli 1953 (Alter: 68 Jahre) in Aschaffenburg
Zeit beim HSV:Spieler (1976 bis 1986), Manager (1986 bis 1988), Nachwuchs-Coach und Profi-Assistent (1993 bis 1995) sowie Trainer (1995 bis 1997)
Größte Erfolge mit dem HSV:Europapokalsieg 1977 und 1983

Hertha BSC Berlin – HSV: Felix Magath schießt vorm Relegations-Hinspel scharf in Richtung Hamburg

Lange Zeit war es in der Woche vor dem ersten Spiel der Relegation zwischen dem HSV und Hertha BSC Berlin ruhig, fast schon nett. Sowohl aus der Hansestadt Hamburg als auch aus Berlin waren vor dem ersten Relegations-Spiel – das Duell zwischen dem HSV und Hertha wird live im TV gezeigt – keine bösen Töne zu hören, die in Richtung des Gegners gingen. Die einzigen Verstimmungen gab es auf Seiten der Anhänger der beiden Vereine: Weil es einen HSV-Fan-Ansturm auf das Olympiastadion gibt, tobten die Hertha-Anhänger, während beim HSV klar ist, zu welchem Verein Manuel Wintzheimer in der neuen Saison wechselt.

Im Hintergrund eine große Fahne mit HSV-Logo. Im Vordergrund Hertha-Trainer Felix Magath, der mit dem Arm gestikuliert und wütend schreit.
Schießt auf den HSV: Hertha BSC-Trainer Felix Magath hat sich vorm ersten Spiel der Relegation gegen seinen ehemaligen Verein kritisch Richtung Hamburg geäußert. (24hamburg-Montage) © Ulrich Hufnagel/Oliver Ruhnke/imago

„Felix hat als Fußballer und als Trainer sehr viel erreicht. Er hat mir mit Blick auf die Erfahrung etwas voraus. Trotzdem sind wir jung, hungrig, voller Elan und mutig. Ich glaube, das ist vielleicht das, was wir Hertha voraushaben“, hat HSV-Trainer Tim Walter, der seiner Mannschaft bereits jetzt eine „geile Saison“ attestiert, vor dem Relegations-Spiel zwischen dem HSV und Hertha BSC auf der obligatorischen Pressekonferenz erklärt und ist der Meinung, dass „das Momentum“ auf Seiten des Zweitligisten aus Hamburg liegt, bei dem HSV-Kapitän Sebastian Schonlau erklärt, dass die Rothosen „nie aufgeben“ werde. Eine Ansage, gerade in der Relegation gegen Hertha BSC Berlin enorm wichtig ist.

Relegation: Vorm Hinspiel Hertha BSC – HSV findet Hertha-Coach nur kritische Worte für den HSV

Was HSV-Trainer Tim Walter, der auf den verletzten Anssi Suhonen verzichten muss und Gespräche des HSV mit Stürmer Mkkel Kaufmann angekündigt hat, mit dem „Momentum“ meint, belegen die Zahlen: Hertha BSC Berlin hat vor dem ersten Spiel der Relegation gegen den HSV in der Bundesliga zuletzt zwei Mal verloren. Dem HSV, der Transfergerüchten zufolge um den Verbleib von Sebastian Schonlau bangen muss, gelangen derweil in der Zweiten Liga zuletzt fünf Siege in Serie. Tatsachen, die Felix Magath gar nicht schmecken. Und den ehemaligen HSV-Trainer und -Spieler dazu animieren, auf den Tisch zu hauen und Klartext zu reden.

„Natürlich hat der HSV die letzten vier Spiele gewonnen“, hat Felix Magath vor dem ersten Relegations-Spiel des HSV gegen Hertha BSC auf der Pressekonferenz der Berliner gesagt – und sich allein mit dieser banalen Aussage schon den Unmut der HSV-Fans zugezogen. Weil Magath unterschlägt, dass der HSV, bei dem es Transfergerüchte um einen Spieler von Holstein Kiel gibt, sogar fünf Mal gewonnen hat. Einmal in Form, legt Magath vorm Relegations-Spiel von Hertha BSC gegen den HSV nach: „Regensburg, Hannover, Rostock und Ingolstadt – vier Vereine, die näher am Abstieg waren als am Aufstieg.“

HSV Relegation: Hertha-Trainer Felix Magath schießt gegen den HSV – „... und dann relativieren sich die Siege schon etwas“

Klingt zunächst auch wie eine normale Aufzählung, ist aber, wenn man es überspitzt formulieren will, die nächste verbale Ohrfeige für den HSV, der mit einem Transfer-Trick bei einem Abgang von Josha Vagnoman mehr Geld machen will. Was Felix Magath vorm Relegations-Spiel zwischen dem HSV und Hertha BSC damit sagen will, ist klar: Der HSV habe nur gegen „kleine Gegner“ gewonnen, nichts übermäßig Großes geleistet. „Von daher muss man die Dinge auch richtig einordnen“, so Magath mit Blick auf die Kontrahenten, die der HSV in den letzten Wochen bezwungen hat. Und das ist noch nicht alles, wenn jemand wie Felix Magath einmal ausholt.

Die Spielweise ist auch schon länger bekannt. Deshalb ist mir klar, wie der HSV antritt. Ich gehe davon aus, dass wir die richtige Antwort für diese Spielidee finden

Hertha BSC-Trainer Felix Magath vor dem ersten Relegations-Spiel mit Blick auf den HSV

Der Ex-HSV-Trainer schießt noch einmal auf den HSV, bei dem die Zukunft eines Spieler-Trios weiter offen ist und zwei HSV-Abwehrspieler wohl weg wollen. „Man kann sich das auch schönreden und sagen: Wir haben vier Spiele gewonnen. Aber ich sage halt: Gucken wir mal, wer da die Gegner waren. Und dann relativieren sich die Siege schon etwas“, feuert Felix Magath noch ein weiteres Mal auf den HSV, bei dem Robin Meißner nach der Saison zurückkehrt und die Frage geklärt werden muss, was mit den anderen verliehenen Spielern ist.

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Erstmal aber steht das Relegations-Spiel des HSV gegen Hertha BSC auf dem Programm. Und dort will der HSV antworten. Auf die Kritik von Felix Magath, der in Sachen HSV sicher ist: „Trainer Tim Walter hat eine bestimmte Art und Weise zu spielen. Und die Spielweise ist auch schon länger bekannt. Deshalb ist mir klar, wie der HSV antritt. Ich gehe davon aus, dass wir die richtige Antwort für diese Spielidee finden.“

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