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Kyerehs Coach gefeuert - wird ein Ex-HSVer jetzt neuer Nationaltrainer von Ghana?

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Von: Antonio José Riether

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Für St. Paulis Ghanaer Daniel-Kofi Kyereh endete der Afrika-Cup in einem Desaaster. Ein ehemaliger HSV-Spieler und -Trainer könnte sein neuer Nationaltrainer werden.

Hamburg/ Accra - Als der FC St. Pauli am Freitagabend im Stadtderby beim HSV mit 1:2 unterlag, vermissten die Anhänger der Kiezkicker einen ihrer wichtigsten Offensiv-Akteure. Daniel Kofi-Kyereh war mit der ghanaischen Auswahl beim Afrika-Cup im Kamerun unterwegs, erlebte dort jedoch eine sportliche Katastrophe. Für seinen Nationaltrainer war nach einem desolaten Turnier Schluss, nun wird ein Hamburger als Nachfolger gehandelt – und zwar ausgerechnet ein ehemaliger HSVer!

Daniel-Kofi Kyereh (FC St. Pauli)
Position:Offensives Mittelfeld
Saisonstatistik 2021/22:18 Zweitliga-Spiele (5 Tore, 10 Assists)
Spiele für Ghana:8 Länderspiele (0 Tore)

Nach den ersten beiden Gruppenspielen, einer 0:1-Niederlage gegen Marokko sowie einem 1:1 gegen den Gabun, war das vorzeitige Turnier-Aus bereits gefährdet. Als die „Black Stars“ dann noch völlig unerwartet mit 2:3 gegen den Fußball-Zwerg von den Komoren verloren, war die Reise für Kyereh und Co. nach drei Partien offiziell beendet.

Daniel-Kofi Kyereh: Ghanas Nationaltrainer nach Turnier-Aus entlassen

Trotz seiner Ankunft in Hamburg am Donnerstag war Kyereh für seinen Coach Timo Schultz keine Alternative fürs Derby. „Kofi war einfach tierisch platt nach der Reise. Ich kann nur Leute mitnehmen, die 100 Prozent fit sind und das war er einfach nicht“, erklärte Schultz vor dem Stadtderby bei Sky. Überrascht hätte ihn das nicht, immerhin hatte Kyereh die letzten beiden Partien komplett absolviert.

Auf Instagram reagierte der St.-Pauli-Profi auf die Blamage seiner Mannschaft, die sich trotz einer Vielzahl an internationalen Stars als Gruppenletzter aus dem Turnier verabschiedete. „Es gibt keine Entschuldigung für unsere Auftritte in diesem Turnier, wir haben unser Land enttäuscht und die Leute, die an uns geglaubt haben“, meinte der 25-Jährige in einer Botschaft an die Fans.

Otto Addo (l.) könnte bald Daniel-Kofi Kyerehs neuer Nationaltrainer sein.
Otto Addo (l.) könnte bald Daniel-Kofi Kyerehs neuer Nationaltrainer sein. © Axel Heimken/dpa/imago

Der Schuldige für das peinliche Ausscheiden Ghanas war indes schnell ausgemacht: Trainer Milovan Rajevac. Der 68-jährige Serbe, der die ghanaische Elf bereits von Sommer 2008 bis November 2010 trainierte, muss Medienberichten zufolge seinen Posten nun zum zweiten Mal räumen. Rajevac hatte den Job im September vergangenen Jahres zum zweiten Mal angetreten. Auf den erfahrenen Coach, der bereits die Nationalteams von Thailand, Algerien oder Katar trainierte, könnte nun ein vergleichsweise junger Trainer folgen.

Hamburger als Nationaltrainer? Otto Addo sammelte bereits viel Erfahrung

Ein heißer Kandidat auf den Posten soll Otto Addo sein, der bereits als Assistent in Rajevacs Trainerteam fungierte. Der 46-jährige Ex-Bundesliga-Profi genießt sowohl in Deutschland als auch in Ghana ein hohes Ansehen für seine sportlichen Leistungen, zuletzt wirkte er in der Doku „Schwarze Adler“ mit. Während seiner aktiven Karriere bestritt er etwa 15 Länderspiele für die Westafrikaner, zwei davon bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Die Karriere des gebürtigen Hamburgers begann in der Hansestadt. Der Deutsch-Ghanaer lief im Jahr 1992 für die U17-Junioren des Hamburger SV auf, ehe er über zwei kleinere Vereine zu Hannover 96 stieß. Nach Stationen bei Borussia Dortmund und Mainz 05 kehrte Addo zum Ende seiner Laufbahn zum HSV zurück und spielte noch eine Saison für die Reserve der Rothosen. Kurz darauf begann er im Jugendbereich des Vereins als Übungsleiter.

Ex-HSV-Coach als Nationaltrainer? Addo war auch beim BVB erfolgreich

Nach einem Jahr als Co-Trainer hielt Addo für fünf Jahre das Amt des U19-Trainers beim HSV inne, um Ende 2013 die Arbeit als Chefscout für den ghanaischen Verband aufzunehmen. Nach Zwischenstationen als Assistent beim dänischen Erstligisten Nordsjaelland sowie als Talent Manager in Mönchengladbach kehrte er nach Dortmund zurück. Dort ist er als ‚Talent Manager‘ eingestellt, betreute den Spitzenklub in der vergangenen Saison aber zwischenzeitlich auch als Co-Trainer.

Addo bei einem seiner vier Profi-Einsätze für den HSV.
Addo bei einem seiner vier Profi-Einsätze für den HSV. © Thorge Huter/imago-images

Auf den Afrika-Cup verzichtete Addo jüngst aufgrund seines BVB-Jobs, obwohl er erst im September wieder Teil des ghanaischen Trainerteams wurde. Schon im März könnte er nun als Verantwortlicher an der Seitenlinie stehen und Ghana zur Weltmeisterschaft führen. In zwei Entscheidungsspielen gegen Nigeria wird die finale Entscheidung über die Teilnahme am Katar-Turnier fallen. Gut möglich, dass Kyereh und Addo bald gemeinsam jubeln dürfen. (ajr) *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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