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„Krass“, „surreal“, „nicht greifbar“: Darauf kommt HSV-Stürmer Glatzel nicht klar

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Von: Jan Knötzsch

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Robert Glatzel ist seit Jahren Bestandteil des Fußball-Business. Der HSV-Stürmer kennt sich mit Erfolgen und Druck aus. Eine Sache bleibt für ihn aber gewöhnungsbedürftig.

Hamburg – Die Geschichte von Robert Glatzel beim Hamburger SV beginnt vor der laufenden Zweitliga-Saison. Mit der Verpflichtung des Stürmers hat der Klub aus dem Volksparkstadion einen Ersatz für seinen Top-Torjäger Simon Terodde gefunden, der den HSV im Sommer 2021 in Richtung FC Schalke 04 verlassen hat. Seit diesem Moment steht Robert Glatzel in Hamburg im Fokus. Trifft er, ist alles okay. Trifft er nicht, ist nichts okay – und die Kritik groß. Wie so oft im profi-Fußball gibt es auch in der Hansestadt Hamburg nur schwarz (schlecht) und weiß (gut) – und dazwischen nichts.

In einem Interview hat sich der Stürmer des HSV, dessen Vater die Karriere des Sohnes rettete, offen über Kritik, Druck und Dinge, die er im Fußball nicht nachvollziehen kann, geäußert, 24hamburg.de verrät, was Glatzel sagt und welche Sachen für ihn gewöhnungsbedürftig sind.

Fußballspieler:Robert-Nesta Glatzel
Geboren:8. Januar 1994 (Alter 28 Jahre) in München
Position:Stürmer
Vertrag beim HSV bis:30. Juni 2024
Marktwert:1,8 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de)

HSV-Stürmer Robert Glatzel: Von Beginn an Vergleiche mit Top-Torjäger Glatzel – dann hat der HSV-Angreifer Pech

Wer als Nachfolger von Simon Terodde von HSV-Sportvorstand Jonas Boldt und Sportdirektor Michael Mutzel in die Stadt von Alster und Elbe geholt wird, der muss sich den Vergleich mit seinem Vorgänger gefallen lassen. Zwangsläufig. Jener HSV-Sportdirektor Michael Mutzel erklärte dann in diesem Zusammenhang auch gleich, warum Glatzel geholt und Terodde beim HSV abgesägt wurde.

Pech für den Stürmer, bei dem eine Statistik beweist, dass er so gut ist wie Simon Terodde: Hoffnungsträger Robert Glatzel infizierte sich in Hamburg mit Corona und musste anfangs erst einmal pausieren. Ales es dann wieder losgehen konnte und Robert Glatzel in einigen Partien für den HSV auf dem Platz gestanden hatte, wollte es nicht so laufen, wie es sollte.

Im Hintergrund das Spielfeld im Volksparkstadion mit Spielern, Eckfahne und Fans des HSV auf den Rängen. Im Vordergrund HSV-Stürmer Robert Glatzel.
HSV-Stürmer Robert Glatzel hat über Kritik, Druck und ein Thema gesprochen, die für ihn gewöhnungsbedürftig ist. (24hamburg.de-Montage) © MIS/Oliver Ruhnke/imago

Der Angreifer, für den der HSV eine Ablösesumme in Höhe von 900.000 Euro auf den Tisch gelegt hatte, traf nicht – und stand darum direkt in der Kritik. Unter anderem lederte ein ehemaliger Stürmer gegen den HSV-Offensivmann und erklärte, die Leistungen Glatzels seien enttäuschend. Eine Phase, in der auch Robert Glatzel selbst über seine HSV-Ladehemmungen gesprochen hat. Offen, ehrlich – und vor allem eines: optimistisch, dass der damalige Status quo nicht auf Dauer anhalten, sondern er irgendwann auch wieder das Tor treffen und durch gute Leistungen begeistern würden.

HSV-Offensivmann Robert Glatzel trifft lange Zeit nicht – direkt kommt Kritik an ihm auf

Gesagt, getan: Der Knoten ist bei HSV-Stürmer Robert Glatzel längst geplatzt. Nicht erst seit dem Stürmer-Duell im Stadttderby gegen FC St. Pauli-Torjäger Guido Burgstaller ist der HSV-Offensivmann schwer damit beschäftigt, seine eigene Rekordmarke in der Zweiten Liga zu knacken. Für HSV-Trainer Tim Walter ist Robert Glatzel längst zu einer unentbehrlichen Größe im HSV-Kader geworden – weil er als einziger HSV-Stürmer vernünftig trifft. Nicht umsonst hat sich der HSV in der Winter-Transferphase nach einem weiteren Stürmer umgesehen. Ein Transfer, der letztlich – wie in einigen anderen Fällen auch – nicht zustande gekommen ist.

Und so ruhen beim HSV die Hoffnungen „vorne drin“, wie man so schön sagt, zum größten Teil eben weiterhin auf den Schultern von Robert Glatzel. Oder besser gesagt: in dessen Füßen. „Natürlich tut es weh, wenn man mehrere Spiele in Folge nicht trifft und kritisiert wird. Aber schlechte Phasen gehören bei Stürmern dazu, wenn man nicht gerade Cristiano Ronaldo heißt“, blickt Robert Glatzel in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt zurück auf die Phase beim HSV als er für den Klub, der vorerst auf Jan Gyamerah verzichten muss, nicht so richtig rund lief.

Bei HSV-Stürmer Robert Glatzel ist inzwischen längst der Knoten geplatzt – diesen Rekord jagt er jetzt

Für ihn sei es, so sagt Glatzel im Abendblatt-Interview, „ein Privileg für den HSV zu spielen“, bei dem HSV-Trainer Tim Walter auf das Transfer-Desaster von Jonas Boldt reagiert hat. Entsprechend will Robert Glatzel dem HSV, der dringend einen Plan B benötigt, auch etwas zurückzahlen. „Ich habe mir zwar keine feste Zahl vorgenommen, aber mehr als drei Tore will ich in der Rückrunde schon noch machen“, so Glatzel, der bislang zehnmal getroffen hat und damit eben jene drei Treffer von seinem Zweitliga-Torrekord entfernt ist. Apropos Rekord: Ehe Glatzel zum HSV wechselte, spielte er bei Cardiff City – und war dort mit einer Ablösesumme von 6,5 Millionen Euro der teuerste Transfer des Vereins.

Das ist schon surreal. Man will ja selbst nur Fußball spielen. So viel Geld ist gar nicht greifbar.

HSV-Stürmer Robert Glatzel über Ablösesummen im Fußball

Auch beim HSV war er im Sommer 2021 der teuerste Spieler, der das Team verstärkt hat. Besonderen Druck verspüre er dadurch nicht, betont Robert Glatzel im Abendblatt: „Ganz ehrlich: nein. Für die Ablöse kann man ja nichts. Es war eher ein Thema, als Spieler zu so einem großen Verein wie dem HSV zu kommen.“ Aber dennoch: Vor allem die Beträge, die in England gezahlt würden, seien „krass“ empfindet Glatzel und kann es nicht ganz nachvollziehen: „Das ist schon surreal. Man will ja selbst nur Fußball spielen. So viel Geld ist gar nicht greifbar.“

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Gleichwohl: „So ist mittlerweile das Geschäft, und am Ende profitieren ja auch alle davon“, weiß auch HSV-Stürmer Robert Glatzel, dass er in dieser Angelegenheit das Rad nicht mehr zurückdrehen kann. Schon gar nicht allein. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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