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„Kranke Scheiße“: Satire-Magazin verhöhnt toten Uwe Seeler – Shitstorm!

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Von: Jan Knötzsch

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Hamburg trägt nach dem Tod von HSV-Ikone Uwe Seeler Trauer. Das Satire-Magazin Titanic schert das wenig: Es veröffentlicht einen Post, der für Ärger sorgt.

Hamburg – Der Tod von Uwe Seeler macht die Menschen betroffen. Nicht nur in der Hansestadt Hamburg, wo die HSV-Legende als Aktiver über Jahrzehnte ihre Fußballschuhe für den Hamburger SV geschnürt hat und auch im hohen Alter immer ein gern gesehener Gast im Volksparkstadion war, das nach dem Tod von Seeler am Donnerstag, 21. Juli 2022, vielleicht schon bald in Uwe-Seeler-Stadion umbenannt werden könnte. Kurzum: Die Hansestadt und ihre Bürgerinnen und Bürger sowie die HSV-Fans tragen Trauer – und wollen sich beim HSV-Heimspiel gegen Hansa Rostock gebührend von Uwe Seeler verabschieden.

Doch während noch nicht einmal ein Termin für die Trauerfeier von Uwe Seeler oder aber die Beerdigung feststeht, teilt nicht jeder offenbar die Trauer um Uwe Seeler, mit dessen Tod für Hamburgs Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) die Stadt Hamburg „ein Stück von sich selbst“ verloren hat: Das Satire-Magazin Titanic hat sowohl auf seiner Homepage als auch in den Sozialen Netzwerken einen Post veröffentlicht, der die Meinungen spaltet. Die HSV-Fans laufen Sturm! Was ist genau passiert?

Ehemaliger Fußballspieler:Uwe Seeler
Geboren:5. November 1936, Hamburg
Gestorben:21. Juli 2022, Norderstedt
Ehefrau:Ilka Seeler

Satire-Magazin Titanic provoziert mit Post nach Uwe Seelers Tod: : „Starke Aktion! Uwe Seeler boykottiert Fußball-WM in Katar!“

Nach dem Tod von Uwe Seeler, über den zuletzt Ex-HSV-Trainer und -Spieler Felix Magath warme Worte verloren hat und für den es ein Kondolenzbuch im Rathaus gibt, veröffentlichte Titanic ein Schwarz-Weiß-Foto von Uwe Seeler, der zu Lebzeiten selbst sagte „einmal HSVer, immer HSVer“. An einem in Schwarz und Weiß gehaltenen Foto nach dem Tod eines Menschen ist so nichts auszusetzen – wenn da nicht der Satz wäre, der zusätzlich das Foto, das den im Alter von 85 Jahren gestorbenen Uwe Seeler vor einer HSV-Fahne zeigt, „schmückt“. Dort steht in weißen und gelben Buchstaben wörtlich: „Starke Aktion! Uwe Seeler boykottiert Fußball-WM in Katar!“

Im Hintergrund Blumen und ein HSV-Schal am Uwe-Seeler-Fuß neben dem HSV-Stadion. Im kleinen Bild der Post des Titanic-Magazins.
Das Satire-Magazin Titanic hat mit einem Post zum Tod von Uwe Seeler für ein großes Echo in den Sozialen Netzwerken gesorgt – die meisten Nutzer sind entrüstet. (24hamburg.de-Montage) © Eibner/imago & Screenshot/titanicmagazin/instagram

Dass das Satire-Magazin Titanic damit Aufmerksamkeit provozieren würde und nicht nur Zuspruch für diese Aktion bekommen würde, dürfte den „Machern“ vonTitanic klar gewesen sein, noch bevor sie das Foto nebst des zugehörigen Satzes veröffentlicht hatten. Logisch, schließlich ist es nicht das erste Mal, dass eine Form von Satire für eine gewisse Aufmerksamkeit, aber auch für eine gehörige Menge an Entrüstung sorgt. Satire, so sagt man gemeinhin, darf alles – doch der Titanic-Post nach dem Tod von HSV-Legende Uwe Seeler ist für viele User in den Sozialen Netzwerken zu viel. Egal, ob es sich bei ihnen nun um Fans des HSV handelt, der noch immer seinen Kader verstärken will, oder auch nicht.

Provokation von Satire-Magazin: User reagieren gereizt auf Seeler-Post - „absolut pietätlos, geschmacklos und absolut ekelhaft.

Und so bringt der Post zum Tod von Uwe Seeler dem Satire-Magazin Titanic nach der Veröffentlichung einen echten Shitstorm ein. Sowohl auf Twitter, wo die User insbesondere ihrem Unverständnis, ihrer Empörung und der Abneigung gegen diese Form der Satire freien Lauf lassen, als auch auf Instagram und Facebook. „Geschmack- und pietätlos“, postet ein User und verhält sich damit in der Wortwahl noch zurückhaltend, während es an anderer Stelle „ekelhaft“ heißt. Ein weiterer Kommentar geht sogar noch einen Schritt weiter und konstatiert: „Auf so eine kranke Schei*ße muss man erstmal kommen. Widerlich!“. Weitere User fragen einfach nur: Ernsthaft?“ – oder kommentieren: „Das ist drüber.“

Es ist absolut pietätlos, geschmacklos und absolut ekelhaft. Schämt Euch!!!!! Dies ist keine Satire mehr.

User-Kommentar nach dem Titanic-Post zum Tod von Uwe Seeler

Anderen Usern platzt der Kragen: „Hey Leute bei der Titanic, dies ist ein Niveau, welches ich eher von der Bild oder einem anderen Blöd-Blatt erwartet hätte. Es ist absolut pietätlos, geschmacklos und absolut ekelhaft. Schämt Euch!!!!! Dies ist keine Satire mehr“, lautet ein weiterer Kommentar zu der Titanic-Satire anlässlich des Todes von HSV-Ikone Uwe Seeler. Eine ganze Spur maßvoller drückt es ein Tweet bei Twitter aus, der sich aber dennoch an der Veröffentlichung stört: „Auch wenn Satire ja, wie man sagt, alles darf, ist der Zeitpunkt nicht vielleicht zu früh? Es gibt im Hintergrund auch persönlich Betroffene, und hier meine ich nicht die Fußballfans, denen der Anstand etwas mehr Zeit zur Trauer hätte geben sollen.“

Geschmackloser Post von Satire-Magazin Titanic über Uwe Seeler: User fordern Eingreifen des HSV

Deutlich in der Minderheit sind hingegen diejenige, die den Titanic-Post zum Tode von Uwe Seeler gutheißen oder aber das Satire-Magazin verteidigen. „Uwe hätte die Schlagzeile lustig gefunden“, kommentiert ein Facebook-User, während ein weiterer dazu festhält: „Ich verstehe die Aufregung nicht. Eigentlich ist doch diese Satire eine Hommage an Uwe Seeler und zugleich eine berechtigte Kritik an der Fifa und Katar.“ Weitere User vermuten, dass Uwe Seeler „diese bitterböse Satire über ihn“ gar nicht so schlimm gefunden hätte.

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Einige feiern und loben Titanic sogar für den Seeler-Post. Beispiele gefällig? „Geschmacklos! Ein Abonnent mehr!“, „Gut gemacht Uwe. Bis zum Schluss Haltung gezeigt“ oder „Ich lache mehr, als ich sollte“, lauten deren Kommentare. Doch die Zahl der Kritiker ist in der Mehrheit. Und einer fordert sogar das Einschreiten des HSV, bei dem der entmachtete Sportdirektor Michael Mutzel rechtlich gegen Sportvorstand Jonas Boldt vorgehen will: „Wollt ihr bitte irgendetwas machen? Darauf antworten? Ich bin zwar kein HSV-Fan, doch das ist echt bodenlos“,so der Kommentar des Nutzers.

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