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„Ich denke nicht an einen Rücktritt“: Marcell Jansen will beim HSV im Amt bleiben

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Von: Christian Einfeldt

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Nach dem Aus von Thomas Wüstefeld gerät auch HSV-Präsident Marcell Jansen immer mehr in die Kritik. Trotz Abwahlantrag: Er will weiter im Amt bleiben.

Hamburg – Beim HSV hallt der Wüstefeld-Rücktritt noch immer nach. Knapp 14 Tage ist die Verkündung des ehemaligen Finanzvorstands nun her, dass er beim Zweitligisten aus der Hansestadt Hamburg nicht mehr weitermachen will. Es folgten Statements von Jonas Boldt, der sich bereit erklärt, zunächst sämtliche Geschicke zu leiten und auch Wüstefeld äußerte sich zu seiner Entscheidung, die er vor allem mit einem mangelnden Vertrauen in den HSV-Aufsichtsrat begründet hat

Medienberichte zufolge soll es schon seit längerem geschäftliche Beziehungen zwischen Präsident Marcell Jansen und Wüstefeld gegeben haben – auch abseits aller HSV-Angelegenheiten. Nicht selten zeigte sich der HSV-Präsident in der Öffentlichkeit als Unterstützer des ehemaligen Finanzvorstands. Der Druck auf Jansen wird größer. Unlängst erreichte den HSV ein Antrag, den Rücktritt des Präsidenten fordert.

Marcell Jansen selbst hält eine solche Entscheidung für ausgeschlossen. Warum?

Präsident des Hamburger SV:Marcell Jansen
Geboren:4. November 1985 (Alter 36 Jahre), Mönchengladbach
Karriereende:2015
Eltern:Adelheid Jansen, Michael Jansen

Marcell Jansen und Thomas Wüstefeld: Partnerschaft könnte auch Amt des HSV-Präsidenten belasten

Im Gespräch mit der Zeit spricht HSV-Präsident Marcell Jansen über die Probleme der vergangenen Monate. Das bestimmende Thema hätte durchaus der mehr als gelungen sportliche Saisonauftakt sein können – hätte nicht die Causa Thomas Wüstefeld für Schlagzeilen gesorgt. Früh kam es zu Zerwürfnissen zwischen HSV-Sportvorstand Boldt und Wüstefeld. Der externe Vorwurf illegaler Geschäfte mit Cannabis-Ölen gegenüber Thomas Wüstefeld stellte das interne Vertrauensverhältnis ein weiteres Mal auf die Probe. Ebenso wie die Frage nach der Echtheit der akademischen Titel von Thomas Wüstefeld, die in internen HSV-Kreisen große Zweifel hinterlassen hatten.

HSV-Präsident Marcell Jansen.
Nach dem Rücktritt von Thomas Wüstefeld steht nun auch HSV-Präsident Marcell Jansen in der Kritik. (Symbolbild) © Daniel Reinhardt/dpa

Medial bekommt die Integrität Wüstefelds durch die Beschuldigung des Betrugs und der Untreue weitere Risse. Nach Kicker-Informationen gerät nun im Zuge dessen der Vertrieb seiner PCR-Testgeräte in den Fokus. Wie derweil Marcell Jansen im Zeit-Interview erklärt, habe der HSV-Präsident schon vor Wüstefelds HSV-Engagement Geschäftsbeziehungen geteilt. 2020 stellte Thomas Wüstefeld ein neues PCR-Test-Verfahren vor. Jansen zeigte sich begeistert und vermittelte Kontakte, sodass die PCR-Tests wenig später am Volksparkstadion zum Alltag gehörten.

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Darüber hinaus unterstützte Wüstefelds Unternehmen „sanaGroup“ die gemeinnützige GmbH „Hygiene Circle“ von Jansen mit einer Spende. Auch wenn der ehemalige Fußballspieler weitere Geschäfte mit Thomas Wüstefeld ausschließt: Mit zunehmender Kritik an Wüstefeld begann allmählich auch der Stuhl von Jansen zu wackeln.

Trotz Abwahlantrag gegen Jansen: HSV-Präsident schließt Rückritt kategorisch aus

Auch als Wüstefeld seine 200 Millionen Euro-Pläne des Stadionumbaus vorgelegt hatte, schützte Jansen den Ex-HSV-Vorstand in der Öffentlichkeit. Nicht nur im schnelllebigen Fußballgeschäft könnten Schulterschlüsse dieser Art schnell zum Aus führen. Darüber hinaus beschäftigt den Hamburger Sport e.V. unlängst ein eingegangener Antrag. Wie der NDR berichtet, handelt es sich bei dem Verfasser um HSV-Mitglied und Jurist Till Hischemöller. Er fordert in dem Schreiben den sofortigen Rücktritt von Marcell Jansen.

In dem Schreiben, das dem Hamburger Abendblatt vorliegt, heißt es: „Aufgrund seiner grob fahrlässigen Amtsführung als Aufsichtsratsvorsitzender der HSV Fußball AG ist in der Person von Herrn Marcell Jansen ein Vertrauensverlust eingetreten, welcher ihn auch für die Fortführung seines Amtes als Präsident des Hamburger Sport-Vereins e.V. als ungeeignet erscheinen lässt“. In der Führungsetage scheint also auch für Jansen die Luft immer dünner zu werden.

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Auf konkrete Vorwürfe geht der amtierende HSV-Präsident im Gespräch mit der Zeit nicht ein. Stattdessen hebt er die „wirtschaftliche Stabilisierung, einen Rekord von 90.000 Mitgliedern und sportlich gute Leistungen“ des HSV hervor. Weitere Erfolge seien in Form der Tilgung der Corona-Schulden erbracht worden. Außerdem würde der HSV unter seiner Amtszeit wieder zur alten regionalen Größe anwachsen. Jansens Entscheidung steht fest: „Ganz klar nein, ich denke nicht an einen Rücktritt“.

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