Willkür beim VAR?

HSV mit Wut auf Schiedsrichter: Klaus Gjasula rastet aus

  • Natalie-Margaux Rahimi
    VonNatalie-Margaux Rahimi
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Nach der bitteren Pleite gegen Darmstadt platzt HSV-Mittelfeld-Abräumer Klaus Gjasula der Kragen. Reichlich Wut auf den Schiedsrichter. Berechtigterweise?

Update vom Samstag, 10. April 2021, 11:20 Uhr: Hamburg – Der Frust beim HSV saß nach der 1:2-Niederlage gegen Darmstadt 98 tief. Zum einen, weil die Rothosen schon wieder im Aufstiegskampf stolperten. Zum anderen, weil auch der Schiedsrichter erneut für Aufregung sorgte. In der 72. Spielminute kam HSV-Stürmer Simon Terodde im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Robert Kampka entschied auf Elfmeter. Dann aber Schritt der VAR ein, riet dem Schiedsrichter sich die Szene noch einmal anzuschauen. Nach einem kurzen Blick auf die eingespielten Bilder nahm Kampka den Elfmeter unter lauten Protesten von Terodde und seinen Team-Kollegen wieder zurück.

Und bei der Einspielung der Bilder leisteten sich die Offiziellen im Kölner Keller einen groben Fehler. Das zumindest sah nach dem Spiel Mittelfeldmann Klaus Gjasula so. Aber was ist passiert? In der ersten Einstellung, die den TV-Zuschauern des Spiels gezeigt wurden, war eine leichte Berührung von Serdar Dursun an Simon Terodde zu erkennen. Diese brachten den Stürmer laut eigener Aussage ins Straucheln. Das Problem: Diese Einstellung wurde Robert Kampka vom Kölner Keller gar nicht gezeigt. Wie kann das sein? Dafür konnten die Moderatoren des übertragenden Senders Sky jedenfalls keine Begründung finden.

Fußballverein:Hamburger SV
Gründung:29. September 1887
Maskottchen:Dino Hermann
Vereinfarben:Blau - weiß - schwarz
Stadion:Volksparkstadion

HSV-Mittelfeldspieler Klaus Gjasula wurde nach dem Spiel mit der Aktion des VAR konfrontiert. Daraufhin platze dem Helm-Mann der Kragen. „Das ist ja wieder das Gleiche wie fast jedes Mal. Die in Köln sind wahrscheinlich irgendwo im Restaurant was essen, während die Spiele laufen. Ich kann es nicht verstehen, sorry“, sagte er nach dem Spiel am Sky-Mikrofon. Und auch Terodde sagte zu der Spielszene: „Ich will mich auch nicht lächerlich machen. Für mich war es ein ganz klarer Elfer, deswegen habe ich auch so reagiert. Ich bin ja auch nicht blöd, ich weiß auch, dass es da Videoszenen gibt.“

Nach HSV-Niederlage gegen Darmstadt: Klaus Gjasula platzt wegen Schiri der Kragen. (24hamburg.de-Montage)

HSV-News: Unheilvolle Statistik – Schiedsrichter könnten Aufstieg verhindern

Erstmeldung vom 06. April 2021, 10:50 Uhr: Hamburg – Nach dem Spiel des HSV gegen Hannover 96 am Ostersonntag waren die Fans der Rothosen außer sich vor Wut. Zum einen, weil das Team von Trainer Daniel Thioune schon wieder eine 3:0-Führung aus der Hand gegeben hatte, zum anderen, weil der Schiedsrichter das zwischenzeitliche 4:2 von Sturmwunder Simon Terodde, der nach seiner Corona-Infektion auf den Rasen zurückkehrte, nicht anerkannte.

Der Linienrichter wollte nämlich eine Abseitsposition des Stürmers erkannt haben. Die HSV-Fans konnten diese aber auch nach mehrmaligem Betrachten der Bilder und trotz kalibrierter Linie nicht erkennen. Nicht das erste Mal, dass die Schiedsrichter für Unmut bei den Fans sorgen. 24hamburg.de/hsv zeigt, wie viel Einfluss die Unparteiischen auf den Aufstiegskampf haben.

HSV-Fans wütend: Simon Terodde beim Tor im Abseits? Das beweisen die TV-Bilder

Es war einer der Aufreger im Spiel gegen Hannover 96. Kurz nach seiner Einwechslung erzielte Simon Terodde, der sich kürzlich zu den Schalke-Gerüchten geäußert hat, das 4:2 für den Hamburger SV. Doch sofort war klar: Der Treffer zählt nicht – der Linienrichter hatte die Abseitsfahne gehoben. Natürlich wurde diese Entscheidung vom VAR im Kölner-Keller umgehend überprüft und die Entscheidung des Linienrichters Sekunden später bestätigt. Terodde soll mit seinem Knie hauchzart im Abseits gestanden haben. Die Bilder des Senders Sky sollten dies mithilfe einer weißen kalibrierten Linie beweisen.

HSV: Wut über Schiedsrichter – kosten Fehlentscheidungen den Aufstieg? (24hamburg.de-Montage)

Eindeutig zu erkennen ist die Abseitsstellung des Stürmers darauf allerdings nicht. Und die Fans des HSV haben auch längst schon ihre eigenen Abseitslinien gezogen und nehmen das als Beweis dafür, dass Simon Terodde eben nicht im Abseits gestanden hatte. Allerdings muss bei der Einzeichnung solcher Linien immer auch der Winkel der Kamera einberechnet werden. Das dürfte dem Laien daheim wohl nur schwer möglich sein.

Fraglich ist allerdings, warum der Linienrichter in der Situation überhaupt die Abseitsfahne gehoben hatte. Normalerweise sind die Unparteiischen angehalten, Torszenen weiterlaufen zu lassen, da die Torentstehungen im Nachhinein ohnehin noch einmal auf Abseits überprüft werden. Die HSV-Fans fragen sich nun natürlich, ob das Tor auch dann aberkannt worden wäre, wenn der Linienrichter die Fahne vorher nicht gehoben hätte. Eine eindeutige Antwort werden sie darauf aber wohl nicht mehr bekommen.

HSV: Häufen sich die Fehlentscheidungen zum Nachteil der Rothosen?

Auch eine weitere Schiedsrichter-Entscheidung am Osterwochenende empörte die Fans des HSV und der Aufstiegs-Konkurrenten von Holstein Kiel und dem VfL Bochum. Demnach habe Greuther Fürth von einer Fehlentscheidung des Schiris im Spiel gegen Heidenheim profitiert. Denn ein Heidenheimer Tor war in der ersten Halbzeit wegen eines angeblichen Handspiels zurückgenommen worden. Die TV-Bilder beweisen das Handspiel allerdings nicht.

Ohne Fehlentscheidungen des Schiedsrichters läge der HSV auf dem ersten Platz der Zweiten Bundesliga. (24hamburg.de-Montage)

Und auch Holstein Kiel soll in dieser Saison laut Fans schon mehrfach von Fehlentscheidungen des Schiedsrichters profitiert haben. Laut wahretabelle.de belegen die Kieler Störche ohne Fehlentscheidungen nach dem 26. Spieltag nur Platz acht und wären damit längst raus aus dem Aufstiegskampf. Demnach hätten die Kieler stolze achtmal von falschen Pfiffen des Schiris profitiert. Darunter fünf zu Unrecht erhaltene Elfmeter. Allerdings sei auch der Hamburger SV laut dieser Beurteilung in der Saison dreimal bevorteilt und nur einmal benachteiligt worden.

Dennoch belegt der HSV in der „wahren Tabelle“ nach 26 Spieltagen den ersten Tabellenrang vor dem VfL Bochum, der in der laufenden Spielzeit einmal von Fehlentscheidungen profitierte und der SpVgg Greuther Fürth, die dreimal bevorteilt wurde. Die jüngsten Ergebnisse des 27. Spieltags wurden darin allerdings noch nicht erfasst. Schon jetzt zeigt sich aber, dass die Schiedsrichter und ihre falschen Entscheidungen die Tabelle maßgeblich beeinflussen können. Allerdings sollte auch der HSV sich immer zuerst an die eigene Nase fassen, bevor mit dem Finger auf den Schiedsrichter gezeigt wird. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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