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HSV wieder mit Millionenverlust

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Hamburger SV - Holstein Kiel - Nordkurve.
Der Hamburger SV schreibt auch im Geschäftsjahr 2020/21 rote Zahlen. © dpa/Christian Charisius

Zum elften Mal in Folge schreibt der HSV am Ende eines Geschäftsjahres rote Zahlen. Auch in diesem Jahr verbucht der Verein Verluste in Millionenhöhe.

Der Hamburger SV hat im Geschäftsjahr 2020/21 ein Defizit von 4,7 Millionen Euro. Damit ist der Verein elf Jahre in Folge in den roten Zahlen. Immerhin ein kleiner Aufwärtstrend: Im Vorjahr waren es noch 6,7 Millionen. Die Ursachen für den diesjährigen Verlust liegen insbesondere in den pandemisch bedingten Geisterspielen, die dem Verein zu schaffen gemacht haben. „Das Geschäftsjahr 2020/21 lässt sich auf Grund der pandemiebedingten Auswirkungen nicht ansatzweise mit anderen Perioden in der Geschichte des HSV vergleichen“, erklärt Frank Wettstein, der zum Saisonende nach acht Jahren aus dem Amt ausscheidende HSV-Fußball AG Finanzvorstand, Frank Wettstein.

Stadiongrundstück-Verkauf und Corona-Hilfen verhindern Schlimmeres

Neben vielen Kostensenkungen in den Strukturen des Vereines hätten die staatlichen Corona-Hilfen in Höhe von elf Millionen Euro und der Gewinn aus dem Verkauf des Stadiongrundstückes an die Stadt Hamburg in Höhe von 14,6 Millionen Euro sogar noch Schlimmeres verhindert. Somit sei im kommenden Geschäftsjahr mit einem deutlich höherem Verlust zu rechnen, wie aus dem am Dienstag veröffentlichen Bericht hervorgeht. Auch sportlich könnte es besser laufen, zuletzt ätzte TV-Experte Torsten Mattuschka gegen den HSV, auch HSV-Legende Mladen Petric ist mit dem derzeitigen Kader unzufrieden.

VereinHamburger SV
Gründung29. September 1887
Mitglieder84.200
SpielstätteVolksparkstadion

Der Umsatz des HSV ist in Millionenhöhe eingebrochen, im vergangenen Geschäftsjahr waren es 41,7 Prozent weniger als im Vorjahr, in Zahlen ging der Umsatz von 95,7 Millionen Euro auf 55,8 Millionen Euro zurück. Ein großer Verlust ist insbesondere in den coronabedingten Geisterspielen zu sehen, der Erlös aus Spielen vor Zuschauerinnen und Zuschauern ging von 22,1 Millionen Euro auf 600.000 Euro zurück.

HSV erwartet 2021/22 Umsatzplus von 40 Prozent

Die HSV Fußball AG gehe jedoch für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatzplus von rund 40 Prozent aus. Dennoch sei diese Entwicklung nicht ausreichend, um aus den roten Zahlen zu kommen. Es werde nämlich nur ein „geringfügig positives“ Ergebnis von Zinsen, Steuern und Abschreibungen vorhergesagt. Rund 12,5 Millionen Euro könnten demnach wohlmöglich weniger umgesetzt werden.

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Nun hofft der Finanzvorstand wieder auf besser Zeiten. „Ich wünsche mir, dass wir uns weiterhin der gekannten Normalität annähern und keine neuen Restriktionen erfahren. Auch diese Saison wird geprägt sein von finanziellen Einbußen. Dennoch hoffe ich, dass sich der nächste Jahresrückblick mit sportlichen Erfolgen und nicht mit der Pandemie beschäftigen muss“, so Wettstein, der nach acht Jahren im Vorstand aufhört.

Rassismus im Block: DFB verhängt Geldstrafe gegen HSV

Denn ohne Kostensenkungen und weitreichende Anpassungen aller Art sei die Krise nicht beherrschbar gewesen, so Wettstein. „Seit März 2020 lag unser vorrangiger Fokus auf der Sicherstellung der Liquidität“, erklärt der Finanzvorstand. Doch das laufende Geschäftsjahr fängt mit einem kleinem Dämpfer an. Das DFB-Sportgericht hat eine Geldstrafe in Höhe von 30.000 Euro für den HSV ausgesprochen. Der Grund seien rassistische Vorfälle seiner Fans. Im Spiel gegen Düsseldorf soll es aus dem HSV-Block Affenlaute gegenüber dem Fortuna-Spieler Khaled Narey gegeben haben.

„Solche menschenverachtenden Verhaltensweisen verstoßen in grober Weise gegen die Werteordnung des DFB und werden in keiner Weise geduldet. Auch der HSV hat die Vorfälle entschieden verurteilt, sich entschuldigt und umfangreiche Maßnahmen zur Täterermittlung in die Wege geleitet, was strafmildernd berücksichtigt wurde“, hieß es in der Verbandsmitteilung.*24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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