1. 24hamburg
  2. HSV

Schießt HSV „hässliche Vögel“ ab? Vorstand Boldt mahnt zu Derby-Zurückhaltung

Erstellt:

Von: Jan Knötzsch

Kommentare

Es ist das Spitzenspiel der 2. Liga. Und das Derby: Der HSV erwartet Werder Bremen. Wie soll‘s mit dem Sieg klappen? HSV-Vorstand Jonas Boldt hat klare Vorstellungen.

Hamburg – Er ist vor dem Derby ein gefragter Mann. Hier ein Interview, dort ein paar Sätze. Das Interesse an dem, was Jonas Boldt vor dem Derby des HSV gegen Werder Bremen am Sonntag, 27. Februar 2022, sagt, ist ein bisschen größer als sonst. Logisch, schließlich ist das Nordderby im Volksparkstadion „das Spiel der Saison“ – sagt zumindest Clemens Fritz, auf Seiten von Werder Bremen Boldts Gegenpart. Oder hat Fritz Unrecht?

Jonas Boldt, der von Podcast zu Web-TV-Interview tingelt widerspricht seinem Bremer Kollegen vorm Derby zwischen dem HSV und Werder Bremen. 24hamburg.de/hsv verrät, warum – und weiß auch, warum Werders erfolgreiche Stürmer „hässliche Vögel“ sind und Boldt von Zurückhaltung mehr hält als von Kampfansagen.

Fußballfunktionär:Jonas Boldt
Geboren:19. Januar 1982 (Alter 40 Jahre), Nürnberg
Tätigkeit beim HSV:Sportvorstand
Vertrag beim HSV bis:30. Juni 2023

Bremens Clemens Fritz ruft das Derby zum „wichtigsten Spiel“ aus – HSV-Sportvorstand Jonas Boldt widerspricht

Der Mann für die harschen Worte ist Jonas Boldt nicht. Der Sportvorstand des Zweitligisten aus Hamburg verkörpert vor dem Nordderby der Zweiten Liga zwischen dem HSV und dem SV Werder eher den Typus, der für die gesunde Portion an hanseatischem Understatement und Zurückhaltung steht. HSV-Sportdirektor Michel Mutzel hat vorm Derby zwischen dem HSV und Werder immerhin noch rausgehauen, dass er auf das Duell mit den Bremern „richtig Bock“ habe, nachdem er zuletzt einen Appell an die HSV-Fans gerichtet hat. Den „Bock“, den der Sportdirektor verspürt, hat auch HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes.

Im Hintergrund HSV-Fans mit einer Fahne. Im Vordergrund HSV-Vorstand Jonas Boldt und in einem kleinen Bild die Werder-Stürmer Ducksch und Füllkrug
HSV-Sportvorstand Jonas Boldt (rechts) warnt vor Bremens Stürmern Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug (kleines Foto), weiß aber auch um die Hamburger Stärken. (24hamburg.de-Montage) © Sven Simon/Jan Hübner/imago

Der sollte allerdings auf der Hut sein vor Marvin Ducksch, der vor der berühmten gefühlten halben Ewigkeit als Zugang beim HSV im Gespräch war. Und vor Niclas Füllkrug. Zusammen bilden die beiden Werder Bremens enorm gefährliches und zugleich treffsicheres Sturmduo. Zwei „hässliche Vögel“, wie sie im Buche stehen und gegen die keine Abwehr gerne spielt. Sagt nicht etwa Jonas Boldt vorm Derby HSV – Werder Bremen, sondern vielmehr die beiden Stürmer der Grün-Weißen über sich selbst – also das mit den „hässlichen Vögeln“.

Derby HSV gegen Werder: Hamburger müssen Bremens Sturmduo ausschalten – Boldt: „Haben nicht umsonst beste Defensive der Liga“

Dass es keine Abwehr der Liga leicht gegen Ducksch und Füllkrug hat – das unterschreibt dann auch Jonas Boldt, der in der Woche vorm Derby quasi eine Liebeserklärung an den HSV abgegeben hat. „Solche Stürmer kannst du nicht zu 100 Prozent ausschalten“, sagt der HSV-Sportvorstand, der für die kommende Saison an einem Talent von RB Leipzig baggert – auch Werder hat den begabten Youngster übrigens im Fokus. „Aber wir haben nicht umsonst die beste Defensive der Liga“, schiebt Jonas Boldt vorm Derby HSV – Werder bei „kicker“-TV nach und sagt auch: „Wir müssen uns nicht nur mit zwei Spielern, sondern der ganzen Mannschaft beschäftigen. So wie Werder mit dem ganzen HSV.“

Dass wir Werder weghauen – das zu sagen, fände ich von oben herab. Das ist nicht unser Ding. Nicht das, was wir beim HSV ausstrahlen wollen

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt vorm Derby HSV – Werder Bremen bei „kicker“-TV

Umgekehrt hat man dies in der Hansestadt Hamburg, wo HSV-Trainer Tim Walter Werder die Favoritenrolle zuschiebt, getan. Und erkannt, dass „Werder mit mehr Potenzial gespickt ist“ als die Truppe von Ole Werner – er und Tim Walter kennen sich aus Zeiten bei Holstein Kiel* – es beispielsweise im Hinspiel noch abgerufen habe. „Dass wir Werder weghauen – das zu sagen, fände ich von oben herab. Das ist nicht unser Ding. Nicht das, was wir beim HSV ausstrahlen wollen.“, so Boldt bei „kicker“-TV Vielmehr sei der HSV im Derby-Hinspiel gegen Werder Bremen „griffiger und entschlossener“ gewesen, aber er habe Respekt vor Werder: „Hut ab, was sie unter Ole Werner abrufen“, so Boldt.

Vorm Nordderby HSV – Werder Bremen: HSV-Sportvorstand Jonas Boldt redet Tim Walters Team stark

Dennoch: „Wir spielen auf Sieg und werden unser Spiel spielen. Das weiß der Gegner auch. Sie werden sich mit uns beschäftigen müssen“, sagt Jonas Boldt im Interview mit dem „kicker“ und ärgert sich, dass das Derby zwischen dem HSV und Werder Bremen „ein Sonntagnachmittag-Spiel ist. Das wäre ein klassisches Samstagabend-Spiel mit einer hohen Einschaltquote.“ Und dann wäre da ja noch die Frage, warum Jonas Boldt Werders Clemens Fritz widerspricht. Sie erinnern sich, liebe Leser: die Sache mit dem „wichtigsten Spiel.“

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

„Es ist das wichtigste Spiel, das wir vor der Brust haben, Da freuen wir uns auch drauf, Aber danach kommen noch sehr viele Spiele. Für uns sind es viele Spiele gegen Mannschaften aus der unteren Hälfte, die versuchen, in der Klasse zu bleiben. Aus dem Derby kann man etwas mitnehmen, aber ich würde das differenzieren“, so Boldt bei „kicker“-TV vor, Derby, bei dem es im Volksparkstadion endlich wieder Bier gibt und diese Werder-Aufstellung zu erwarten ist. Fehlt also nur noch der HSV-Sieg … * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare