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„Das ist meine Lebensaufgabe“: Warum sich Jonas Boldt klar zum HSV bekennt

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Von: Jan Knötzsch

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Seine Aufgabe ist nicht leicht: Jonas Boldt wird als HSV-Sportvorstand an Erfolgen gemessen. Die hat der Klub nicht immer. Trotzdem hat Boldt Bock auf den HSV.

Hamburg – Der Hamburger SV trägt seine Handschrift. Wie sollte das auch anders sein? Schließlich ist die Position, die Jonas Boldt beim HSV ausfüllt, nicht irgendeine. Der 40-Jährige arbeitet beim Zweitligisten bekanntlich als Sportvorstand, trifft also auf oberster Ebene die Entscheidungen und prägt das Bild, das der HSV öffentlich abgibt, entscheiden mit. Und das inzwischen schon ganz schön lange, wenn man sieht, wie schnell im Vergleich mancher Trainer beim Zweitligisten aus Hamburg seinen Job wieder los war.

Jonas Boldt sitzt schon seit dem 24. Mai 2019 im Sattel. Fest. Ganz fest sogar. Daran konnte auch ein zwischenzeitliches Millionen-Angebot aus Italien nichts ändern. Und so schnell soll sich daran, dass er in Hamburg zuhause ist und für den HSV arbeitet, auch weiterhin nichts ändern – sagt Jonas Boldt selbst. In einem Podcast hat der HSV-Sportvorstand jetzt quasi ein Liebes- und Treuebekenntnis zur Hansestadt Hamburg und dem Klub abgelegt.

Fußballfunktionär:Jonas Boldt
Geboren:19. Januar 1982 (Alter 40 Jahre) in Nürnberg
Posten beim HSV:Sportvorstand
Vertrag bis:30. Juni 2023

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt: Warum er trotz anderer Angebote in Hamburg geblieben ist

Dabei muss eines vorweggeschickt sein: Der Job, den Jonas Boldt beim HSV ausübt, ist nun wahrlich nicht der leichteste. Immer wieder gibt es Gegenwind, manchmal auch richtig viel Ärger – dann, wenn es sportlich beim HSV nicht läuft und Trainer fliegen. So wie beispielsweise in der vergangenen Saison der damalige HSV-Trainer Daniel Thioune, der interimsweise durch Horst Hrubesch ersetzt wurde, ehe Jonas Boldt und HSV-Sportdirektor Michael Mutzel dann die Idee hatten, Tim Walter zum neuen HSV-Coach zu machen. Auch diese Entscheidung wurde nicht unbedingt von allen begrüßt. Mehr als einmal gab es Kritik an Tim Walter, der Mannschaft und dem Spielsystem des HSV-Trainers.

Im Hintergrund HSV-Fans mit kleinen HSV-Fahnen. Im Vordergrund HSV-Sportvorstand Jonas Boldt und ein rotes Herz, in dem ein HSV-Logo zu sehen ist.
HSV-Sportvorstand Jonas Boldt gibt ein echtes Liebes- und Treuebekenntnis zum Zweitligisten aus Hamburg ab. (24hamburg.de-Montage) © Jan Hübner/KBS-Picture/YAY Images/imago

So schoss unter anderem TV-Experte und Ex-Trainer Peter Neururer mehrfach gegen Tim Walter. Martin Harnik kritisierte den HSV-Trainer gar vor laufenden TV-Kameras und geriet „auf Sendung“ bei Sport1 mit Tim Walter aneinander, der auch Sky-Reporter Torben Hoffmann im TV maßregelte. Ganz zu schweigen von den Verbal-Attacken von Ex-HSV-Torwart Frank Rost gegen Coach und Führungspersonal. Oder aber die wortreichen Ausraster von HSV-Investor Klaus-Michael Kühne und die ebenso deutlichen Worte von HSV-Legende Uwe Seeler, als es vor der Saison um HSV-Transfers ging.

Diesem bundesweiten Trend will HSV-Sportvorstand Jonas Boldt in Hamburg entgegenwirken

Kurzum: in Hamburg, wo der Wind eh schon frisch weht, bläst er einem im Volksparkstadion beim HSV noch einmal eine Spur heftiger um die Ohren. Vor allem immer dann, wenn es nicht so läuft, wie es die HSV-Fans sich wünschen, an die Sportdirektor Michael Mutzel zuletzt einen Appel gesendet hat. So kann das Arbeiten beim HSV, bei dem Michael Mutzel „richtig Bock“ aufs Derby gegen Werder Bremen hat und Sonny Kittel in besagtem Nordderby eine Serie beenden möchte, doch eigentlich gar nicht so viel Spaß machen, dass man ewig bleiben will. Oder etwas doch? Ja! Sagt zumindest Jonas Boldt – und der muss es ja wissen.

Ich kann das nicht garantieren, weil ich es nicht alleine entscheide, wie lange ich in Hamburg bin. Aber das ist mein Ziel.

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt über die Wahrscheinlichkeit, dass er noch sehr lange in Hamburg bleibt

Der Sportvorstand des HSV erklärt bei „Offensivspiel – der Podcast für Sport und Investment“, dass die Nachhaltigkeit im Management im deutschen Fußball zurückgegangen sei und führt Beispiele an: Rudi Völler hört bei Bayer Leverkusen auf, Uli Hoeneß habe sich beim FC Bayern München weiter zurückgezogen. In Mönchengladbach „hat Max Eberl nach ganz ganz langer Zeit aufgehört. Michael Zorc (Sportdirektor bei Borussia Dortmund, Anm. d Red.) gibt seinen Posten ab – das sind Charaktere, die ich ein Stück weit bewundert habe, weil sie immer für ihre Farben gekämpft haben“, sagt Jonas Boldt, der beim HSV mit der Frage konfrontiert ist, ob Giorgi Chakvetadze über den Sommer hinaus beim HSV bleibt.

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt verrät im Podcast, welche Ansprüche er an sich selbst hat

„Da gab es nie große Vereinswechsel“, konstatiert HSV-Sportvorstand Jonas Boldt im Gespräch bei „Offensivspiel – der Podcast für Sport und Investment“. Dass dies nun anders sei, „hat mit der aktuellen Situation im Fußball zu tun. Max Eberl ist da ein gutes Beispiel“, so Boldt mit Blick auf den Ex-Fußballer, der sich wegen Überlastung und daraus resultierenden physischen und psychischen Problemen (vorerst) aus dem Geschäft zurückgezogen hat. Er selbst, sagt Jonas Boldt, habe „den Antrieb, es anders zu sehen und als Führungskraft da zu sein. Ich kann das nicht garantieren, weil ich es nicht alleine entscheide, wie lange ich in Hamburg bin.“

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Er selbst wolle jedoch lange beim HSV bleiben, der das Derby gegen Werder Bremen jetzt vor 25.000 Zuschauern spielen darf. „Das ist mein Ziel. Deswegen ist meine Entscheidung auch auf Hamburg gefallen. Ich sehe es als lange Aufgabe, ein Stück weit ist das auch meine Lebensaufgabe“, erläutert Jonas Boldt und fügt hinzu: „Das ist auch der Grund, warum ich trotz Anfragen gesagt habe, ich möchte den Weg weitergehen.“ So lange er diese Chance sehe, „wird das von meiner Seite so sein. Wie lange das ist, kann ich nicht sagen.“

Aber seine Absicht „gegen den Trend anzukämpfen, ist sehr sehr hoch“, versichert Boldt. Beim HSV, der in der Statistik so gut wie der FC Liverpool ist, sei er noch lange nicht mit seiner Arbeit fertig. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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