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„Richtig Bock aufs Spiel“: Diese Lehren nimmt Mutzel mit ins Derby HSV – Werder

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Von: Jan Knötzsch

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Das Spiel des HSV gegen Sandhausen war nicht das berühmte Gelbe vom Ei. HSV-Sportdirektor Mutzel zieht dennoch einen Nutzen fürs Derby gegen Werder Bremen.

Hamburg – Es hat sich längst zu einer Konstante gemausert. Und das beim Hamburger SV, dem Kritiker doch so gerne die eben mangelnde Konstanz nachsagen – und damit auch begründen, warum der Verein aus dem Volksparkstadion erst ab- und in den drei Spielzeiten danach nicht mehr aus der Zweiten Liga zurück in die Bundesliga aufgestiegen ist. Konstant aber ist beim Zweitligisten aus der Hansestadt Hamburg, dass mit ein bisschen Abstand noch einmal auf das vorherige Spiel geschaut wird. Offen, ehrlich – und mit einem offiziellen Statement eines HSV-Verantwortlichen.

Nun ist dieses 1:1 des HSV gegen den SV Sandhausen vom vergangenen Spieltag weder Fisch noch Fleisch, wie es in der Redewendung so schön heißt. Nichts Halbes. Und auch nichts Ganzes. Doch Michael Mutzel sieht trotzdem etwas Positives im Remis vom 23. Spieltag. Wie das? Und was nimmt der Sportdirektor davon mit ins Derby gegen den SV Werder Bremen am Sonntag, 27. Februar 2022? 24hamburg.de verrät es.

Ex-Fußballspieler:Michael Mutzel
Geboren:27. September 1979 (Alter 42 Jahre), Memmingen
Vereine als aktiver Spieler im Herrenbereich:VfL Wolfsburg II, Karlsruher SC I und II, VfB Stuttgart I und II, Eintracht Frankfurt
Position beim HSV:Sportdirektor
Vertrag bis:30 Juni 2023

HSV-Sportdirektor Michael Mutzel hofft vorm Derby gegen Werder auf Fan-Unterstützung

Gerade erst hat Michael Mutzel in einem Appell um die Unterstützung der HSV-Fans gebeten. Tenor: Nur Seite an Seite, nur mit den Fans, könne der HSV im Kampf um den Aufstieg in die Erste Liga so lange mithalten, wie es nötig sei, um am Ende aus dem Zweitligisten aus Hamburg wieder einen Erstligisten zu machen. Ein kluger Schachzug Mutzels, den Schulterschluss mit der Anhängerschaft zu suchen, die von der Mannschaft von HSV-Trainer Tim Walter nicht immer mit berauschendem Fußball und entsprechenden Ergebnissen belohnt worden ist. Doch das ist längst Vergangenheit. Quasi vergeben und vergessen. Der HSV ist schließlich inzwischen statistisch besser als Bayern und der BVB.

Im Hintergrund HSV-Fans mit Fahnen auf der Tribüne in blau-weißem Rauch. Vorne HSV-Sportdirektor Michael Mutzel und das Werder Bremen-Logo.
HSV-Sportdirektor Michael Mutzel geht optimistisch ins Derby gegen Werder Bremen – trotz des 1:1-Remis zuletzt gegen den SV Sandhausen. (24hamburg.de-Montage) © Langer/Karina Hessland/imago

Noch viel besser: Der HSV liegt sogar auf einem Level mit dem FC Liverpool. Auch hier: statistisch betrachtet, versteht sich. Und überhaupt: Taugt diese Zahlenwelt überhaupt zu Prognosen? Auf der einen Seite führt der Hamburger SV diverse Zweitliga-Statistiken an, auf der anderen aber ist die Aufstiegswahrscheinlichkeit des HSV gering wie nie. Ja, was denn nun? Am besten einfach Punkte holen und am Ende abrechnen. Doch das – siehe das Spiel gegen den SV Sandhausen – gelingt dem HSV, bei dem Torwart Daniel Heuer Fernandes bereits heiß aufs Derby gegen Werder Bremen ist und bei dem für die HSV-Fans noch Hoffnung auf Derby-Tickets besteht, nicht immer optimal.

Nur 1:1 gegen Sandhausen: Diese positiven Aspekte sieht Michael Mutzel trotz des Remis vorm Derby des HSV gegen Bremen

Aber: Michael Mutzel wehrt sich in der Medienrunde im Nachgang des Sandhausen-Spiels – selbige ist jene eingangs erwähnte, nach jedem Spieltag wiederkehrende, Konstante – dagegen, nach dem 1:1 alles zu verteufeln und vor dem HSV-Derby gegen Werder Bremen in Schwarzmalerei zu verfallen. „Das Ergebnis ist außer Frage nicht zufriedenstellend. Besonders die erste Hälfte war nicht so, wie wir sie uns vorgestellt haben. Wir haben schlichtweg viel zu viele Fehler gemacht, hatten zu wenig Mut im eigenen Spiel und waren unterm Strich zu passiv“, stellt Mutzel zwar die negativen Aspekte heraus, sagt aber vorm Derby des HSV gegen Werder auch: „Das Positive war dann die Reaktion darauf.“

In der Halbzeit des Sandhausen-Spiels habe HSV-Trainer Tim Walter, „mit seiner Ansprache und den Wechseln richtig gute Sachen gemacht, sodass die Mannschaft die Kurve gekriegt hat. Das bleibt für uns hängen. Die Mannschaft ist nicht weggebrochen, sondern zurückgekommen. Daher möchte ich nicht von einem Rückschritt sprechen.“ Entsprechend ist für Michael Mutzel vorm Kräftemessen des HSV im Nordderby mit Werder Bremen – beide buhlen auf dem Transfermarkt um ein Abwehrtalent von RB Leipzig – klar, dass das, was hängen bleibt, positiver Natur ist. Und gegen Werder im Nordderby helfen kann: „Es ist toll zu sehen, wenn eine so junge Mannschaft den richtigen Hebel findet, um ins Spiel zurückzufinden.“

Vorm Derby: Was Sportdirektor Michael Mutzel über das HSV-Duell mit Werder Bremen genau sagt

Ins Spiel zurückfinden zu müssen – das ist etwas, was dem HSV im Derby gegen Werder Bremen am besten gar nicht passieren soll. „Jeder weiß, dass das ein anderes Spiel wird“, sagt Michael Mutzel vor dem Spiel, bei dem der HSV lange hoffte, noch vor dem Pokalknaller gegen Karlsruhe nach Möglichkeit schon mehr als 10.000 Zuschauer ins Stadion lassen zu dürfen. Bis dato ist dies wegen der Coronavirus-Pandemie die Obergrenze. Jetzt hat der Senat den HSV-Wunsch nach mehr Zuschauern erfüllt.

Doch zurück zum Sportlichen: „Es war in der Hinrunde schon ein attraktives Spiel von zwei Mannschaften, die gern den Ball haben. Wir haben ein Heimspiel, eine gute Phase im Moment und ewig lang nicht mehr verloren“, sieht Michael Mutzel im Derby Vorteile für den HSV gegen Werder Bremen.

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Auch wenn nach dem Remis gegen Sandhausen zunächst „noch die Aufarbeitung und die Analyse dieser“ im Vordergrund gestanden habe, wie Mutzel sagt, liege der Fokus nun auf dem Derby gegen Werder Bremen: „Wir freuen uns alle auf dieses Spiel“, konstatiert Mutzel und gibt sich kämpferisch, nicht nur Lehren aus dem Sandhausen-Spiel mit ins Spiel gegen Werder, sondern auch Punkte aus dem Nordderby gegen Bremen mitzunehmen: „Wir haben richtig Bock auf das Spiel. Derbys will man immer gewinnen. Wir haben gemerkt, wie uns der Derbysieg gegen den FC St. Pauli nach vorne gebracht hat. Wir wollen nochmal einen Push mitnehmen“, sagte Mutzel der BILD-Zeitung. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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