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HSV: Aufstiegs-Duell – beim VfL Bochum die Ladehemmung ablegen

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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Der HSV bleibt gegen Kiel weiter sieglos. Die Leistung des Thioune-Teams sollte den Fans aber Hoffnung für das Gastspiel bei Tabellenführer VfL Bochum machen.

Hamburg – Der Kiel-Fluch hat wieder zugeschlagen. Im Topspiel der Zweiten Bundesliga am 8. März gelang dem Hamburger SV gegen Holstein Kiel erneut kein Sieg – die Partie endete mit einem Remis. Es ist wie verhext, gegen Kiel können die Hamburger einfach nicht gewinnen. Dabei waren die Chancen diesmal zahlreich und die Rothosen den Störchen spielerisch deutlich überlegen. Trotzdem kam der HSV im ersten Topsiel der Woche nicht über ein 1:1 hinaus. Warum das Spiel trotzdem Mut auf die nächste Herausforderung gegen den VfL Bochum macht.

Fußballverein:Hamburger SV
Gründung:29. September 1887
Stadion:Volksparkstadion
Kapazität:57.000
Cheftrainer:Daniel Thioune

HSV: Spielstarke Rothosen scheitern am Pfosten – wie so oft

Chancen hatte der Hamburger SV im Topspiel zur Genüge. Allein Verteidiger Josha Vagnoman, der im Spiel gegen Kiel den rot-gesperrten Tim Leibold als Linksverteidiger ersetze, hatte mindestens zwei Mega-Chancen auf dem Kopf. Einmal scheiterte er aus nächster Nähe am Pfosten. Nicht das erste Mal, dass das Aluminium den Gegner der Rothosen vor einem Tor rettete. Laut Bundesliga.de liegt der HSV auf Platz drei der Teams mit den meisten Latten- oder Pfostentreffern in der Zweiten Bundesliga. Neunmal bewahrte das Torgestänge den Gegner vor einem Treffer des HSV. Nur Greuther Fürth (14) und der Karlsruher SC (10) hatten mehr Pech.

Weiter sieglos gegen Holstein Kiel: Dem HSV gelang im Topspiel nur ein 1:1. (24hamburg.de-Montage)

Aber es war nicht nur die Chance von Vagnoman in der 31. Minute, die dem HSV den Sieg hätten einbringen können. Nein, auch Hunt (17. Minute), Kittel (20. & 53. Minute), Vagnoman (41. Minute), Simon Terodde (49. & 73. Minute), Jeremy Dudziak (59. Minute) und der eingewechselte Manuel Wintzheimer (77. Minute) hätten für den HSV treffen können – oder sogar müssen. So war nur Terodde erfolgreich. Und weil zuvor Kiels Jae-sung Lee, der übrigens ein heißer Wechselkandidat beim HSV ist, schon in der siebten Minute per Kopf für die Kieler traf, endete das erste Topspiel der Woche für das Team von Trainer Daniel Thioune nur 1:1.

HSV zurück im Aufstiegskampf: Trotz Remis haben die Rothosen viel gewonnen

Zwar konnte der HSV seinem Konkurrenten Kiel so am Ende nur einen Punkt entreißen, doch die Rothosen kletterten in der Tabelle dennoch einen Rang nach oben. Der Punkt und die bessere Tordifferenz ließen sie an Greuther Fürth vorbeiziehen. Und so hatte das ärgerliche Remis wenigstens zur Folge, dass der HSV sich zumindest weiter die Chance auf den Relegationsplatz drei sichert. Aber das Spiel macht Hoffnung auf viel mehr. Denn wie das Team von der Elbe agierte, war bundesligareif – nur die Chancenverwertung passte nicht. Besonders der oft kritisierte Sonny Kittel spielte einen richtig feinen Fußball – jede Flanke kam beim Mitspieler an.

Und auch Ersatz-Linksverteidiger Josha Vagnoman lieferte eine richtig starke Partie ab. Daniel Thioune hatte vor der Partie auch das Mittelfeld umgebaut. Weil Moritz Heyer den schwachen Gideon Jung in der Innenverteidigung ersetze, holte der Coach Aaron Hunt zurück in die Zentrale des HSV. Und der Plan ging auf. Aaron Hunt, der Routinier, fiel auf dem Platz überwiegend durch kluge Pässe und Kombinationen auf. Der Hamburger SV spielte einen Fußball, der ansehnlich war und der Auftritt zählte sicher zu den besten der Saison.

Auch die Defensive machte einen ordentlichen Job. Moritz Heyer und Abwehrmaschine Stephan Ambrosius räumten fast alles ab, was ihnen in die Quere kam. Lediglich beim Tor der Kieler ließ Jan Gyamerah Angreifer Lee laufen. Besonders beachtlich, mit welcher Ruhe und Besonnenheit Stephan Ambrosius die Hamburger Defensive anführt. Schon früh im Spiel sah der Verteidiger eine umstrittene Gelbe Karte. Trotz Verwarnung spielte er ruhig weiter, erlaubte sich keinen Fehler und baute das Spiel immer von hinten aus auf. Und all das zusammen, ist es, was dem HSV Mut machen darf vor dem schweren Spiel in Bochum. Denn wenn die Thioune-Truppe so weiterspielt, dann kehrt sicherlich auch irgendwann das Glück zurück. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Schwarz/imago images

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