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HSV-Vorstand Thomas Wüstefeld: Der Finanz-Boss, der mit den Millionen jongliert

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Von: Jan Knötzsch

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Thomas Wüstefeld begann beim HSV als Chef des Aufsichtsrats. Nun ist er Finanzboss und zugleich Marketing-Vorstand des Volkspark-Clubs. Wer ist er, wie tickt er?

Hamburg – Am Anfang stand so etwas wie ein Missverständnis: „Ich wurde in blau-weißer Bettwäsche geboren“, erklärte Dr. Thomas Wüstefeld, als das mediale Interesse an seiner Person in Zusammenhang mit dem Hamburger SV zunahm. Doch es war mitnichten so, dass der Mann, der später zum HSV-Finanzvorstand aufsteigen sollte, schon als kleiner Junge in Bettwäsche des HSV seine Nächte zugebracht hat. Vielmehr schlief Thomas Wüstefeld in FC-Schalke 04-Bettwäsche. Schuld daran? Der Vater des HSV-Vorstandes.

Der nämlich war Schalke-Fan, konnte seinem Sohn die Vorliebe für den Club aus dem Ruhrgebiet aber nicht so ganz mit ins weitere Leben geben. Wegen einer Großtante von Dr. Thomas Wüstefeld aus Hamburg-Altona. Die nahm den kleinen „Tommy“ im Alter von sechs Jahren mit ins Volksparkstadion. Und schon war es um ihn geschehen. „Seit meiner Kindheit trage ich die Raute im Herzen“, so Wüstefeld einst anlässlich seines Wechsels in die Rolle als HSV-Finanzvorstand.

Fußballfunktionär:Dr. Thomas Wüstefeld
Geboren:20. Dezember 1968 in Göttingen
Amt beim HSV:Finanzvorstand
Beim HSV seit:2021

Finanzvorstand Thomas Wüstefeld entdeckte früh seine Liebe zum HSV - seine Großtante war der Auslöser

Apropos Kindheit: Die verlebte Thomas Wüstefeld nicht in der Hansestadt Hamburg, sondern in Niedersachsen. Dort wurde Wüstefeld am 20. Dezember 1968 in Göttingen geboren. Seine Liebe zum Fußball fand der spätere HSV-Finanzvorstand allerdings nicht erst mit der Schalke-Bettwäsche oder aber durch den Stadionbesuch mit seiner Tante im Volksparkstadion. Denn schon bevor sich die Wege des HSV und die von Wüstefeld das erste Mal kreuzten, hatte dieser gegen den Ball getreten: Im Alter von vier Jahren schnürte er seine Fußballschuhe für Arminia Fuhrbach (Landkreis Göttingen).

HSV-Finanzvorstand Dr. Thomas Wüstefeld jubelt nach einem Erfolg des Hamburger SV im Stadion auf dem Rasen.
HSV-Finanzvorstand Dr. Thomas Wüstefeld jubelt schon seit seiner Kindheit für den Verein aus dem Volksparkstadion. © Philipp Szyza/imago

Zeitsprung ins Jahr 2021: Mit seiner Firma CaLeJo GmbH übernahm Thomas Wüstefeld im Oktober 5,11 Prozent Anteile an der HSV Fußball-AG von Investor Klaus-Michael Kühne. Milliardär Kühne blieb weiter mit 15,33 Prozent an der AG beteiligt, größter Anteilseigner ist nach wie vor der Gesamtverein mit mehr als 75 Prozent. Nur einen Monat später, im November 2022, wurde der Medizin-Unternehmer („sanaGroup“) dann zum Vorsitzenden des HSV-Aufsichtsrates. Er folgte damit auf HSV-Präsident Marcell Jansen. Doch die Aufgabe als Chef des Aufsichtsgremiums beim HSV gab Wüstefeld bereits wenig später wieder ab. Im Januar 2022, um genau zu sein. Von da an rückte Thomas Wüstefeld in den HSV-Vorstand auf.

Thomas Wüstefeld: Unternehmer wurde vom Aufsichtsratschef beim HSV zum Finanzvorstand

Dort wurde Wüstefeld Nachfolger von HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein, der seinen Posten ohnehin im Sommer 2022 zur Verfügung stellen wollte. Wüstefeld sorgte bei seinem Amtsantritt damit für Schlagzeilen, dass er seinen Vorstandsjob beim HSV ein Jahr lang ohne Gehalt ausführen wolle. Danach, so die damalige Ankündigung von Thomas Wüstefeld, wolle er wieder in den Aufsichtsrat zurückkehren. In diesem Jahr sollten seine Kontakte in die Wirtschaft und die Politik in der Hansestadt Hamburg zugunsten des HSV genutzt werden, erklärte der Unternehmer damals mit Blick auf seinen neuen Posten und machte sich direkt an die Arbeit: Im Winter-Trainingslager lernte er das Team um HSV-Trainer Tim Walter kennen und tauchte seitdem regelmäßig auf. Nicht nur bei Spielen, sondern auch in den Schlagzeilen.

Und das nicht immer im positiven Sinne: Im September 2022 wurde bekannt, dass ein Hauptsponsor dem HSV den Rücken kehren werde. Der Rückzug soll im Zusammenhang mit dem Wirken von Thomas Wüstefeld stehen, der nicht nur eine Vision von einem 200-Millionen-Euro-Umbau für das HSV-Stadion hat, für den er den Star-Architekten Hadi Teherani gewinnen konnte, sondern auch anderweitig auffiel: Das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtete über Millionenklagen wegen Betrugs und Untreue gegen den Unternehmer. Zudem gab es Vorwürfe, dass Wüstefeld illegal Arzneimittel verscherbelt habe.

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