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HSV verpasst Sieg: Kittel verschießt Elfmeter – dann gleicht Kaiserslautern aus

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Von: Jan Knötzsch

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Der HSV muss das Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern mit einer Ernüchterung beenden. Nach dem 1:0 verpasst das Walter-Team das 2:0 – und kassiert das 1:1.

Hamburg – Es ist eine Partie, die es schon etliche Male gegeben hat – allerdings immer nur in der Ersten Bundesliga. Dort standen sich der Hamburger SV und der 1. FC Kaiserslautern als Traditionsvereine immer und immer wieder gegenüber. Dass der Club aus dem Volksparkstadion und die „Roten Teufel“ die Klingen in der Zweiten Bundesliga kreuzten – diesen Fall hatte es bislang nicht gegeben. Auf dem Weg, der den HSV und Trainer Tim Walter in dieser Saison nach diversen vergeblichen Versuchen zurück in die Erste Liga führen soll, erlebte der HSV nun eine nur beinahe geglückte Premiere:

Der Zweitligist aus der Hansestadt Hamburg musste sich am Samstagabend, 8. Oktober 2022, mit einem 1:1 begnügen, statt drei Punkte zu behalten, die er bis in die Schlussphase des Spiels in der Hand hatte.

Fußballspiel:Hamburger SV – 1. FC Kaiserslautern
Ergebnis (in Klammern Halbzeitstand):1:1 (1:0)
Torschützen:1:0 Glatzel (24.), 1:1 Lobinger (82.)
Zuschauer:57.000 (ausverkauft)

HSV hat im Spiel gegen Kaiserslautern mehr Ballbesitz – muss aber bis zur 24. Minute auf die Führung warten

Beim Kräftemessen des HSV mit dem Gast aus Kaiserslautern erwischte die Equipe aus Hamburg, bei der Stammtorwart Daniel Heuer Fernandes wegen Magen-Darm-Problemen ebenso nicht im Kader stand wie Tim Leibold (Zerrung), vor den 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion den besseren Start der beiden Kontrahenten. Allerdings mussten die Kicker von HSV-Coach Tim Walter, bei denen Matteo Raab anstatt von Heuer Fernandes zwsischen den Pfosten stand und damit ausgerechnet gegen seinen vorherigen Verein seine Zweitliga-Premiere feierte, 24 Minuten lang warten, ehe sich dies auch in Zahlen bemerkbar machte. Dann aber war Robert Glatzel zur Stelle.

HSV-Mittelfeldspieler Sonny Kittel verschießt im Heimspiel gegen Kaiserslautern einen Elfmeter.
Pechvogel: Sonny Kittel vergab gegen Kaiserslautern das 2:0 für den HSV, der danach die Quittung für den Fehlschuss erhielt. © Jan Huebner/imago

Nachdem der HSV bis dahin keinen Profit aus der Tatsache schlagen konnte, dass er mehr Ballbesitz hatte, flankte Sonny Kittel in jener 24. Minute aus dem linken Halbfeld in den Strafraum. Kaiserslauterns Torhüter Andreas Luthe wehrte den Ball nach rechts ab, wo Glatzel den Ball bekam und ihn mit seinem Knie in Richtung des Kaiserslauterner Tore bugsierte. Luthe berührte den Ball noch – doch erst dadurch lenkte der Schlussmann der Gäste das runde Leder endgültig über die Linie und die Führung, mit der der HSV, der in der Energiekrise ein Zeichen setzt und spart, in die Pause ging, war perfekt.

HSV vergibt zweiten Treffer durch Kittels Fehlschuss vom Elfmeterpunkt – Kaiserlautern gleicht aus

Nach dem Seitenwechsel starteten beide Mannschaften unverändert in den zweiten Durchgang. Und der begann mit der großen Chance für den 1. FC Kaiserslautern, den 0:1-Rückstand auszugleichen: HSV-Kicker Moritz Heyer rutschte weg, Terrence Boyd zog mit dem ball am Fuß auf und davon, schob die Kugel im Abschluss dann aber knapp rechts am Tor von HSV-Torhüter Matteo Raab vorbei. Und auch die zweite große Chance auf den Ausgleichstreffer zum 1:1 ließ Kaiserslautern ungenutzt verstreichen, als Kenny Prince Redondo nach 63 Minuten aus rund sechs Metern den Ball links am Tor des HSV vorbeischoss.

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Der HSV verpasste es danach zweimal, den berühmten sprichwörtlichen Sack zuzumachen. Zunächst, als Laszlo Benes nach einem Zuspiel von Sebastian Schonlau an Luthe scheiterte, statt in die Mitte auf seinen komplett blank stehenden Teamkollegen Ludovit Reis abzulegen (70.). Dann, als Reis nach 75 Minuten für Glatzel auflegte, dieser aber seinen Meister im glänzend reagierenden FCK-„Goalie“ Luthe fand. Und so kam es, wies für den gastgebenden HSV irgendwie fast schon kommen musste: Nach 81 Minuten vergab Sonny Kittel vom Elfmeterpunkt, als er an Luthe scheiterte und nur eine Minute danach traf Kaiserslautern durch Lex Tyger Lobinger, der eine Redondo-Flanke verwertete, zum 1:1-Ausgleich.

Auch sieben Minuten Nachspielzeit bringen den HSV gegen Kaiserslautern nicht mehr zum Sieg

Beinahe aber hätte der HSV auf diesen Treffer schnell geantwortet, doch einen Schuss von Anssi Suhonen wehrte FCK-Schlussmann Luthe in der ersten Minute der Nachspielzeit ab. Sechs weitere sollten folgen – weil das Spiel zwischen dem HSV und dem 1. FC Kaiserslautern zu Beginn der zweiten Hälfte nach 48 Minuten unterbrochen werden musste, nachdem im Gästeblock reichlich Pyrotechnik gezündet worden war und für Nebel gesorgt hatte, der kurzfristig ein Weiterspielen unmöglich gemacht hatte. Doch auch die „Overtime“ brachte dem HSV nicht mehr den gewünschten Erfolg.

Immerhin: Trotz des Unentschiedens bleibt der HSV Tabellenführer in der Zweiten Bundesliga.

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