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HSV-Ultras: „Rückkehr ins Stadion nicht vorstellbar“

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Von: Robin Dittrich

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Sie sind ein wichtiger Bestandteil eines jeden Fußballstadions – Ultras. Die des HSV waren schon 20 Monate nicht mehr im Stadion. Und sie bleiben fern.

Hamburg –Am heutigen Sonntag um 13:30 Uhr kommt es für den Hamburger SV zum Hinrunden-Abschluss gegen Hansa Rostock. Die Rothosen wollen im eigenen Volksparkstadion noch einmal zeigen, dass sie in Hamburg sportlich nicht so klar hinter dem FC St. Pauli sind, wie es die Tabelle aussehen lässt. Es könnte ein heikles Spiel werden. Aktuell ist noch nicht absehbar, ob Hansa Rostock aufgrund der Debatte um Bakery Jatta Einspruch gegen das Ergebnis einlegen wird.
Gegen den Rechtsaußen der Rothosen wurde anklage erhoben – er soll seine Identität gefälscht haben.

Es werden 15.000 Fans erwartet – mehr darf der HSV durch neue Corona-Bestimmungen nicht ins Stadion lassen. Nicht dabei sein werden die Ultras der Hamburger. Zumindest nicht als geschlossene Gruppe. Sie lehnten die Rückkehr auf die Nordtribüne in einem offenen Brief erneut ab.

Fußballverein:Hamburger SV
Fußballstadion:Volksparkstadion, 57.000 Plätze
Ultra-Gruppe:Castaways
Nächster Gegner:Hansa Rostock

Seit 20 Monaten lehnt die Ultra-Gruppierung „Castaways“ eine Rückkehr ins Volksparkstadion ab

Dass im Volksparkstadion eine andere Stimmung als noch 2019 herrscht, ist den meisten HSV-Fans schon aufgefallen. Pfiffe und Jubel wechseln sich in regelmäßigen Abständen ab – auch zum Unmut von Trainer Tim Walter. Der Auftritt auf den Rängen wirkt unorganisierter – und das ist er auch. Schon seit 20 Monaten gab es keinen organisierten Support der HSV-Ultras. „So gern wir hier einen für alle zufriedenstellenden Weg zurück ins Stadion aufgezeigt hätten, wir haben ihn im Augenblick noch nicht gefunden“ sagte die größte HSV-Ultra-Gruppierung „Castaways“ in einem offenen Brief.

Auf der linken Seite ist eine leere HSV-Tribüne zu sehen. Rechts, durch einen weißen Streifen vom linken Bild getrennt, ist die Nordtribüne inklusive der Ultra-Gruppierung „Castaways“.
HSV-Ultras „Castaways“ lehnen Rückkehr ins Volksparkstadion ab © Oliver Ruhnke/Imago

Die Gruppe ist unzufrieden mit den Corona-Maßnahmen innerhalb des Stadions. Momentan gilt noch 2G im Volkspark. Unter bestimmten Voraussetzungen würden sie eine Rückkehr erwägen, aktuell ist das jedoch keine Option: „So lange die Lage so beschissen bleibt wie jetzt, ist eine organisierte und geschlossene Rückkehr als Gruppe ins Stadion nicht vorstellbar.“ Es ist ein klares Statement. Dass sie unbedingt ins Stadion zurückkehren möchten, wird in jedem Satz des offenen Briefes deutlich – aber nicht um jeden Preis. Sie werfen insbesondere der Politik Planlosigkeit und fehlende Weitsicht vor.

Die Zustände im Volksparkstadion machen die Castaways wütend

„Es gab viele Momente, in denen wir die Mannschaft gern so unterstützt hätten“ sagten die HSV-Ultras deutlich. In ihrer Abwesenheit machten sie einige Zustände im Stadion besonders wütend, die sie an ihrem Boykott zweifeln ließen: „Rassismus, Becherwürfe und andere Scheiße sind im Stadion nicht willkommen“. Damit sind wohl unter anderem die Anfeindungen gegen Ex-HSV-Spieler Khaled Narey gemeint. Der 27-Jährige wurde bei seiner Rückkehr ins Volksparkstadion im Trikot von Fortuna Düsseldorf rassistisch beleidigt und mit Bechern beworfen.

Bleibt einfach zuhause!

HSV-Ultras „Castaways“ sind wütend auf die Rassisten und Becherwerfer in den eigenen Reihen.

Dabei wollte der HSV nicht mit Narey verlängern. Trotzdem nahmen die Fans der Hamburger ihm den Wechsel übel und pfiffen ihn aus – eine solche Aktion hätte es bei Anwesenheit der Ultras womöglich nicht gegeben. Das Apell der Castaways an solche Zuschauer ist klar: „Bleibt einfach zuhause!“ Das werden die Castaways auch tun – zumindest als ganze Gruppe. Es ist niemandem untersagt, ins Stadion zu gehen, es wird nur keinen organisierten Support geben. Die nächste Alidou-Show könnten sie damit live verpassen.

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Wann die Ultras ins Volksparkstadion zurückkehren, lassen sie völlig offen. Daran kann erst gedacht werden, „sobald Entspannung in Sicht ist.“ Zumindest von zu Hause bekundeten alle HSV-Fans ihren Support für Bakery Jatta. Die Ultras sind also für ihre Spieler da – momentan eben nur nicht im Stadion. Es lässt sich hoffen, dass sich das bald wieder ändert. Der HSV braucht seine Ultras. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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