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Zu wenig Geld: Muss Trainer Tim Walter alle HSV-Transfergerüchte abhaken?

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Von: Jan Knötzsch

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HSV-Trainer Tim Walter will neue Spieler. HSV-Vorstand Jonas Boldt auch. Aber das Geld fehlt. Und an anderer Stelle wird‘s auch benötigt. Was passiert?

Hamburg – Es ist der ewig gleiche Film. Zwar lautet dessen Titel nicht „Spiel mir das Lied“ vom Tod“ – so weit ist es beim HSV doch noch nicht. Aber zumindest hat das Ganze etwas von „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Denn es wiederholt sich einfach alles. Immer dann, wenn es darum geht, welche HSV-Transfergerüchte sich denn nach dem Start in die neue Saison in der Zweiten Liga beim Club aus dem Volksparkstadion noch erfüllen und in Realität verwandeln lassen. Ein Schauspiel, das es zudem in diesem Sommer so auch nicht zum ersten Mal gibt.

Der Hintergrund ist in der Hansestadt Hamburg inzwischen so hinlänglich bekannt wie der Tod von Uwe Seeler, bei dem noch offen ist, wie „Uns Uwe“ nach seinem Ableben in Hamburg gewürdigt wird. Ebenso offen aber wie die Antwort auf die Frage, wo Seeler beerdigt wird und wann es für die HSV-Legende eine Trauerfeier gibt, ist in Hamburg die Frage: Was passiert in Sachen HSV-Transfergerüchte bis zum 31. August noch? Bekommt HSV-Trainer Tim Walter keinen Neuen mehr?

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887
Vereinsfarben:Blau-Weiß-Schwarz
Mitglieder:86.971

HSV-Transfergerüchte: Jonas Boldt und Tim Walter müssen warten – das ist der aktuelle Stand der Dinge

Die Ausgangslage ist bekannt: HSV-Sportvorstand Jonas Boldt möchte die HSV-Equipe gerne personell noch weiter verstärken. Auch die Positionen, auf denen der Zweitligist aus HSV-Transfergerüchten HSV-News machen will, sind klar definiert: im Sturm und auf der Rechtsverteidiger-Position benötigt der Kader der Rothosen noch eine Blutauffrischung. Die Kandidaten sind sogar schon auserkoren: Als neuer HSV-Rechtsverteidiger wurde Jelle Bataille gehandelt. Und auch an Alfons Sampsted soll der HSV Interesse haben. In Sachen Stürmer liegt ein HSV-Augenmerk offenbar auf Manuel de Luca, zudem wird über eine HSV-Rückkehr von Joel Pohjanpalo spekuliert. Pohjanpalo und de Luca sind auch Bestandteile der Diskussionen um die Zukunft von HSV-Talent Robin Meißner.

Im Hintergrund das leere Volksparkstadion. Davor HSV-Trainer Tim Walter und eine mit Geld gefüllte Sporttasche.
Keine Kohle für Neuzugänge da? HSV-Trainer Tim Walter ist aktuell der Leidtragende und muss abwarten. (24hamburg.de-Montage) © Oliver Ruhnke/Zink/R.Seidel Imagery/imago

Der darf derzeit (noch) nicht weg, obwohl es HSV-Transfergerüchte um Robin Meißner gibt und Viktoria Köln ihn gerne hätte – zumindest leihweise. „Das stimmt. Jeder weiß, wie die Situation ist“, hat HSV-Trainer Tim Walter unlängst sogar offiziell bestätigt, dass erst eine Alternative zu Tor-Torjäger Robert Glatzel her muss, ehe Meißner weg darf. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Geld hat der HSV wie in all den Jahren bekanntlich nicht im Überfluss – gerade das sorgt dafür, dass die HSV-Transfergerüchte in den letzten Tagen doch etwas weniger geworden sind. Durch den Verkauf von Josha Vagnoman an den VfB Stuttgart hat der HSV zwar Kohle generiert, aber an anderer Stelle drückt der Schuh, sodass das Geld wohl eher dahin fließt.

HSV-Transfergerüchte: Investitionsstopp durch den Aufsichtsrat? Trainer Tim Walter hofft auf Geld aus anderen Quellen

Wie schlimm die Kohle-Krise beim HSV ist, zeigt ein Bericht der Bild-Zeitung aus der Woche von Uwe Seelers Tod. Dort heißt es, dass der HSV-Aufsichtsrat um Präsident Marcell Jansen vorerst einen Investitionsstopp verhängt hat. Soll heißen: Sowohl die Arbeitspapiere der beiden HSV-Vorstände Jonas Boldt und Thomas Wüstefeld werden vorerst einmal nicht verlängert, auch die vorzeitige Verlängerung mit HSV-Trainer Tim Walter rückt erstmal wieder weiter weg. Doch Walter will Verstärkungen. Auch wenn er weiß, dass das Geld knapper als knapp zu sein scheint – und es nur allzu gut wäre, wenn der FC Liverpool durch einen Kauf von Amadou Onana Kohle für den HSV generieren würde. Oder aber ein anderer Verein.

„Wenn irgendjemand Bock hat, uns irgendwie zu helfen, oder aus anderen Quellen Geld kommt, wäre es nicht schlecht. Es ist ja noch eine Weile, bis Transferschluss ist. Vielleicht ändert sich ja bis dahin noch etwas. Es ist ganz klar, dass man immer Spieler gebrauchen kann, die uns in der Spitze verbessern“, hat HSV-Trainer Walter zuletzt in einer Medienrunde gesagt, als es um die HSV-Transfergerüchte ging. Die harte Entscheidung des Aufsichtsrats lässt das erstmal nicht zu. Muss etwa doch HSV-Investor Klaus-Michael Kühne seine Schatulle wieder öffnen und dem HSV, den er gerne mal für Transfers kritisiert, den einen oder anderen Geldschein zuspielen, damit der HSV seiner Rolle als einer der Favoriten in der Zweiten Liga gerecht werden kann?

HSV-Transfergerüchte: Stadionrenovierung verschlingt Geld ohne Ende – muss Trainer Tim Walter drunter leiden?

Ändern – oder aber im Jargon der Kühne-Kritiker formuliert: verhindern – könnte dies der HSV-Vorstand. Wie? Nun, wie die Bild berichtet, geht es um die Finanzplanung, für die Thomas Wüstefeld verantwortlich ist. Dieser hat, so berichtet Bild, den Räten jetzt drei unterschiedliche Varianten vorgelegt: Für eine Saison ohne Corona-bedingte Zuschauer-Begrenzungen, mit Corona-Einschränkungen und für den Fall des Aufstiegs, bei dem Prämien fällig werden. Der Aufsichtsrat soll die Zahlen prüfen, dann werden Fragen auftreten und müssen erst beantwortet werden, ehe wieder über die Realisierung von HSV-Transfergerüchten gesprochen werden kann. Und selbst dann bleibt die Kasse des HSV knapp.

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Oder besser gesagt: An anderer Stelle muss investiert werden. Das Volksparkstadion muss saniert werden, weil sonst der Ausfall von HSV-Spielen und die Schließung drohen. Es muss für die EM 2024 quasi fit gemacht werden. Kosten alles in allem: etwa 40 Millionen Euro. Die 23,5 Millionen Euro, die der HSV von der Stadt für das Stadiongrundstück erhalten hatte, sind aufgebraucht. „Das Geld, das im Juli 2021 überwiesen wurde, steht in der Form nicht mehr zur Verfügung, weil die Kollegen vor mir es für den operativen Geschäftsbetrieb ausgegeben haben“, erklärt Wüstefeld laut Abendblatt.

Zudem hat der HSV schon etliche Millionen ins neue HSV-Team investiert – inklusive der Verlängerungen und Käufe von Mario Vuskovic und Miro Muheim. Gut möglich also, dass HSV-Trainer Tim Walter auf weitere Neuzugänge warten muss, bis zum letzten Transfertag. Oder aber eben keine mehr bekommt.

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