Ausgemustert, aber (noch) nicht weg

HSV-Transfergerüchte: Sitzt Leistner Vertrag aus oder greift neuer Klub zu?

  • Jan Knötzsch
    VonJan Knötzsch
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Für den HSV wird Toni Leistner in der Zweiten Liga nach seiner Freistellung nicht mehr auflaufen. Aber was passiert mit ihm? HSV-Transfergerüchte sind bisher rar.

Hamburg – Seine Zukunft ist geklärt. Und dann irgendwie doch wieder nicht. Beim Hamburger SV wird Toni Leistner nicht mehr für die Profi-Mannschaft spielen, die in der Zweiten Bundesliga wieder mal um den Aufstieg kämpft und – nett formuliert – durchwachsen in die Saison gestartet ist. Soviel steht nach der Freistellung des 31-Jährigen fest. Mehr dann aber auch nicht.

Was wird der „Oldie“ nach dem großen Instagram-Zoff machen? Welcher Verein macht bei ihm aus einem HSV-Transfergerücht einen Neuzugang ? Oder muss der HSV ihn am Ende sogar fürs Nichtstun bezahlen?

Fußballspieler:Toni Leistner
Geboren:19. August 1990 (Alter: 31 Jahre) in Dresden
Position:Innenverteidiger
HSV-Vetrag bis:30. Juni 2022
Marktwert:1,0 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de)

HSV-Transfergerüchte: Toni Leistner prüft wohl juristische Schritte gegen Freistellung – er will Instagram-Nachricht nicht geschrieben haben

Fest steht: Für Toni Leistner ist seine Zeit in der Hansestadt Hamburg noch nicht beendet. Diesen Schluss lässt zumindest das Auftreten des Abwehrspielers, der seinen Stammplatz an Youngster Jonas David verloren hat, zu. Toni Leistner wollte sich nicht mit seiner Position als Reservist im Kader von HSV-Trainer Tim Walter anfreunden, trainierte lustlos. „Ich verstehe, wenn ein Spieler mit seiner Rolle nicht zufrieden ist. Trotzdem bin ich Teil einer Mannschaft. Wenn ich nicht spiele, muss ich das im Training zeigen und mit einem gewissen Elan und einer Vorbildfunktion vorangehen“, so der HSV-Trainer über den Mann, zu dem es bislang noch kein so richtiges HSV-Transfergerücht gibt.

Findet sich für Toni Leistner kein Abnehmer auf dem Transferarkt, soll der 31-Jährige offenbar bereit sein, seinen Vertrag bis 2022 auszusitzen.

Diesen Unmut tat Leistner dann bekanntlich mit seinem privaten Instagram-Post kund, in der er sich abwertend über Trainer Tim Walter sowie die Vereinsführung des Klubs aus dem Volksparkstadion äußerte. Dieser wiederum tauchte dann in der Öffentlichkeit auf. Der HSV reagierte, suspendierte den in der vergangenen Saison lange verletzten Toni Leistner wegen unprofessionellen Verhalten. So weit die harten Fakten. Ein HSV-Transfergerücht zu ihm fehlt weiterhin – und bei allem anderen, was Leistner, sein Verhalten und die Zukunft angeht, ist vieles spekulativ.

HSV-Transfergerüchte: Toni Leistner sieht Hamburg-Zeit als noch nicht erledigt an – pokert er um eine Abfindung?

„Still not done“ (zu deutsch: immer noch nicht fertig, Anm. d. Red.) postete Toni Leistner, bei dem die Verantwortlichen stark hoffen, dass sich bis zum Ende der Wechselfrist am 31. August 2021 noch ein HSV-Transfergerücht entwickelt, jüngst. Genau dort, wo der Stress begann: auf Instagram. In seiner Story. Diesmal öffentlich. Ein Zeichen, dass er weiter in Hamburg bleiben will? Toni Leistner beharrt darauf die Instagram-Nachricht nicht geschrieben zu haben, prüft einem Bericht des Hamburger Abendblatts juristische Schritte, um möglicherweise gegen seine Freistellung vorzugehen.

Dahinter steckt vermutlich die Frage nach dem lieben Geld: Der Vertrag von Toni Leistner beim HSV läuft noch bis zum 30. Juni 2022. Er soll rund 500.000 Euro pro Jahr verdienen. Kohle, die der HSV auch nach der Freistellung zahlen müsste. Die Instagram-Nachricht würde in einem Rechtsstreit als Grund für eine Kündigung nicht ausreichen – wie soll der HSV schließlich Toni Leistner nachweisen, dass dieser die Nachricht selbst geschrieben hat?

HSV-Transfergerüchte: Bislang kein Interessent für Toni Leistner – lässt er sich bis Juni 2022 bezahlen, ohne zu spielen?

Heißt im Umkehrschluss: Toni Leistner braucht ein HSV-Transfergerücht mit einem Verein, der ihm für die Zukunft ähnliche finanzielle Rahmenbedingungen bietet, wie es bislang HSV-Sportvorstand Jonas Boldt und Sportdirektor Michael Mutzel tun. Oder aber: Der HSV zahlt seinem in Ungnade gefallenen (Ex-)Innenverteidiger eine Abfindung. Trotz eines jüngst eingetretenen unerwarteten Geldregens und dem Verkauf von Amadou Onana ein Szenario, das dem Klub nicht schmeckt und er verhindern will.

Das gilt auch für die letzte Möglichkeit: Leistner bleibt bis zum Vertragsende in Hamburg, kickt nicht mehr für die Profis, sondern wird zur U21 degradiert. So wie jüngst der große Flop David Bates, der nun zum FC Aberdeen wechselt. Auch in diesem Fall müsste der HSV zahlen: Leistner würde seine Kohle bekommen, ohne möglicherweise je wieder im HSV-Trikot zu kicken. Laut des Hamburger Abendblatts soll Toni Leistner dazu bereit sein, seinen vertrag knallhart auszusitzen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa & Eibner/imago

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