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HSV-Transfergerüchte: Meißner weg – was plant Boldt jetzt im Sturm?

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Von: Jan Knötzsch

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Es war ein HSV-Transfergerücht, jetzt ist es fix: Robin Meißner wechselt zu Viktoria Köln. Was bedeutet der Abgang für die Planungen des HSV?

Hamburg – Es wird langsam knapp. Nein, an dieser Stelle ist tatsächlich einmal nicht die Gasknappheit gemeint, wegen der in Deutschland Robert Habeck bereits den Notfallplan Gas ausgerufen hat und auch die Stadt Hamburg schon damit begonnen hat, gegen die Energiekrise zu kämpfen. Es geht vielmehr um den Hamburger SV , dessen Besetzung in der Offensive und die dazugehörigen HSV-Transfergerüchte. Die nämlich wird immer geringer – zumindest dann, wenn es um die Mittelstürmer geht. Seit Mittwoch, 27. Juli 2022, ist bekanntlich klar: Robin Meißner wird – erst einmal – nicht mehr zum Team des Clubs aus dem Volksparkstadion zählen.

Das wirft in der Phase, in der die HSV-Transfergerüchte etwas abgerissen sind, zwei Fragen auf. Vielleicht auch eine dritte. Zum einen. Warum geht Meißner? Zum anderen: Was bedeutet das für den HSV-Sturm? Und: Warum kann es sich Sportvorstand Jonas Boldt eigentlich leisten, Robin Meißner an Drittligist Viktoria Köln abzugeben?

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887 in Hamburg
Mitglieder:29. September 1887
Vereinsfarben:Blau-Weiß-Schwarz

HSV-Transfergerüchte um Robin Meißner erledigt: Er spielt bis Saisonende für Viktoria Köln und kommt dann zurück

Zunächst einmal die Fakten zu der Personalie, die nach HSV-Transfergerüchten um den Jungspund Meißner nun in einem HSV-Transfer gemündet sind: Robin Meißner, bei dem zuletzt spekuliert wurde, er dürfte erst weg, wenn der HSV einen neuen Mann für den Angriff geholt hat, wird bis zum Ende der Saison 2022/2023 an die Kölner ausgeliehen und wird danach zum HSV zurückkehren, bei dem die Frage aufgekommen war, welche Chancen der zuletzt an Hansa Rostock ausgeliehene Meißner denn beim HSV haben werde. Diese Frage galt nicht nur für Meißner, sondern auch für andere HSV-Leih-Rückkehrer. Bei Robin Meißner ist sie jetzt beantwortet und die bisherigen HSV-Transfergerüchte um ihn sind abgehakt. Bei Ogechika Heil bleibt die Frage, ob er beim HSV Nutznießer des Vagnoman-Abgangs wird.

Im Hintergrund eine HSV-Eckfahne. Im Vordergrund HSV-Stürmer Robin Meißner, der an Viktoria Köln ausgeliehen wird.
HSV-Stürmer Robin Meißner ist – vorerst bis zum Ende der laufenden Saison – weg. Wie geht‘s im Angriff des HSV weiter? (24hamburg.de-Montage) © Oliver Ruhnke/Baering/imago

Während, wie bei Heil, auch bei Aaron Opoku die HSV-Zukunft noch offen ist, weiß Meißner nun immerhin, wo er in der Saison 2022/2023 vor den Ball tritt – und im besten Fall über Torerfolge jubeln darf. Im Volksparkstadion ist dem 22-Jährigen der Durchbruch bislang verwehrt geblieben. Und genau das ist auch die Antwort auf die erste der drei Meißner-Fragen: Der HSV lässt Meißner weg, damit er spielen kann. „Robin hat bei den Profis sein offensives Potenzial, allen voran seine Abschlussstärke, zweifelsfrei angedeutet“, sagt Jonas Boldt, „für seine sportliche Weiterentwicklung ist es zugleich unabdingbar, dass er möglichst viele Einsatzminuten sammelt. Dies ist auch sein ausdrücklicher Wunsch gewesen, sodass wir in der Leihe eine vielversprechende Win-win-Situation für alle Beteiligten sehen.“

HSV-Transfergerüchte: Robin Meißner weg – reicht Ransford Königsdörffer neben Robert Glatzel im Sturm?

Seit Meißner vom damaligen HSV-Trainer Daniel Thioune im Februar 2021 in den HSV-Profikader befördert wurde, kam der gebürtige Hamburger auf 14 Pflichtspieleinsätze, in denen ihm drei Tore und zwei Vorlagen gelangen. Bei Ligakonkurrent Hansa Rostock hat Meißner in der vergangenen Saison acht Einsätze gehabt und konnte dabei einen Treffer erzielen. Logisch also, dass Jonas Boldt, der sich zuletzt vor Gericht mit HSV-Sportdirektor Michael Mutzel zoffte, nicht umhinkam, Meißner neuerlich die nötige Spielpraxis zu ermöglichen. In Hamburg hätte er hinter Robert Glatzel stagniert – und war dem HSV wohl als Mann an der Seite oder im Schatten des Top-Torjägers zu wenig. Denn darum dreht sich Frage zwei: Welche Folgen hat die Ausleihe von Robin Meißner an den Drittligisten Viktoria Köln für den HSV-Sturm?

Die, dass neben Robert Glatzel nur noch ein nomineller Stürmer im Kader von HSV-Trainer Tim Walter steht: Ransford-Yeboah Königsdörffer, den der HSV nach langem Poker von Dynamo Dresden erst in dieser Transferperiode vom HSV-Transfergerücht zum Spieler der Rothosen machte. Königsdörffer wird zumindest als Mittelstürmer gelistet, kann aber offensiv auch als Links- oder Rechtsaußen spielen – und soll beim HSV eigentlich auch eher für diese Position geholt worden sein. Möglich allerdings, dass Tim Walter den Neuzugang nun, in Ermangelung der Alternativen, an der Seite von Robert Glatzel als zweite Spitze auflaufen lässt. Oder aber Königsdörffer zum Vertreter von Glatzel macht, falls dieser mal nicht einsatzfähig ist. Aber: Die letztere Variante birgt die Gefahr, dass der Neuzugang als Notnagel unzufrieden ist.

HSV-Transfergerüchte: Hat Jonas Boldt Meißner nur gehen lassen, weil er einen anderen Stürmer in der Hinterhand hat?

Damit wären wir bei Frage drei der Meißner-Personalie: Warum kann es sich der HSV leisten, den talentierten Angreifer gehen zu lassen? Nun, HSV-Transfergerüchte um neue Stürmer hat es in den vergangenen Wochen zur Genüge in Hamburg gegeben. Um nur die drei heißesten oder aktuellsten dieser HSV-Transfergerüchte zu nennen: Im Raum steht die Rückkehr des Finnen Joel Pohjanpalo zum HSV. Darüber hinaus halten sich bereits seit langem die Spekulationen, dass Manuel de Luca zum HSV kommt und die Offensive verstärkt. Zuletzt hat es ein weiteres HSV-Transfergerücht gegeben, das sich um den Angriff des Clubs dreht, der sich im ersten Saison-Heimspiel vom verstorbenen Uwe Seeler verabschiedet hat. Apropos Uwe Seeler: Der Termin für die Trauerfeier der HSV-Ikone steht fest.

Doch zurück zum neuesten HSV-Transfergerücht: Demnach soll der HSV Interesse an einem belgischen Talent haben. Das wirft die Frage auf: Traut man dem jungen Mann mehr zu als Meißner? Ist es einfacher, ihn als den Mann hinter Top-Torjäger Robert Glatzel zu positionieren, weil er weniger Ansprüche stellt? Oder aber ist der HSV vielleicht doch mit Joel Pohjanpalo oder aber Manuel de Luca schon ein ganzes Stückchen weiter, als es die Öffentlichkeit aktuell weiß? Fragen, über die es sich im Zuge der HSV-Transfergerüchte hervorragend diskutieren lässt. Spekulationen sind Tür und Tor geöffnet.

Fakt aber ist: Geht der HSV nur mit Glatzel und Königsdörffer als Stürmer in die Saison, ist das riskant. Und kann sich am Ende im schlimmsten Fall der Fälle böse rächen. Dann, wenn der Aufstieg zum fünften Mal misslingt.

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