Coach ganz ehrlich

HSV-Trainer Daniel Thioune: Deshalb hassen ihn die Spieler

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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HSV-Trainer Daniel Thioune spricht offen über seine Arbeit als Trainer und bestätigt, dass ihn seine Spieler zeitweise richtig hassen. Was ist da los?

  • Daniel Thioune ist seit Saisonbeginn Trainer des Hamburger SV.
  • Als Coach beim HSV hat man es nicht leicht – man hat die Qual der Wahl.
  • Daniel Thioune verrät, warum ihn seine Spieler manchmal hassen.

Hamburg – Seit Beginn der aktuellen Saison hat der HSV einen neuen Trainer. Daniel Thioune kam vom VfL Osnabrück an die Elbe und begeistert mit seiner bodenständigen und ruhigen Art derzeit viele HSV-Fans. Neben seinem taktischen Geschick, welches er schon in dem einen oder anderen Spiel unter Beweis stellte, überzeugt der Hamburger Trainer auch dadurch, dass er Dinge offen anspricht. Dass es auch auf der menschlichen Ebene passen muss, zwischen Trainer und Mannschaft, hat er sich von seinem Vorbild Jürgen Klopp abgeschaut. Trotzdem weiß Thioune, dass seine Spieler ihn manchmal hassen – kürzlich verriet er warum.

Fußballtrainer:Daniel Thioune
Geboren:21. Juli 1974 (Alter 46 Jahre), Georgsmarienhütte
Größe:1,80 m
Bisherige Trainerstationen:Hamburger SV (Fußballtrainer, seit 2020), VfL Osnabrück (Fußballtrainer, 2017–2020)

HSV-Trainer Daniel Thioune: „Oben auf der Tribüne sitzen acht Spieler, die mich unglaublich hassen“

Bevor Daniel Thioune seinen Weg zum HSV fand, war er Trainer des VfL Osnabrück. Dort stand er zuvor schon einige Jahre als Spieler auf dem Rasen. In dem Fußball-Podcast „kicker meets Dazn“, verriet Thioune jetzt, dass es einen Unterschied bei der Arbeit mache, ob „du Trainer vom VfL Osnabrück oder dem HSV bist“. Denn beim HSV seien fast nur Spieler im Kader, die zu den Top-Spielern der Liga zählen würden und teilweise schon einiges in ihrer Fußballkarriere erlebt hätten.

Daher sei es beim HSV eben nicht so einfach „Spielern wie Aaron Hunt, der schon den einen oder anderen Trainer gesehen hat“ etwas vom Fußball erklären zu wollen, meint Thioune. Gerade bei einem Verein wie dem HSV, in welchem der Kader eine so hohe Qualität aufweist, kann die Auswahl des Spieltags-Kaders schnell mal zur Qual der Wahl werden.

HSV-Trainer Daniel Thioune verrät, warum ihn seine Spieler manchmal hassen. (24hamburg.de-Montage)

Auf die Frage, ob er sich darüber den Kopf zerbreche, sagte Thioune: „Früher hab ich mir eine Platte gemacht – nach dem Motto, man will immer alle mitnehmen. Unmöglich, man kann gar nicht alle mitnehmen. Man hat erst mal elf auf dem Platz, dann hat man neun auf der Bank sitzen, die nicht ganz so glücklich sind, weil sie eine Trainingsjacke anhaben. Und ganz oben auf der Tribüne sitzen auch noch mal acht, die einen unglaublich hassen in dem Augenblick, wo sie nicht Fußball spielen“. Daher sei es schwierig „immer alle zu bekommen“, so Thioune.

HSV-Trainer Thioune: Zuckerbrot oder Peitsche? Die Mischung machts

Aber was ist Daniel Thioune denn jetzt für ein Trainertyp? „Ich will kein Kumpeltyp sein, aber ich will auch nicht der autoritäre Typ sein“, antwortete Thioune auf die Frage. Interessant: Mit den Spielern sei er zwar per du, das falle dem einen oder anderen jungen Spieler aber noch immer schwer. „Dann sag ich immer, komm noch mal rein, versuch es mal mit du“, so Thioune lachend.

Als Trainer lasse er die Spieler auch immer ein Stück weit an seinen Gedanken und Gefühlen teilhaben. So beispielsweise vor einigen Wochen, als der HSV auf seine alte Liebe, den VfL Osnabrück, traf. „Natürlich habe ich der Mannschaft auch gesagt, wie stolz ich bin, dass ich jetzt ihr Trainer sein darf“, erklärte Thioune.

Am Ende macht es wohl eher die Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche. Nach dem ärgerlichen Remis gegen Aue habe Thioune den Spielern übrigens weder die erste Halbzeit noch die zweite Halbzeit gezeigt. „Ich habe ihnen gesagt, dass ich als Spieler unglaublich Bock gehabt hätte. Aber auch, dass das Ergebnis total unnötig war“, so Thioune.

Gut, dass der HSV und sein Trainer schon in ein paar Tagen die Möglichkeit haben, das unnötige Remis gegen Aue vergessen zu machen. Dann nämlich treffen die Rothosen auf einen direkten Aufstiegskonkurrenten. Das Spiel gegen die SpVgg Greuther Fürth im Volksparkstadion sollten Thioune und das Team unbedingt gewinnen, wenn sie weiter an der Tabellenspitze thronen und am Ende der Saison wirklich aufsteigen wollen. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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