Zwei Topspiele in Serie

HSV: Wochen der Wahrheit – erst Holstein Kiel, dann VfL Bochum

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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Für den HSV geht‘s ans Eingemachte. Topspiele gegen die Konkurrenz im Aufstiegskampf warten. In den Duellen mit Holstein Kiel und VfL Bochum muss Charakter her.

Hamburg – Alles oder nichts. So oder so ähnlich könnte das Motto des HSV für diese Woche lauten. Denn die Hamburger treffen in den kommenden Tagen erst auf Konkurrent Holstein Kiel (8. März, 20:30 Uhr) und dann auf Tabellenführer VfL Bochum (12. März, 18:30 Uhr). Schon im Vorfeld hatte die Terminierung dieser Duelle für Ärger beim Hamburger SV gesorgt. Ausgerechnet in einer Woche stehen für den HSV die wohl wichtigsten Spiele der Saison an – als hätte die DFL es geahnt. Die Rothosen stehen aktuell an einem Scheideweg. Entweder geht es hoch und der Aufstieg bleibt in greifbarer Nähe oder es geht runter und es wird vermutlich wieder nichts mit dem Traum von der Rückkehr in die Bundesliga.

Fußballverein:Hamburger SV
Gründung:29. September 1887
Stadion:Volksparkstadion
Kapazität:57.000
Cheftrainer:Daniel Thioune

HSV gegen Holstein Kiel: Rothosen müssen siegen – trotz Kiel-Fluch

Die Woche der Wahrheit beginnt mit einer echten Herausforderung für den Hamburger SV. Denn am Montag, 8. März um 20:30 Uhr, treffen die Rothosen auf den Zweitplatzierten der 2. Bundesliga Holstein Kiel. Nicht nur, dass die Kieler mit breiter Brust und als frisch gebackener DFB-Pokal-Halbfinalist in das Duell gehen, während der HSV zwei Niederlagen in Folge auf dem Buckel hat. Nein, die Rothosen leiden auch noch unter einem echten Kiel-Fluch. Denn noch nie konnten die Hamburger in der zweiten Liga gegen die Störche gewinnen. Drei Unentschieden und zwei Niederlagen, so lautet die Bilanz der beiden Kontrahenten.

Dem HSV steht mit den Duellen gegen Holstein Kiel und dem VfL Bochum eine Woche der Wahrheit bevor. (24hamburg.de-Montage)

Das letzte Duell im November 2020 endete in einem 1:1-Remis. Besonders ärgerlich: Erst in der Nachspielzeit glichen die Kieler durch Joshua Mees aus und klauten dem Team von Trainer Daniel Thioune so kurz vor Schluss noch zwei Punkte. Besonders brisant: Hätte der HSV den Sieg damals mit nach Hause genommen, würden die Rothosen heute vor den Störchen auf dem zweiten Tabellenplatz hinter dem VfL Bochum stehen. Gut, dass das Team von der Elbe durch einen Sieg im jetzigen Duell in der Tabelle wieder an den Kielern vorbeiziehen kann. Zwar hätten beide Teams dann 45 Punkte, jedoch haben die Hamburger immer noch das leicht bessere Torverhältnis.

HSV gegen VfL Bochum: Das vielleicht wichtigste Spiel der Saison – Teil 3

Erst das Stadtderby gegen den FC St. Pauli, dann das Spiel gegen Holstein Kiel und schlussendlich das Duell gegen den VfL Bochum. Es sind die Spiele, die man intern beim HSV als die wichtigsten Spiele der Saison bezeichnen könnte. Das Derby gegen St. Pauli ging verloren, drei Punkte ließ der HSV liegen und landete auf dem vierten Tabellenplatz. Weil der VfL Bochum am Wochenende bereits gegen Greuther Fürth gewann, liegt er aktuell sechs Punkte vor den Hamburgern. Zumindest auf drei Punkte könnten die Rothosen verkürzen, wenn sie jetzt Kiel schlagen.

Wenn Trainer Thioune und seine Mannschaft gegen Kiel aber keine Punkte holen, könnte es im Spiel gegen Bochum schon um alles oder nichts gehen. Denn dann hätte der HSV vor dem wichtigen Duell gegen den VfL sechs Punkte Rückstand auf Tabellenplatz eins und zwei. Und das würde den Traum von der Bundesliga-Rückkehr bei 10 verbleibenden Spielen schon unrealistischer machen. Der Hamburger SV muss in den kommenden zwei Spielen Charakter beweisen, muss zeigen, dass er das Zeug hat den Aufstieg endlich klarzumachen, muss erkennen lassen, dass er die Rückkehr in das Oberhaus des deutschen Fußballs verdient hat. Im Idealfall gewinnt der HSV beide Spiele und spielt sich so bestenfalls direkt wieder an die Spitze der 2. Liga zurück.

HSV: Worst Case – und wenn beide Spiele verloren gehen?

Was aber, wenn der HSV beide Partien verliert? Ist dann schon wieder alles vorbei? Nein, denn auch nach dem Duell gegen Bochum warten neun weitere Partien auf Daniel Thioune und seine Mannschaft. Neun Duelle, in denen es 27 weitere Punkte zu vergeben gibt. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass die Konkurrenz einmal Punkte liegen lassen wird. Außerdem gibt es noch den Relegationsplatz drei zu erobern. Aktuell belegt Greuther Fürth diesen Rang mit einem Punkt Vorsprung auf den HSV.

Es sind nicht Wochen der Wahrheit – es ist die Saison der Wahrheit

HSV-Trainer Daniel Thioune

Und auch ein Blick in die beiden Horror-Vorsaisons könnte den HSV-Fans und Verantwortlichen tatsächlich ein wenig Mut machen. Denn zum jetzigen Zeitpunkt der Saison 2018/2019 stand der Hamburger SV zwar mit 47 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz, am Ende eroberte aber der SC Paderborn den zweiten Rang, der am 24. Spieltag noch mit 38 Punkten auf Platz sieben der Tabelle lag. Die Hamburger wurden bekanntlich nur Vierter.

Und auch in der letzten Saison hatte der HSV am 24. Spieltag noch drei Punkte Vorsprung auf den FC Heidenheim, der auf Platz vier stand, vermasselte dann aber im Anschluss alles, während die Heidenheimer in die Relegation durften. Gut möglich also, dass der Ergebnis-Knick bei den Hamburgern in dieser Saison gerade richtig kam, dass die Mannschaft ihn rechtzeitig vor Saisonende wieder gerade biegen kann. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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