Bundesliga in Sicht

Fünfmal Bestwert: Machen diese Statistiken den HSV zum Aufsteiger?

  • Jan Knötzsch
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Der Kampf um den Aufstieg aus der Zweiten Liga in die Bundesliga wird immer intensiver. Der HSV steckt mittendrin – und hat die Zahlen auf seiner Seite. Reicht das?

Hamburg – Zahlen sagt man gemeinhin nach, dass sie nicht lügen. Auch, wenn Statistiken und Werte nicht unbedingt immer das widerspiegeln, was das bloße Auge auf dem Fußballplatz gesehen hat. Wie oft schon hat schließlich ein Team ein Spiel auf dem grünen Rasenviereck bestimmt und stand am Ende mit leeren Händen da!? Auch der HSV bildet da keinerlei Ausnahme. Kurzum: Es ist ein Schicksal, das jeder Mannschaft widerfahren kann. Immer. Überall. Gegen jeden Kontrahenten. Und doch: Die Zahlen, oder besser gesagt: the trend is your friend (zu deutsch: Der Trend ist dein Freund).

Das passt beim HSV wie die berühmte sprichwörtliche Faust aufs Auge. Denn die Mannschaft ist – um bei der Faust zu bleiben – längst nicht mehr ein angeschlagener Boxer, der zu Boden zu gehen scheint. Nein: Der HSV, dessen kommender Gegner 1. FC Heidenheim gefährlich ist, ist mittendrin im Aufstiegsrennen. Und diverse Statistiken machen Hoffnung. Welche? Und warum?

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887 in Hamburg
Vereinsfarben:Blau-Weiß-Schwarz
Mitglieder:84.200 (Stand: 17. August 2021)

HSV mit Aufwind im Aufstiegskampf: 5:0-Sieg in Darmstadt eine Machtdemonstration – selbst Kritiker loben plötzlich

Das Spiel des HSV gegen den SV Darmstadt 98, in dem sich Robert Glatzel zum absoluten HSV-Matchwinner krönte, war eine Demonstration. Der 5:0-Sieg des HSV ein klares Zeichen: Den Zweitligisten aus der Hansestadt Hamburg darf man keineswegs abschreiben, sondern muss die Elf von Trainer Tim Walter auf dem Zettel haben. Vielleicht sogar mehr denn je. Auch wenn es vor dem Spiel gegen Darmstadt aufgrund von Ausfällen in der Offensive so aussah, als würde sich die HSV-Transferpolitik von Jonas Boldt rächen. Der HSV-Sportvorstand hatte im Winter-Transferfenster mit Gorgi Chakvetadze gerade einmal einen einzigen Neuzugang für den Klub aus dem Volksparkstadion an Land ziehen können.

HSV-Trainer Tim Walter hat gut lachen: Sein Team ist in diversen Statistiken top. (24hamburg.de-Montage)

Hatte der ehemalige Darmstadt-Trainer Dirk Schuster dem HSV noch prophezeit, dass im Falle einer Niederlage Schluss mit den HSV-Aufstiegshoffnungen sei, sieht die Lage nun wieder ganz anders aus. Die Spitze der Zweiten Bundesliga rückt mehr und mehr zusammen – mittendrin der HSV und der FC St. Pauli, der den Rothosen in der Vorrunde lange Zeit den Status als Klub Nummer eins abgeluchst hatte. Inzwischen aber hat sich der HSV gefangen und selbst Martin Harnik, der einst im TV mit HSV-Trainer Tim Walter aneinander geriet, ist vom HSV-Kritiker (beinahe) zum HSV-Fan geworden, zumindest aber zu einem Fürsprecher.

Aufstiegskampf in der Zweiten Bundesliga: In diesen Bereichen erzielt der HSV jeweils Bestwerte

Weil der ehemalige Stürmer des HSV, der vor kurzem eine Golf-Halle eröffnet hat und inzwischen im Amateurfußball für die TuS Dassendorf in der Oberliga Hamburg mit Erfolg dem runden Leder nachjagt, sieht, wie sich der Traditionsverein aus Hamburg entwickelt hat. Zum Positiven. Das zeigen eben auch die Zahlen – und Sie wissen ja, liebe Leser: de lügen einfach nicht. Nein, sie machen den HSV vielmehr tatsächlich zu einem, wenn nicht gar zu dem Aufstiegskandidaten schlechthin, dem nach Jahren des Scheiterns am Ende der laufenden Saison 2021/2022 endlich die langersehnte Rückkehr in die Erste Bundesliga gelingen könnte.

Denn: Gleich fünfmal ist der HSV, dessen Sportdirektor Michael Mutzel einen deutlichen Appell an die HSV-Fans gerichtet hat, top. Fünfmal wird den Hamburgern in der Statistik ein Bestwert zuteil. Die Mannschaft von HSV-Trainer Tim Walter hat, so kurios es auch klingen mag und so wenig das bislang von manchen registriert wurde, die wenigsten Niederlagen in der Zweiten Bundesliga kassiert. Ganze zweimal verließen die HSV-Kicker, die sich auch auf Instagram um Top-Positionen streiten, als Verlierer den Platz. Und: die Defensive des HSV um Torhüter Daniel Heuer Fernandes, der seinen Vertrag in Hamburg bekanntlich verlängert hat, ist mit 20 Gegentreffern die bester der ganzen Liga.

HSV im Aufstiegskampf der Zweiten Bundesliga: Diesen Trumpf hat Tim Walters Team neben der Statistik in der Hinterhand

Weitere Beispiele gefällig, die zeigen, dass – und warum – man den HSV im Kampf um die Aufstiegsplätze in der Zweiten Liga unbedingt auf der Rechnung haben sollte? Sonny Kittel, bei dem HSV-Trainer Tim Walter behauptet, dass sein Teamkollege Daniel Kinsombi mehr als nur ein Ersatz ist, ist der Top-Vorbereiter ligaweit: Der Mittelfeldspieler des HSV hat bislang zehn Tore seiner Teamkollegen vorbereitet. Zudem haben die Schützlinge von HSV-Trainer Tim Walter mit 86 Prozent auch noch die beste Passquote aller Vereine in der Zweiten Bundesliga.

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Und last but not least: Auch in Sachen Spielanteile kann niemand dem HSV, der sich auf die Suche nach einem neuen Hauptsponsor machen muss, das Wasser reichen. Mit 62 Prozent setzt auch hier die Mannschaft von HSV-Coach Tim Walter eine Bestmarke. Und dann, ja, dann wäre da eigentlich auch noch ein sechster Punkt, der für einen Aufstieg des HSV in die Bundesliga spricht. Der hat nichts mit Statistiken zu tun, sondern vielmehr mit der Spielansetzung: Mit dem 1. FC Heidenheim (12. Februar 2022) und Werder Bremen (27. Februar 2022) treffen die Walter-Kicker nur noch auf zwei direkte Aufstiegskonkurrenten.

Kann ja eigentlich nicht mehr viel schief gehen, für den HSV, bei dem ein weiterer Youngster vorm Profi-Debüt steht. Vorausgesetzt, die Zahlen lügen wirklich nicht. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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