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Staatsanwaltschaft legt Beschwerde im Fall Jatta ein – jetzt spricht sein Anwalt

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Die Diskussionen um die Identität von HSV-Spieler Bakery Jatta nehmen kein Ende. Nach der Ablehnung des Verfahrens fordert der Generalstaatsanwalt sofortige Beschwerde.

Hamburg – Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Vergangene Woche hatte das Amtsgericht Hamburg-Altona verkündet, auf die Eröffnung eines Verfahrens gegen HSV-Spieler Bakery Jatta zu verzichten. Die breite Öffentlichkeit und Verantwortlichen des HSV begrüßten den Schritt und hofften auf ein Ende der Diskussionen um die Identität von Jatta. Doch weit gefehlt. Der Generalstaatsanwalt Dr. Jörg Fröhlich bat die Staatsanwaltschaft Hamburg laut einer Pressemitteilung sofortige Beschwerde gegen den Beschluss des Gerichts einzulegen.

Fußballspieler:Bakery Jata
Geboren:6. Juni 1998 (Alter 23 Jahre), Gambia
Aktueller Verein:Hamburger SV

Diskussion um Identität von Bakery Jatta: Beschwerde hat laut Generalstaatsanwalt „Aussicht auf Erfolg“

Als Grund für die Beschwerde gegen die Nichteröffnung des Verfahrens gegen Bakery Jatta heißt es in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Hamburg: „Grund hierfür ist, dass das Rechtsmittel bei vorläufiger Betrachtung Aussicht auf Erfolg hat. Darüber hinaus müssen erst noch bei den Akten befindliche Schriftsätze ausgewertet werden, die zwar in die Gerichtsentscheidung eingeflossen sind, der Staatsanwaltschaft jedoch zum Teil niemals zur Kenntnis gelangten“.

Bakery Jatta
HSV-Star Bakery Jatta: Offiziell – Staatsanwaltschaft legt Beschwerde ein © Christian Charisius/dpa

Weiter teilte die Staatsanwaltschaft in ihrer Erklärung mit, dass die Prüfung, „wie auch die Anklageerhebung nach juristischen Maßstäben“ erfolgt. Dabei sei sie nicht von „Zeitungskampagnen, noch darauf beruhenden Meinungsumfragen oder Kommentaren Dritter abhängig“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Der Anwalt von Bakery Jatta, Thomas Bliwier, hatte vergangene Woche noch gehofft, die Staatsanwaltschaft verzichte auf eine Beschwerde gegen die Nichteröffnung.

Worum geht es im Fall Bakery Jatta?

Seit einigen Jahren beschäftigt der Fall Bakery Jatta die Medien und Behörden. Der HSV-Spieler soll mit einer falschen Identität aus Gambia nach Deutschland gekommen sein. Eigentlich soll Jatta in Wirklichkeit Bakery Daffeh heißen und zwei Jahre älter sein. Angestoßen und immer wieder befeuert wurde der Fall durch Recherchen der Bild-Zeitung. Schließlich sollte ein Gutachten beweisen, dass es sich bei Jatta und Daffeh um dieselbe Person handelt. Dem Gericht jedoch reichten die Beweise für eine Verfahrensaufnahme nicht, eine Eröffnung wurde kürzlich abgelehnt.

Fans und Politik wittern Rassismus im Fall Bakery Jatta: Richterverein schritt ein

Fans und Politik hatten sich vergangene Woche schon zu einer möglichen Beschwerde der Staatsanwaltschaft im Fall Bakery Jatta geäußert und beim Vorgehen sogar Rassismus und Hetzjagd unterstellt. Die Ermittlungen würden zu einem großen Teil auf die Hetzkampagne der Bild-Zeitung fußen, hieß es. Die Fanszene forderte die Staatsanwaltschaft entsprechend auf, den Fall zu den Akten zu legen und nicht, wie nun geschehen, Beschwerde einzulegen.

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Der Richterverein hatte diese Vorwürfe bereits wenig später entschieden zurückgewiesen.

Beschwerde im Fall Bakery Jatta: Jetzt spricht sein Anwalt Thomas Bliwier

Inzwischen hat sich auch Jattas Anwalt Thomas Bliwier zur Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen die Nichteröffnung des Verfahrens im Fall des HSV-Spielers geäußert. Dem Hamburger Abendblatt sagte der Anwalt, dass er der Beschwerde sehr gelassen entgegenblicke. „Ich sehe keine Gründe, den hervorragend begründeten Beschluss des Gerichts aufzuheben“, so Bliwier weiter.

Jetzt aber liegt der Fall erneut beim Amtsgericht in Altona. Das Gericht kann die Beschwerde der Staatsanwaltschaft entweder ablehnen oder ihr stattgeben. Schlussendlich würden laut Abendblatt drei Berufsrichter beim Hamburger Landgericht final über die Beschwerde entscheiden. Ausgang noch ungewiss. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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