Vertrag soll verlängert werden

HSV: „Youngster“ Ogechika Heil – der nächste Ambrosius?

  • Jan Knötzsch
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In dieser Saison feiert Ogechika Heil sein HSV-Profi-Debüt. Sein Vertrag endet im Sommer. Der Verein will verlängern und ihn als Identifikationsfigur aufbauen.

  • Ogechika Heil wurde in dieser Saison erstmals bei den Profis eingewechselt.
  • Sein Arbeitspapier bei den Hamburgern endet am 30. Juni 2021 und soll verlängert werden.
  • Ogechika Heil könnte wie Stephan Ambrosius zur Identifikationsfigur der HSV-Zukunft werden.

Update vom 27. Januar 2021, 8.35 Uhr: Hamburg – Seine bisherigen Teamkollegen aus der Reserve-Mannschaft des Hamburger SV dürfen in der Regionalliga Nord wegen der Corona-Beschränkungen (noch) nicht wieder im Spielbetrieb vor den Ball treten. Ogechika Heil hingegen kann und darf kicken – und soll beim HSV offenbar eine der nächsten großen Identifikationsfiguren werden, die der Verein gerne für die Zukunft aufbauen möchte. Denn: Der Club will den am 30. Juni 2021 auslaufenden Vertrag des 20-Jährigen am liebsten so fix wie möglich verlängern.

Welche Idee dahinter steckt, ist klar: Der HSV will verhindern, dass ihm mit dem „Youngster“, der laut Hamburger Morgenpost auch bei anderen Vereinen – unter anderem in Österreich – auf dem Zettel steht, ein großes Talent für die Zukunft durch die Lappen geht. Vielmehr möchten die Verantwortlichen aus dem Volkspark es mit Heil so handhaben wie mit Stephan Ambrosius, der seinen auslaufenden HSV-Vertrag jüngst bis ins Jahr 2024 verlängerte und dessen Bezüge verdoppelt wurden. Heil könnte im Falle einer Vertragsverlängerung auf lange Sicht dann zu einer der Säulen des HSV für die Zukunft aufsteigen.

HSV-Talent Ogechika Heil, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, soll sein Arbeitspapier beim Zweitligisten unbedingt verlängern. (24hamburg.de-Montage)

HSV: Ogechika Heil darf erstmals bei den Profis in der Zweiten Bundesliga ran

Erstmeldung vom 4. Januar 2021:

Hamburg — Es war nur ein kurzes Vergnügen — zumindest auf den Zetteln der Chronisten. Es lief bereits die letzte Minute des Spiels zwischen dem Hamburger SV* und dem SSV Jahn Regensburg, als Trainer Daniel Thioune* aufseiten der Gastgeber, die das Spiel am Ende mit 3:1 gewannen, noch einmal wechselte. Zum einen schickte er Manuel Wintzheimer für Sonny Kittel* auf den Rasen des Volksparkstadions*. Zum anderen brachte er Ogechika Heil für Torschütze Bakery Jatta* in die Begegnung. Für den 20-Jährigen bedeutete dies den ersten Einsatz in der Zweiten Liga —und den feierten seine Teamkollegen via „Instagram“ anschließend entsprechend euphorisch.

Fußballspieler:Ogechika Heil
Geboren:27. November 2000 (Alter: 20 Jahre)
Größe:1,78 Meter
Position:Mittelfeld/Linksaußen
Verein:Hamburger SV (seit 2020), Hamburger SV II (seit 2019)
Vorherige Teams:Hamburger SV U19, Hamburger SV U17, Hessen Kassel U17, KSV Baunatal Jugend

HSV: Stephan Ambrosius und Amadou Onana mit Instagram-Posts zur Premiere von Ogechika Heil

„Glückwunsch, Bro“, postete Innenverteidiger Stephan Ambrosius in seiner Story auf dem Sozialen Netzwerk mit einem Foto, das Heil beim Abgang vom Feld nach dem Spiel zeigt — im weißen Trikot mit der Nummer 42 und lächelnd ein paar Meter von HSV-Keeper Sven Ulreich* entfernt. Und auch Amadou Onana, der gegen Regensburg verletzungsbedingt fehlte (Trainer Daniel Thioune: „Er konnte keine Sprints absolvieren. Ich werde keinen Spieler in den Kader nehmen, der nur bei 80 oder 90 Prozent ist. Wir brauchen Spieler, die 100 Prozent dabei sein können“), ließ es sich nicht nehmen, Heil für dessen ersten Pflichtspiel-Auftritt bei den Profis zu loben.

Ogechika Heil feierte im Spiel des HSV gegen Regensburg sein Profi-Debüt für den Club aus dem Volkspark. (24hamburg.de-Montage)

HSV: Coach Daniel Thioune hat die Youngster „nicht nur zum Auffüllen des Kaders nominiert“

„Glückwunsch, Bruder“, glich der Post, den Onana in seine „Instagram“-Story packte, dem von Ambrosius. Seine Aussage versah Onana zudem noch mit einem Herz-Emoji. Kurz gesagt: Den ersten Einsatz von Ogechika Heil im Team von Trainer Daniel Thioune beim HSV fanden alle geil. Auch der Coach selbst, der nach dem siegreichen Match erklärte, er habe die jungen Spieler wie Heil und Moritz Broni Kwarteng aus der „Zweiten“, die in der Regionalliga Nord kickt, nach den Ausfällen von Onana und Lukas Hinterseer* „nicht nur zum Auffüllen des Kaders nominiert.“

HSV: Ogechika Heil darf ebenso wie Moritz Broni Kwarteng schon länger „oben“ mittrainieren

Logisch. Denn zum einen kann sich Thioune beim breiten Kader des HSV nicht leisten, das Leistungsprinzip außer Acht zu lassen. Zum anderen hält Thioune von Heil viel. Daraus machte der Coach schon in der näheren Vergangenheit keinerlei Hehl. „Wenn ich Ogechika Heil sehe, dann ist das ein Bahn-Spieler mit einem kleinen, tiefen Schwerpunkt, der vielleicht mal den einen oder anderen auf tiefem Geläuf ärgern kann“, sagte Thioune schon vor Monaten, als er Heil ebenso wie Kwarteng ins Training der Profis einbaute.

Hamburger SV: Trainer Dasniel Thioune scheut sich nicht „die Jungen in Zukunft reinzuwerfen“

„Sie haben mir Spaß gemacht“, konstatierte der Trainer der „Rothosen“ im November via Bild-Zeitung, als er bei den Youngstern, die mit den Profis trainieren dürfen, eine Änderung vornahm und Jonah Fabisch und Bryan Hein durch Kwarteng und Heil ersetzte. „Sie sollen unbeschwert Fußball spielen. Wenn sie mir etwas anbieten, dann werde ich das auch honorieren. Deshalb scheue ich mich nicht davor, die Jungen in Zukunft reinzuwerfen“, kündigte Thioune schon damals an, dass er einerseits keine Wunderdinge von den Youngstern verlange, andererseits aber eben Trainingsleistungen auch entsprechend belohnen werde.

HSV: Schon im März 2018 durfte Heil unter Christian Titz in einem Testspiel bei den Profis ran

Genau dies widerfuhr nun Heil (Vertrag bis zum 30. Juni 2021), der 2016 aus der U17 von Hessen Kassel in den Nachwuchs-Bereich des Hamburger SV wechselte und in der Jugend der „Rothosen“ seitdem jede Station durchlief. Im März 2018 durfte er unter dem damaligen Trainer Christian Titz bei den Profis erstmals in einem Testspiel gegen den dänische Club Odense BK mitmischen. Für die Zukunft dürfte Daniel Thioune den dribbelstarken Youngster, der schwer vom Ball zu trennen ist, weiter auf der Rechnung haben... * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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