Tore sind Fehlanzeige

HSV-Spieler-Kritik: Dudziak – kann er auch selbst Tore schießen?

  • Jan Knötzsch
    vonJan Knötzsch
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Acht Assists von Jeremy Dudziak, das ist ein Bestwert in der Zweiten Liga. HSV-Trainer Daniel Thioune nimmt ihn sich trotzdem zur Brust und fordert Tore.

  • Jeremy Dudziak* glänzt bislang nur als Vorlagengeber beim Hamburger SV*.
  • Trainer Daniel Thioune* will langsam aber sicher auch Tore von Dudziak sehen.
  • Jeremy Dudzak lehnte im Sommer 2020 ein Angebot vom VfL Wolfsburg ab.

Hamburg – Die Zahl hat es in sich: Seit 1600 Minuten wartet Jeremy Dudziak beim Hamburger SV nun schon darauf, dass ihm das gelingt, was den Fußball ausmacht: dass er ein Tor schießt. In der laufenden Spielzeit 2020/2021 steht beim 25-Jährigen in dieser Statistik noch eine dicke, fette Null. Auch gegen den SC Paderborn blieb Dudziak zuletzt wieder ohne einen Treffer und muss sich von Trainer Daniel Thioune anhören, dass ihm dies nicht passt. Trotz der Kritik lobt Dudziak seinen Trainer.

Fußballspieler:Jeremy Dudziak
Geboren:28. August 1995 (Alter 25 Jahre) in Hamburg
Größe:1,76 Meter
Gewicht:70 Kilogramm
Aktuelles Team:Hamburger SV (seit 2018, Rückennummer: 8)

HSV: Schon im Sommer 2020 nahm sich Trainer Daniel Thione Jeremy Dudziak zur Brust

„Wir haben mit Jeremy im Sommer besprochen, dass es deutlich zu wenig war bei der Spielzeit, die er hatte“, erklärte Daniel Thioune schon vor einigen Wochen in der BILD-Zeitung und „drohte“ dem Ex-St. Paulianer* quasi damit, dass er ja auch noch Manuel Wintzheimer in der Hinterhand habe. Dessen Vorteil gegenüber Dudziak: Er kann eben nicht nur seinen Teamkollegen den Ball für Treffer auflegen, sondern auch selbst die Kugel im gegnerischen Netz versenken. „Gut, dass er beides kann“, sagte Daniel Thioune damals.

HSV-Trainer Daniel Thioune (re.) fordert von Jermy Dudziak auch Tore statt nur Torvorlagen. (24hamburg.de-Montage)

Bei Dudziak beschränkt sich das Können derzeit eben nur aufs Tore vorlegen. Das dafür aber umso beeindruckender: Acht Assists stehen für den 25-Jährigen zu Buche – die gleiche Zahl erreichen in der Zweiten Liga sonst nur Simon Zoller vom VfL Bochum und David Raum (SpVgg Greuther Fürth). Das Trio um den Spieler aus Hamburg* hält damit den Bestwert der Zweiten Liga – und doch fehlt eben etwas.

HSV: Bisher acht Vorlagen für die Teamkollegen – aber kein eigener Treffer für Dudziak

„Dass er ein feiner Fußballer ist, wissen wir. Darüber hinaus würde ich ihm auch mal wünschen, dass er der Letzte ist, der den Ball berührt, bevor er im Netz zappelt. Er darf nicht nur vorlegen, er darf auch vollenden“, hofft Daniel Thioune, dass Jeremy Dudziak seine Ladehemmungen so schnell wie möglich verliert. Gegen Paderborn hatte er die Gelegenheit dazu: „Er hat einen liegen gehabt, den darf man auch machen“, sagte der HSV-Trainer im Anschluss an das Match. Acht Vorlagen übrigens sind für den 25-Jährigen auch ein persönlicher Rekord.

Im Clinch mit seinem Trainer aber liegt Dudziak trotz dessen Kritik nicht. Ganz im Gegenteil: Thioune sei einer der Gründe, warum es für ihn so gut laufe, sagt der 25-Jährige, der für Borussia Dortmund dreimal in der Ersten Bundesliga auflief. „Eigentlich“, so sagt Dudziak im Hamburger Abendblatt, „ist es in diesem Jahr meine erste Profi-Saison, in der ich unumstrittener Stammspieler im zentralen Mittelfeld bin. Das kommt natürlich meinem Spiel zugute.“ Überhaupt mache ihn die Versetzung ins zentrale Mittelfeld glücklich, so Dudziak.

HSV: Jeremy Dudziak lehnte im Sommer 2020 ein Angebot aus Wolfsburg ab

„Im Zentrum habe ich mich schon sehr viel wohler gefühlt, konnte dort kreativer agieren. Das haben nur nicht alle Trainer so gesehen wie ich“, sagte Dudziak dem Hamburger Abendblatt. Dort erklärt er übrigens auch, dass er im vergangenen Sommer ein Angebot aus der Bundesliga hatte: Der VfL Wolfsburg fragte bei ihm an, ob er sich einen Wechsel in die Autostadt und damit in die Erste Liga vorstellen könnte. Dudziak lehnte allerdings ab.

„Den Schritt in die Bundesliga kann und will ich ja immer noch machen – am liebsten mit dem HSV“

HSV-Spieler Jeremy Dudziak

„Ich bin sehr froh, hier in Hamburg geblieben zu sein. Den Schritt in die Bundesliga kann und will ich ja immer noch machen – am liebsten mit dem HSV“, berichtet Dudziak über die Absage an den Verein aus der Volkswagen-Stadt und seinen Verbleib beim Club aus dem Volksparkstadion* und schaut in die Zukunft: „Ich glaube schon, dass mir der Fußball in der Bundesliga ein wenig entgegenkommen würde, da es vielleicht ein paar mehr Räume gibt.“ *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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