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Diese Strafe droht HSV-Spieler Bakery Jatta – was sagt sein Anwalt?

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Von: Robin Dittrich

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Das Hin und Her um Bakery Jatta findet kein Ende. Jetzt erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Gambier. Was droht Jatta? Auch sein Anwalt äußert sich.

Hamburg – Es war für alle Beteiligten ein Schock am Montag, 6. Dezember 2021: HSV-Spieler Bakery Jatta wird nun offiziell angeklagt. Der Vorwurf: Bakery Jatta soll in Wirklichkeit Bakary Daffeh heißen. 2015 soll der aus Gambia geflüchtete Fußballprofi somit unter falscher Identität eingereist sein. Die Sicht der Staatsanwaltschaft: Jatta tat nur so, als wäre er minderjährig, um einen besonderen Schutz als Geflüchteter zu bekommen. Jatta bestreitet die Vorwürfe seit Beginn des Verfahrens 2019. Jetzt geht es ins Endspiel.

Fußballspieler:Bakery Jatta
Geboren:6. Juni 1998 in Gambia
Position:Rechtsaußen
Vertrag beim HSV bis:30. Juni 2024

Die Staatsanwaltschaft Hamburg erhebt offiziell Anklage gegen Bakery Jatta

Für Bakery Jatta hätte man sich eine Einstellung des Verfahrens gewünscht. Schon seit 2019 schlägt sich der Gambier mit den Vorwürfen herum. Jetzt ist es amtlich: die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage. „Dem Angeschuldigten werden Vergehen gegen das Aufenthaltsgesetz in vier Fällen sowie in einem weiteren Fall mittelbare Falschbeurkundung vorgeworfen“, begründet die Staatsanwaltschaft ihr Vorgehen. Das Verfahren soll vor einem Jugendrichter verhandelt werden, weil Jatta „teils Heranwachsender, teils Erwachsener war.“

Bakery Jatta steht ungläubig auf dem Fußballfeld. Im Hintergrund ist eine Tribüne mit HSV-Fans zu sehen.
Bakery Jatta oder Bakary Daffeh? Es droht eine Strafe. © Philipp Szyza/Norbert Gettschat/Imago

Schon Ende November kündigte Generalstaatsanwalt Jörg Fröhlich gegenüber dem Abendblatt an, dass es in Kürze zu einer Entscheidung im Fall Jatta kommen solle. Zur langen Verfahrensdauer sagte er: „Es mussten Unterlagen auswärtiger Behörden beigezogen und ausgewertet, auswärtige Zeugen vernommen, Finanztransaktionen nachvollzogen und digitale Speichermedien untersucht werden. Die Staatsanwaltschaft hat außerdem ein anthropologisch-morphologisches Gutachten in Auftrag gegeben.“ Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft reichen die gesammelten Beweise nun also für eine Anklage aus.

Bakery Jattas Anwalt Thomas Bliwier zeigt Unverständnis – wie will er eine Verurteilung verhindern?

Bakery Jattas Anwalt Thomas Bliwier reagierte verdutzt auf die Anklage des Gambiers. Gegenüber dem Abendblatt gab er an, die Anklage nicht nachvollziehen zu können. „Nach wie vor sind uns keine begründeten Zweifel an der Authentizität bekannt. Aus meiner Sicht gibt es insgesamt keinen hinreichenden Tatverdacht für eine Anklage“ sagte Bliwier weiter. Es gäbe nach wie vor keine klaren belastenden Indizien, die Jatta als Daffeh überführen könnten.

Es gibt keine klaren belastenden Indizien.

Jatta-Anwalt Thomas Bliwier über die Beweislage im Fall

Weiterhin ein Dorn im Auge ist ein Gutachten der Universität Freiburg, dass Jatta zu 98 Prozent als Bakary Daffeh entlarvt. Bliwier übte schon Ende August scharfe Kritik an dem Gutachten und sieht es nicht als aussagekräftig an. Seiner Ansicht nach gebe es bislang keine neuen Beweise, die eine Anklage rechtfertigen würden. Das sieht die Staatsanwalt anders. Wenn sich das Verfahren nicht verhindern lassen sollte, steht der Star-Anwalt hinter seinem Mandanten: „Sollte es zu einer Hauptverhandlung kommen, werden wir unseren Mandaten verteidigen und sehen dem weiteren Verfahren gelassen entgegen“, erklärt Jatta-Anwalt Thomas Bliwier.

Diese Strafe droht HSV-Spieler Bakery Jatta im Falle einer Verurteilung

Bei einer Verurteilung von Bakery Jatta würde ihm sogar eine Haftstrafe drohen. Dass es dazu kommt, gilt als sehr unwahrscheinlich. Der Angreifer des Hamburger SV wird einem Jugendrichter vorgeführt. Deshalb würde es wohl eher zu einer erzieherischen Maßnahme kommen. Selbst eine Geldstrafe ist als einzige Maßregelung nicht auszuschließen. Die „Hexenjagd“, wie Jatta das Verfahren selbst oft nannte, könnte jedoch weitere Auswirkungen haben. Auch der DFB ermittelt im Fall Jatta weiterhin.

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Auch wenn es zum Hauptverfahren kommen sollte – bis zu einer Verurteilung gilt in Deutschland die Unschuldsvermutung. Der HSV und seine Fans stellen sich weiter hinter Bakery Jatta. Die Hamburger posteten ein Bild von Jatta, der von Teamkollegen umkreist und bejubelt wurde. Die Unterschrift: „Statement genug.“ Auch die Ultras des Hamburger SV stellen sich immer wieder hinter den Gambier und gegen die Medien. Sie redeten von einer Schmierkampagne, Hetze und Rassismus. Hoffentlich ist die Hexenjagd bald beendet, damit Bakery Jatta (oder Bakary Daffeh) und seine Familie endlich zur Ruhe kommen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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