Remis im Erzgebirge sorgt für Ärger

HSV: Aue-Remis wird zum Mega-Aufreger – Mutzel mit Ansage

  • Jan Knötzsch
    vonJan Knötzsch
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Beim Remis des HSV gegen Aue hat Michael Mutzel gemischte Gefühle. Einerseits lobt der HSV-Sportdirektor die erste Hälfte, andererseits kritisiert er scharf.

  • Michael Mutzel bemängelt die zweite Halbzeit des Spiels gegen Aue.
  • Sportdirektor verlangt vom Team 100 Prozent Einsatz bis zum Ende.
  • Trotz des Unentschiedens im Auswärtsspiel blickt Mutzel optimistisch in die Zukunft.

Hamburg – Er wusste in der Medienrunde nicht so ganz, wo er nun hin sollte. Zumindest nicht, in welche Gefühlsrichtung das Pendel bei ihm so richtig ausschlagen sollte. Michael Mutzel stand irgendwo zwischen Wohl und Wehe. So wie es auch den Fußballern des Hamburger SV am Freitagabend auf dem Rasen des Erzgebirgsstadions beim 3:3 gegen den FC Erzgebirge Aue* ergangen war. Was ist dieser Punkt wert? Sind es zwei verschenkte Zähler? Ist das Remis gegen Aue okay – oder ein dicker, fetter Ausrutscher, der so auf der HSV-Agenda nicht vorgesehen war?

Ex-Fußballspieler:Michael Mutzel
Geboren:27. September 1979 (Alter: 41 Jahre) in Memmingen
Größe:1,82 Meter
Aktueller Verein:Hamburger SV (set April 2019)
Aktuelle Funktion:Sportdirektor
Vereine als Profi-Fußballer:Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart, VfB Stuttgart II, Karlsruher SC, Karlsruher SC II, VfL Wolfsburg II

HSV-Sportdirektor Michael Mutzel: „Mit 97 Prozent hat‘s nur zum Unentschieden gereicht“

„Nüchtern betrachtet hätten wir natürlich schon höher führen und das Spiel klar für uns entscheiden müssen. Aber manchmal gibt es im Fußball solche Tage, an denen entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit eine Eigendynamik“, kritisiert Michael Mutzel und ergänzte: „Die lässt sich im Nachhinein auch nur schwer rational erklären. Sowas passiert im Fußball.“ Das mit der Erklärung versuchte der Sportdirektor des Clubs aus dem Volksparkstadion dennoch.

HSV-Sportdirektor Michael Mutzel (li.) ist mit dem Auftritt des Teams um Sonny Kittel in Aue nicht ganz einverstanden. (24hamburg.de-Montage)

Und heraus kam eine Klartext-Ansage. „Wir haben Aue ins Spiel zurückgeholt und ihnen neue Hoffnung gegeben. Ich sage es immer wieder: Wenn wir in dieser Liga ein bisschen nachlassen, dann sind die Gegner stark genug, um uns auch zu bestrafen. Das hat Aue gut gemacht, das muss man auch mal sagen. Mit 97 Prozent hat es nur noch zu einem Unentschieden gereicht“, warf Mutzel den HSV-Spielern offen vor, zu früh den berühmten einen Gang zu viel zurückgeschaltet zu haben.

Erste Halbzeit gegen Aue für Mutzel beste HSV-Leistung, die er gesehen hat

Dass dies bestraft wird, sollte die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune eigentlich zu genüge wissen. Nicht nur aus der Theorie, sondern auch aus der Praxis: Schon in Heidenheim ließen sich die Rothosen im Gefühl, der sichere Sieger zu sein, eine Zwei-Tore-Führung aus der Hand nehmen und unterlagen beim FCH mit 2:3. Ein Warnschuss, der offenbar nicht genügte, um es anders zu machen. Gleichwohl: Alles schlecht reden wollte Michael Mutzel nach dem Remis gegen Aue dann auch nicht.

„Wir sind zwar später nicht mehr in unsere Abläufe gekommen und es wurde dann immer ausgeglichener, aber man darf auch nicht vergessen, dass wir viele Sachen sehr gut gemacht haben. Die erste Halbzeit war das Beste, was ich in den zwei Jahren hier in Hamburg gesehen habe“, konstatierte der Sportdirektor, „wir haben in den letzten Spielen viele Punkte geholt, aber wir lernen immer noch dazu. Dazu zählen auch Entwicklungen innerhalb eines Spiels wie jetzt in Aue.“

HSV-Sportdirektor Mutzel fordert, positiv an die nächsten Aufgaben zu gehen

Dass die Partie „dann noch so kippt, war nicht zu erwarten“, bilanzierte der 41-Jährige, der sich kraft seines Amtes am Ende natürlich doch bemühte, der Mannschaft noch irgendetwas Positives mit auf den Weg zu geben. Schließlich war diese nach dem 3:3-Unentschieden und der frühzeitigen verletzungsbedingten Auswechselung von Jeremy Dudziak schon hart genug getroffen. „Wir wollen klar und sachlich bleiben und auch die guten Dinge nicht ausblenden. Entsprechend gehen wir sehr positiv an die nächsten Aufgaben“, sagte Michael Mutzel abschließend. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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