Konkurrenz kommt näher

HSV: Rekord-Rothosen – Thioune-Team dennoch kein Aufsteiger?

  • Jan Knötzsch
    vonJan Knötzsch
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Der HSV ist seit elf Spielen ungeschlagen. Aber die Hamburger gewinnen zu selten. Ist das Aufstiegs-Trauma in den Köpfen des Thioune-Teams wieder zurück?

  • Der Hamburger SV* hat seit elf Spielen in Folge nicht mehr verloren.
  • Von den letzten vier Spielen gewann die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune* aber auch nur eines.
  • Der Konkurrenten aus Kiel und Bochum sind jetzt punktgleich mit dem HSV.

Hamburg – Es ist eine Serie, die sich sehen lassen kann: Elf Spiele in Folge hat der Hamburger SV nicht mehr verloren. Weder in der Ersten noch in der Zweiten oder Dritten Liga gibt es aktuell ein Team, das eine solche Bilanz vorweisen kann. Nicht nur das. Mit dieser Serie stellte die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune auch noch den eigenen Vereinsrekord an ungeschlagenen Spielen in der Zweiten Liga auf.

Nett – doch am Ende könnte es so sein, dass all das dem HSV nicht hilft. Die Konkurrenz ist gefährlich nah ran gekommen. Ist der HSV schlichtweg zu blöd, um aufzusteigen?

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887
Stadion:Volksparkstadion
Kapazität:57.000 Plätze
Ligazugehörigkeit:Zweite Bundesliga
Trainer:Daniel Thioune

HSV: Elf Spiele in Folge ungeschlagen – aber das Thioune-Team gewinnt zu selten

Denn so schön sich diese Zahlenspiele auch lesen mögen – sie haben einen Haken. Und der könnte dazu beitragen, dass die Kicker aus dem Volksparkstadion ihre Aufstiegshoffnungen an den selbigen hängen müssen. Das Problem nämlich ist: Nur eines der letzten vier Spiele hat die Equipe von Trainer Daniel Thioune zuletzt gewonnen. In der Rückrundentabelle sind die Zweitliga-Fußballer aus Hamburg nur Achter. Keine Tendenz, die im Aufstiegsrennen wirklich Mut macht.

Sportdirektor Michael Mutzel (li.) und der HSV spüren Bochum-Trainer Michael Reis (Mi.) und Kiels Coach Ole Werner mit ihrem Teams im Nacken. (24hamburg.de-Montage)

Mannschaften wie Holstein Kiel, die SpVgg Greuther Fürth und der Karlsruher SC, die dem HSV in der Gesamttabelle auf den Fersen sind, stehen ihrerseits an der Spitze der Rückrundentabelle. Sie sammelten in den bisher ausgetragenen Begegnungen der Rückserie jeweils insgesamt zehn Punkte. Ein klarer Vorteil gegenüber der Mannschaft von HSV-Übungsleiter Daniel Thioune.

Der HSV-Vorsprung ist futsch – nur noch das Torverhältnis hält Thioune-Kicker auf Rang eins

Logische Konsequenz: Der bisher HSV-Vorsprung auf die Konkurrenz ist futsch. Vor allem die Kieler sind – zusammen mit dem VfL Bochum – viel dichter an die Hamburger herangerückt, als es den Verantwortlichen lieb sein kann. Nur noch das um drei Treffer bessere Torverhältnis sichert dem HSV im Vergleich mit Bochum den Spitzenplatz. Auf Holstein Kiel sind es – der HSV, Bochum und die Förde-Fußballer haben allesamt insgesamt 42 Punkte – nur noch fünf Treffer Vorsprung.

Zahlen, die beim HSV eigentlich die Alarmglocken schrillen lassen sollten. Eigentlich. Tun sie aber nicht. „Der Weg ist gut. Wir haben jetzt elf Spiele nicht verloren. Wir spielen aus meiner Sicht einen sehr guten, attraktiven Fußball und ich sehe überhaupt keinen Grund, dass das einfach aufhören sollte in den nächsten Wochen“, sagte Michael Mutzel nach dem Spiel gegen Fürth in einer Medienrunde.

HSV-Sportdirektor Michael Mutzel ist vom Aufstieg fest überzeugt.

Die Punkteteilung gegen Fürth „tut nicht weh, aber jeder, der das Spiel verfolgt hat, hat gesehen, dass für uns mehr drin war. Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, stimm uns zuversichtlich. dass wir nach wie vor auf dem richtigen Weg sind. Wir haben das Spiel gegen eine Mannschaft, die in den letzten Wochen sehr stark aufgetreten ist und gehypt wurde, klar dominiert“, fügte der Sportdirektor des Hamburger SV hinzu.“ Das einzige Problem sei gewesen, dass „der Ball einfach nicht über die Linie gerollt ist, aber das wird sich wieder ändern“, so Mutzel.

Wir haben das Spiel gegen eine Mannschaft, die in den letzten Wochen sehr stark aufgetreten ist und gehyped wurde, klar dominiert.“

HSV-Sportdirektor Michael Mutzel

Muss es mit dem Blick auf die Tabellenkonstellation auch. Das weiß auch der Sportdirektor. „Es ist im Moment eine hohe Anzahl an Punkten, die die ersten vier Mannschaften der Zweiten Liga haben“, hat Mutzel treffend erkannt, „das war in den letzten Jahren nicht so.“ Man habe die hohe Qualität der Zweitliga-Teams „auch in den Pokalpartien gesehen, Da haben sich einige Bundesligisten schwergetan. Das zeigt, dass man sich nicht viele Schwächephasen erlauben kann. Es bleibt spannend. Wir müssen jede Woche alles geben“, so der 41-Jährige. Das trifft den berühmten sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf. Gelingt dies dem HSV nicht, so könnte es am Ende mit dem Aufstieg schiefgehen.  * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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