Mitgliederversammlung im August

HSV-Präsidium: Horrorszenario droht – verpassen Fans Marcell Jansen Denkzettel?

  • Jan Knötzsch
    VonJan Knötzsch
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Der HSV-Beirat hat keinen Präsidenten-Kandidaten neben Marcell Jansen zugelassen. Es gibt Stress im Verein. Auf der Mitgliederversammlung droht der große Knall.

Hamburg – Es hätte alles demokratisch ablaufen können. Dann, wenn der Beirat des Hamburger SV das Team von Marinus Bester* für die Präsidiums-Wahl am 7. August 2021 in Hamburg zugelassen hätte. Hat er aber nicht. Ex-Profi Bester hat seinen Unmut über das Vorgehen vor der Wahl zum HSV-Präsidenten* bereits kundgetan. Kritisch und mit deutlichen Worten. Als nächstes schießt nun der HSV Supporters-Club wild gegen den HSV-Beirat.

Und der könnte auf der Versammlung im August 2021 für ein Riesen-Dilemma sorgen. Die HSV-Fanszene will genügend Mitglieder mobilisieren, die Kandidat Marcell Jansen* nicht wählen. Der braucht im ersten Wahlgang die einfache Mehrheit der Stimmen. Andernfalls ist er nicht gewählt. Und der HSV stünde weiter ohne Präsident da.

Ex-Fußballspieler:Marcell Jansen
Geboren:4. November 1985 (Alter: 35 Jahre) in Mönchengladbach
Größe:1,91 Meter
Vereine als Profi:Hamburger SV, Bayern München, Borussia Mönchengladbach
Karriereende:2015

HSV-Präsident: Supporters-Club kritisiert vehement Entscheidung, keinen Gegenkandidaten für Marcell Jansen zuzulassen

„Es ist nicht Aufgabe des fünfköpfigen Beirates zu entscheiden, ob jemand Präsident wird, sondern die Aufgabe der Mitgliedschaft. Alles andere ist aus unserer Sicht undemokratisch, intransparent und damit eines Vereins wie des HSV unwürdig“, teilt der Supporters-Club, der den Großteil der HSV-Mitglieder stellt, in einem offenen Schreiben an den HSV-Beirat mit.

Stolpert HSV-Präsidentschaftskandidat Marcell Jansen über den HSV Supporters-Club? Die Fanszene will Mitglieder animieren, bei der Wahl nicht für Jansen zu stimmen. (24hamburg.de-Montage)

Unter den aktuellen Umständen, so heißt es in dieser Mitteilung weiter, „steht die Wahl des neuen Präsidiums unter einem schlechten Stern. Im schlimmsten Fall fallen die aktuellen Kandidaten bei der Mitgliedschaft durch und wir stehen, mangels Alternativen, erneut vor einem Scherbenhaufen, der von einem Notvorstand aufgekehrt werden muss.“ Eben genau dann, wenn Marcell Jansen* am 7. August 2021 bei der Wahl zum HSV-Präsidenten keine 50 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang einsackt.

HSV-Präsidium: Wahl von Marcell Jansen zum Präsidenten am 7. August 2021 kann noch scheitern – obwohl er der einzige Kandidat ist

Das absolute Horrorszenario für den HSV. Der Verein würde führungslos bleiben. Ausgerechnet in einer Saison, in der die Fußballer aus dem Volksparkstadion unter dem neuen Trainer Tim Walter abermals einen Anlauf unternehmen wollen, endlich wieder in die Erste Bundesliga aufzusteigen. In der Vorsaison ist dies bekanntlich misslungen. Auch da hat es abseits des grünen Rasens Nebenschauplätze gegeben, die man nicht brauchte: unter anderem den HSV-Machtkampf im damaligen Präsidium, der mit dem Rücktritt von HSV-Präsident Marcell Jansen und seinen Stellvertretern endete.

Es ist nicht Aufgabe des fünfköpfigen Beirates zu entscheiden, ob jemand Präsident wird, sondern die Aufgabe der Mitgliedschaft.

Auszug aus der offiziellen Mitteilung des HSV Supporters-Club

Der HSV ist auf dem besten Wege, einen solchen Machtkampf auch anno 2021 zu wiederholen. „Wenn Menschen aus unserem Verein sich bereit fühlen, ihre Freizeit in den Verein zu investieren, dann gebührt es der Anstand, respektvoll mit ihnen umzugehen. Spärlich begründete Absagen und der Hinweis, dass man auf Nachfragen nicht reagieren werde, gehören nicht dazu“, wüten die HSV-Supporters weiter offen gegen den HSV-Beirat, der wenig mitteilsam war, was die Gründe für die Ablehnung von Marinus Bester und seinem Team im Duell gegen Marcell Jansen und dessen Team angeht.

HSV-Präsidium: Beirat prüft rechtliche Schritte gegen Team des geplanten Marcell Jansen-Gegenkandidaten Marinus Bester

Die einzige offizielle Aussage: man werde „Nachfragen nicht beantworten.“ Das stößt den HSV-Supporters übel auf: „Mit solch einem Vorgehen vergrault man viele Mitglieder, die ansonsten bereit wären, ihre Fähigkeiten, ihr Engagement und ihre Zeit für unseren Verein zu opfern. Das ist für uns inakzeptabel.“ Erst über Umwege kam heraus, dass der HSV-Beirat der Meinung ist, dass dem studierten Volkswirt Philipp Wenzel – im Bester-Team als Schatzmeister vorgesehen – für diesen Posten die wirtschaftliche Kompetenz fehle.

Der 23-Jährige Wenzel, in der Hansestadt Hamburg* in der „Fridays for future*“-Bewegung aktiv, hat die abgelehnte Kandidatur im Nachgang als „altersdiskriminierend“ bezeichnet. Und damit den nächsten Ärger im Machtkampf um das Amt des HSV-Präsidenten heraufbeschworen: Der HSV-Beirat prüft laut Hamburger Abendblatt nun vereins- und zivilrechtliche Schritte gegen das Team von Marinus Bester.

Kurzum: Es bleibt also spannend und unterhaltsam bis zur Wahl oder möglichen Nicht-Wahl von Marcell Jansen als HSV-Präsident. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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