„Keine Flaute dank Raute“

HSV: Obdachlosen-Hilfe – Hinz und Kunzt jetzt im Fanshop

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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Der Hamburger SV hilft der Obdachlosenzeitung Hinz&Kunzt. Die aktuelle Ausgabe kann ab sofort im HSV- und Supporters-Club-Onlineshop geordert werden.

  • Die Corona-Krise trifft Hamburgs Obdachlose hart.
  • Die Obdachlosenzeitung Hinz&Kunzt verkauft normalerweise auf den Straßen.
  • Weil diese wegen Corona wie leergefegt sind, hilft jetzt der Hamburger SV.

Hamburg – Normalerweise wird die Obdachlosenzeitung Hinz&Kunzt in der Innenstadt, auf der Straße, vor Restaurants oder Bahnhöfen verkauft. Wegen des Corona-Lockdowns sind aktuell aber nur wenige Menschen auf den Straßen unterwegs. Das erschwert die Arbeit der Verkäufer des Straßenmagazins ungemein. Daher hat sich Hinz&Kunzt etwas einfallen lassen, wie die Zeitung trotzdem weiter verkauft werden kann. Und auch der HSV hilft.

Verlag in Hamburg:Hinz&Kunzt gemeinnützige Verlags- u. Vertriebs GmbH
Adresse:Altstädter Twiete 1, 20095 Hamburg
Telefon:040 32108311

HSV hilft Hinz&Kunzt mit der Aktion „Keine Flaute dank Raute“

Viele Obdachlose in der Hansestadt verdienen ihr weniges Geld mit dem Verkauf der Obdachlosenzeitung Hinz&Kunzt. Wegen der Corona-Krise verkauft sich die Zeitung derzeit aber eher schlecht. Nur wenige Menschen und damit potenzielle Käufer sind derzeit auf den Straßen unterwegs. Für die sogenannten Hinz&Künztler ist das eine große Herausforderung. Verkäufer Michael berichtet auf der Webseite des Straßenmagazins: „Magazine zu verkaufen ist gerade sehr schwer, weil so wenig Leute unterwegs sind. Manchmal verkaufe ich nur ein Heft in vier Stunden“.

Der HSV hilft dem Straßenmagazin Hinz&Kunzt und bietet es im Online-Shop an. (24hamburg.de-Montage)

Nun hat sich der HSV, der in diesem Jahr tatsächlich auf dem besten Weg ist wieder in die erste Liga aufzusteigen, etwas einfallen lassen, um Hinz&Kunzt zu helfen. Der Verein startet eine Kooperation mit der Obdachlosenzeitung. Das Magazin wird nun auch in den Onlineshops des HSV und des HSV-Supporters-Clubs verkauft. Ziel der Aktions ist es, dass HSV-Fans das Heft zu ihrer Bestellung von Fan-Accessoires einfach hinzufügen und mitbestellen. So wie sie eine Zeitung zusätzlich bei ihrem Innenstadteinkauf kaufen würden. Die Aktion trägt den Slogan „Keine Flaute dank Raute“. Der HSV begründet die Initiative mit den einfachen Worten: „Hamburg hält zusammen!“.

HSV hilft Hinz und Kunzt: „Obdachlose sind auf die Einnahmen angewiesen“

Für die Vertreiber der Obdachlosenzeitung ist die Kooperation Gold wert. So sagt der Hinz&Kunzt-Geschäftsführer Jörn Sturm über die Zusammenarbeit mit dem Hamburger SV: „Wir freuen uns, dass wir mit dieser Idee diese harte Zeit besser überstehen können“. Normalerweise wird die Zeitung nur von Wohnungslosen und ehemaligen Wohnungslosen verkauft. Laut Jörn Sturm dürfen die Verkäufer die Hälfte des Verkaufspreises von 2,20 Euro behalten.

„Viele von ihnen sind auf diese Einnahmen angewiesen“, so Sturm auf der Webseite des HSV. Der Verkauf vor den Supermärkten in Hamburg funktioniere zwar noch gut. Aber in der Innenstadt oder vor Gastronomien sehe es eher schlecht aus, erklärte er. Auch HSV-Vorstand Frank Wettstein zeigte sich stolz über die Aktion und sagte: „Gern unterstützen wir mit Hinz&Kunzt eine wichtige Hamburger Institution in dieser schwierigen Phase“ und ergänzt „in Hamburg stehen wir zusammen“.

Hinz und Kunzt jetzt auch im Abo – Verkäufern fehlt Kontakt

Zwar ist den Verkäufern von Hinz&Kunzt schon einmal geholfen, wenn sie in diesen schwiegen Zeiten durch den Verkauf im Internet etwas Geld verdienen, doch bleibt ein Problem dennoch bestehen. „Ihnen fehlt nicht nur das Geld, sondern die vielen Kontakte, die beim Verkauf entstehen“, erklärte Hinz&Kunzt-Geschäftsführer Jörn Sturm auf hsv.de. Trotzdem hat auch der Verlag eine Verkaufsalternative für die Obdachlosenzeitung entwickelt. Nämlich das Corona-Abo.

Bei Abschluss des Abonnements bekommt man das Straßenmagazin für drei Monate per Post nach Hause gesendet. Die Einnahmen der Aktion werden selbstverständlich auch an die Verkäufer der Zeitung weitergeleitet, heißt es auf der Internetseite von Hinz&Kunzt. Und damit auch der persönliche Kontakt zu den Hinz&Künztlern nicht auf der Strecke bleibt, kann bei Abschluss eines Abonnements eine persönliche Grußbotschaft an den „Lieblingsverkäufer“ mitgesendet werden, heißt es auf der Seite.

Wie wichtig die Unterstützung von Obdachlosen in Hamburg während der Corona-Krise ist, zeigen auch die immer weiter steigenden Todeszahlen unter Obdachlosen in der Hansestadt. In diesem Jahr sind schon mehrere Obdachlose auf den Straßen Hamburgs umgekommen. Forderungen nach einer Unterbringung von Obdachlosen in Hotelzimmern werden immer lauter. Bisher hat sich die Politik aber gegen eine solche Maßnahme gestellt. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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