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HSV-News: Wie geht es nach dem Wettstein-Beben im Vorstand weiter?

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Von: Yannick Hanke

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Vorstands-Beben beim HSV. Finanzchef Frank Wettstein verlässt den Verein aus der Stadt an der Elbe. Was heißt das für die unmittelbare Zukunft? Nachfolger in Sicht?

Hamburg – Der HSV kommt mal wieder nicht zur Ruhe. In der Zweiten Bundesliga stellen die Rothosen nur Mittelmaß dar. Und auf der Führungsebene ist ein Abgang zu verzeichnen, der polarisiert. Die Rede ist von Finanzvorstand Frank Wettstein, der nach achtjähriger Tätigkeit beim Hamburger SV zum 30. Juni 2022 aus seinem Amt ausscheidet. Laut einem Bericht der „SportBild“ verlängert der 48-Jährige seinen Vertrag nicht. Wie geht es nun weiter?

Fußballverein:Hamburger SV
Trainer:Tim Walter
Gründung:29. September 1887, Hamburg
Kundenservice:040 41551887
Präsident:Marcell Jansen
Ort:Hamburg
Ligen:2. Fußball-Bundesliga, DFB-Pokal

HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein verlässt den Verein: Klub sei „gut gerüstet für die anstehenden Aufgaben“

„Ich denke, nach über sieben Jahren im Vorstand des HSV und mit dem absehbaren Ende der größten Krise in der Nachkriegszeit ist ein geeigneter Zeitpunkt gefunden, an dem beide Seiten neue Wege gehen können“, heißt es von Wettstein in einer offiziellen Mitteilung des Vereins. Seine Zeit bei den Rothosen geht also in absehbarer Zeit zu Ende. Ein Schritt, der für Wettstein vertretbar ist, da „der HSV personell und organisatorisch gut gerüstet für die anstehenden Aufgaben“ sei.

Zu sehen ist der scheidende HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein, der zur rechten Seite blickt. Im Hintergrund ist eine Tribüne des Volksparkstadions zu sehen, voll mit HSV-Anhängern, die ihren Schal sowie eine Flagge mit der Raute hochhalten.
HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein verlässt den Verein am Ende der Saison. Wie geht es nun bei den Rothosen weiter? (24hamburg.de-Montage) © Cathrin Müller/Kalle Meincke/imago

Worte, die der Noch-Finanzvorstand beim HSV im Kontext der Krisenbewältigung im Team ausspricht. Eigenlob schwingt hier mit. Wie aber gestalten sich die Fakten und Zahlen, an denen auch ein Frank Wettstein gemessen wird? Das wird nicht zuletzt vom HSV-Blog „Moin Volkspark“ kritisch hinterfragt. Es wird explizit darauf verwiesen, dass die Hamburger unter Wettstein kein einziges Geschäftsjahr mit Gewinn abschließen konnten.

„Königsmörder“ und „Intrigant“: Massive Kritik an HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein – und Lob für seine Corona-Deals

Zudem wird die Person des Finanzvorstands beim HSV seit jeher kontrovers diskutiert. Im Zuge der Entlassung von Ex-Vorstandsboss Bernd Hoffmann wird Wettstein gar als „Königsmörder“ und „Intrigant“ bezeichnet. Doch geht es dem HSV-Blog nicht ausschließlich darum, den 48-Jährigen durch den digitalen Fleischwolf zu drehen. Wettstein wird zugutegehalten, sich immer wieder schweren Aufgaben angenommen zu haben.

An dieser Stelle wird jedoch auch der Knackpunkt ausgemacht: Mochten die Zahlen auch noch so miserabel sein, Wettstein vermochte es, diese nach außen hin als nicht so dramatisch zu verkaufen. Das hätte immerhin dazu beigetragen, den HSV in seiner Außendarstellung und -wirkung immer noch interessant erscheinen zu lassen.

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Ein kurzer Blick in die jüngste HSV-Historie: Unter der Ägide von Wettstein wurde der Volksparkstadion-Deal mit der Stadt Hamburg eingefädelt*. Im Rahmen dessen konnte dem Verein das Grundstück für 23,5 Millionen Euro abgekauft werden. Zudem leitete Wettstein eine Corona-Überbrückungshilfe vom Bund in Höhe von zehn Millionen Euro* in die Wege. Und nun? Wie wird der Verein mit dem Abschied von Wettstein umgehen und personell auf diesen Abgang in der Führungsebene reagieren?

Wer folgt auf Frank Wettstein beim Hamburger SV? Direktor Finanzen der HSV Fußball AG im Gespräch

Die kommenden Wochen und Monate sollen dazu genutzt werden, „um über die zukünftige Besetzung des Vorstandes zu entscheiden“, heißt es von Marcell Jansen. Der HSV-Präsident und Chef des Kontrollgremiums dementiert bislang jegliche Gerüchte, dass er sich selbst zum Vorstandsboss aufschwingt. Geplant sei nämlich, den Vorstand mit zwei weiteren Personen zu Sportvorstand Jonas Boldt wieder auf die etatmäßige Größe von drei Personen aufzustocken.

Laut „Moin Volkspark“ soll der einstige HSV-Präsident Jens Meier einer der Kandidaten sein – für den Posten des Vorstandsvorsitzenden. Als direkter Nachfolger von Wettstein kommt Eric Huwer ins Spiel. Er bekleidet das Amt des Direktors Finanzen bei der HSV Fußball AG.

Wer auch immer letztendlich auf Wettstein folgen wird: Der neue starke Finanzmann beim HSV wird sich an den Taten seines Vorgängers messen lassen müssen. Zudem wird sich zeigen, wie gut oder schlecht das Wirken von Frank Wettstein bei den Rothosen tatsächlich war. Es steht eine Suche an, deren Ergebnis eine Personalentscheidung sein sollte, die finanzielle Früchte trägt. Schließlich hat der Verein keine Aufstiegsgarantie – und muss mit seinen Finanzen nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie entsprechend haushalten. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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