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HSV-News: „Selber reinkicken kann ich sie nicht“ – Walter ätzt gegen Kritiker

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Von: Jan Knötzsch

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Der HSV steht in der Tabelle der Zweiten Liga so schlecht wie nie zuvor da. Ergo hat Tim Walter keinen leichten Stand. So reagiert der Coach auf System-Zweifel.

Hamburg – Es gibt vermutlich leichtere Aufgaben als die, Trainer des Hamburger SV zu sein. In jener Rolle erwartet einen in der Hansestadt Hamburg ein ganz schöner Gegenwind. Nicht im meteorologischen Sinne – auch wenn in Hamburg mal der eine oder andere Herbststurm nebst Sturmflutwarnung bei manchem für Unbehagen sorgt. Nein, als HSV-Trainer spielt man in der Saison nicht nur gegen alle anderen Vereine der Zweiten Liga um gute HSV-News – sondern auch gegen eine ganze Armee an Kritikern. Das weiß inzwischen auch der aktuelle HSV-Coach Tim Walter.

Dann, wenn die Sache – so wie aktuell – eben nicht ganz so läuft, wie sie nach Erwartungshaltung von Fans und Experten laufen soll, gibt‘s eigentlich nur eine HSV-News: der Trainer wird zur Zielscheibe der Kritik. Tim Walter kontert sie. Deutlich!

Fußballtrainer:Tim Laszlo Walter
Geboren:8. November 1975 (Alter: 45 Jahre) in Bruchsal
Vertrag beim HSV bis:30. Juni 2023
Durchschnittliche Amtszeit als Trainer:0,97 Jahre
Bevorzugte Formation:4-3-3 offensiv

HSV-News: So schlecht wie unter Tim Walter stand der HSV in der Zweitliga-Tabelle noch nie da

In zwölf Spielen hat der Trainer, der vor der Saison seine Zelte neu in der Stadt von Elbphilharmonie und dem Hamburger Hafen aufgeschlagen hat, mit dem HSV, bei dem Finanz-Boss Frank Wettstein im Sommer 2022 hinwirft, 19 Punkte geholt. Das macht zwar Platz sechs, bedeutet zugleich aber auch wenig erfreuliche HSV-News: So schlecht stand der HSV in der Tabelle der Zweiten Liga seit seinem Abstieg ins Unterhaus noch nie da. Das Resultat: Seit Wochen gibts für Tim Walter und sein Team, in dem Jonas Meffert fordert, der HSV müsse „mal einen Gegner töten“, verbal rechts und links heftig was um die Ohren. Vor allem der Trainer bekommt‘s ab.

Im Hintergrund HSV-Fans auf der Tribüne des Volksparkstadions mit HSV-Fahnen. Im Vordergrund der wütend schauende HSV-Trainer Tim Walter.
HSV-Trainer Tim Walter teilt aus und gibt seinen Kritikern in Hamburg Contra. (24hamburg.de-Montage) © MIS/imago & Oliver Ruhnke/imago

HSV-Legende Jimmy Hartwig hat gerade erst erklärt, er halte nichts vom HSV-Kader, und sich damit positioniert, dass nicht Tim Walter allein Schuld habe. Aber: An der Zusammenstellung des HSV-Teams, dass den Platz als Nummer eins in Hamburg nicht nur laut Ex-HSV-Spieler Sergej Barbarez an den FC. St. Pauli verloren hat, ist neben Sportvorstand Jonas Boldt und Sportdirektor Michael Mutzel auch Tim Walter als HSV-Trainer beteiligt. Und das kriegt er als schlechte HSV-News Woche für Woche neu wie die Butter aufs Brot geschmiert.

HSV-News: Von Neururer über Harnik bis Leistner – Tim Walter steht unter Beschuss von Ex-Spielern und Experten

TV-Experte Peter Neururer hat nicht nur einmal gegen Tim Walter verbal vor laufenden Kameras ausgeteilt. Auch Martin Harnik hat kein Blatt vor den Mund genommen, wenn es um Tim Walters System geht. Mit dem Ex-HSV-Spieler geriet der aktuelle HSV-Trainer im TV nach dem Nordderby gegen Werder Bremen aneinander. Ex-Spieler Tim Leistner hätte lieber gleich einen anderen Coach beim HSV gesehen als Tim Walter. Und Investor Klaus-Michael Kühne hat die Transferpolitik des HSV ebenso medial zerlegt, wie es nach ihm in einer weiteren HSV-News auch Klub-Legende Uwe Seeler getan hat.

Und damit Vorhang auf für die Gegenrede(n) von Tim Walter. Dem HSV-Trainer, der als aufgrund seines Geburtsortes und seinem Hang zu klaren Worten gerne auch als „Badisch Dynamite“ durchgeht. Der erklärt seinen Kritikern einfach mal sein Spielsystem – weil sie es offenbar immer noch nicht verstanden haben. Und er setzt in der neusten HSV-News noch einen obendrauf: Tim Walter schießt bockig zurück – und gibt den Unverbesserlichen. Denn trotz durchwachsener HSV-News: Es soll keiner auch nur im Ansatz glauben, dass Tim Walter Bock hat, von seiner Spielphilosophie Abschied zu nehmen.

HSV-News: Tim Walter „Immer-Offensiv-Stil“ steht im Kreuzfeuer – ändert der HSV-Trainer jetzt sein System?

Nein, ganz im Gegenteil. Doch der Reihe nach. „Wir haben eine gewisse Philosophie, bei der wir viel den Ball haben und viel investieren“, maßregelte er nach dem Spiel gegen Holstein Kiel (1:1) die Journalisten, nachdem die Frage aufkam, ob der HSV nach einer Führung nicht vielleicht mal die Philosophie dahingehend anpassen müsse, dass man etwas defensiver agiert und gute HSV-News nicht durch Walters irren Immer-Offensiv-Fußball zu riskieren. Immerhin hat der HSV im Volksparkstadion eine solche Führung gleich viermal aus der Hand gegeben und am Ende nur ein Unentschieden geholt.

Wenn wir endlich mal den Deckel draufmachen, müssen wir uns über solche Dinge nicht unterhalten

HSV-Trainer Tim Walter zur Diskussion um die Abschluss-Schwäche vorm Tor

Der Konter des Coaches laut Hamburger Abendblatt? Deutlich: „Es ist ganz normal, dass wir Fehler in der Verteidigung machen. Wir wissen, dass wir das abstellen müssen. Wenn wir endlich mal den Deckel draufmachen, müssen wir uns über solche Dinge nicht unterhalten“, sagt HSV-Trainer Tim Walter, der mit Boldt und Mutzel überlegen muss, ob der HSV einen Ersatz für den verletzten Tim Leibold holt. Walters Replik klingt eigentlich erstmal nüchtern – zwischen den Zeilen aber kann man herauslesen: Der Coach will seine Philosophie nicht diskutieren. Erst recht nicht mit der (aus seiner Sicht ahnungslosen?) Presse.

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Und so reagiert Tim Walter auch auf die Kritik an der eigenen, noch zu selten treffsicheren Offensive, in der HSV-Stürmer Robert Glatzel schon vor Wochen sein Fett wett bekam – bockig: „Selber reinkicken kann ich sie nicht. Wir müssen lernen, uns zu belohnen.“ Beides richtig. Würde aber beides bessere HSV-News bringen als bisher ... *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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