Deutliche Kritik

Zuschauer-Grenze: HSV-Vorstand Jonas Boldt wettert gegen die Stadt Hamburg

  • Jan Knötzsch
    VonJan Knötzsch
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17.000 Zuschauer dürfen live im Stadion dabei sein, wenn der HSV gegen Dresden spielt. Sportvorstand Jonas Boldt passt die Grenze nicht. 

Hamburg – Die Zahl steht. Wie in Stein gemeißelt. Und das schon seit Wochen: Rund 17.000 Zuschauer dürfen am Sonntag, 1. August 2021, ins Volksparkstadion, wenn der Hamburger SV in seiner Heimspielstätte ab 13:30 Uhr Dynamo Dresden empfängt. Zunächst hatte die Hansestadt Hamburg um Sportsenator Andy Grote (SPD) festgelegt: nur Hamburgerinnen und Hamburger dürfen rein. Eine Regel, die später gekippt wurde. So darf auch der erst ausgesperrte Uwe Seeler ins Stadion. Gute HSV-News für die HSV-Legende.

Für Uwe Seeler und alle anderen gelten klare Corona-Regeln. Eine seit Wochen kommunizierte HSV-News. Selbige ist nicht das, was Jonas Boldt stört. Doch Boldt ist angefressen: Er findet die Zuschauer-Grenze falsch. Der HSV-Sportvorstand attackiert die Stadt Hamburg!

Fußball-Funktionär:Jonas Boldt
Position beim HSV:Sportvorstand
Geboren:19. Januar 1982 in Nürnberg
Vertrag beim HSV bis:30. Juni 2023

HSV-News: Sportvorstand Jonas Boldt kritisiert Beschränkungen – „ich frage mich, warum man in Hamburg so defensiv denkt“

In einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt erklärt der 39-Jährige, der zuletzt mit Sportdirektor Michael Mutzel an der HSV-News von Amadou Onanas Abschied zum OSC Lille arbeitete, deutlich: „Bei der Zuschauerthematik frage ich mich, warum man in Hamburg so defensiv denkt.“ Dass der HSV am zweiten Spieltag der Zweitliga-Saison im Spiel gegen Dynamo Dresden nur 30 Prozent seiner Sitzplatzkapazität auslasten darf, ist für Jonas Boldt nicht nachvollziehbar.

Der HSV-Sportvorstand vor leeren Tribünen im Volksparkstadion: Jonas Boldt kritisiert das defensive Verhalten Hamburgs in Sachen Coronavirus und Zuschauer. (24hamburg.de-Montage)

„Es gibt genug gute Konzepte, so viele Zuschauer wie möglich bei Veranstaltungen zuzulassen“, wirft Boldt, der auf dem Transfermarkt noch einen Torhüter sucht und die nächste HSV-News fix machen will, den Behörden vor. „Es werden immer nur die Risiken gesehen. Auch in Hamburg“, beschwert sich der Sportvorstand vor dem Spiel der Mannschaft von Trainer Tim Walter gegen Dynamo Dresden, bei dem die Hamburger ein besonderes Ass im Ärmel haben. HSV-Trainer Walter kann zudem auf Verstärkungen hoffen.

HSV-News: Zweitligist als Vorbild für andere Veranstaltungen? Jonas Boldt will, dass „im Volkspark vorangegangen wird“

Laut HSV-Sportvorstand Jonas Boldt würden „auch die Kultur, die Elphi, die Konzerthäuser es begrüßen, wenn im Volkspark mit entsprechenden Konzepten vorangegangen wird.“ Wird es aber nicht. Die HSV-News von einem so voll wie möglich besetzten Volksparkstadion – sie wird vorerst nicht eintreten. Auch der Hamburger Dom 2021, der am Freitag, 30. Juli 2021, eröffnet worden ist, muss in diesem Jahr mit strengen Corona-Regeln zurechtkommen.

Bei der Zuschauerthematik frage ich mich, warum man in Hamburg so defensiv denkt.

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt zur Obergrenze, die die Stadt Hamburg festgelegt hat

Bei steigenden Inzidenzen ist womöglich in Zukunft eher wieder mit HSV-News zu rechnen, die strengere Corona-Regeln beinhalten statt Lockerungen, wie sie Boldt fordert. Eines der Probleme in Hamburg: Neben Reiserückkehrern, die das Coronavirus in zum Teil neuen Varianten einschleppen, macht es die Impfmüdigkeit in Hamburg der Ausbreitung des Virus leicht. Aber: Für Reiserückkehrer gilt künftig in Deutschland eine Testpflicht. Zudem wird darüber diskutiert, dass Coronatests in Hamburg künftig Geld kosten.

HSV-News: Sportvorstand Jonas Boldt sieht den Sport als „Aushängeschild, das allen helfen kann“ – und beklagt geringe Wertschätzung

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt befindet derweil, der Sport sei „ein Aushängeschild, das allen helfen kann“, und gibt sich im Abendblatt insgesamt kritisch gegenüber der Politik, wenn es um Unterstützung und Wert von Sport geht: Aus seiner Sicht werde „noch viel zu wenig der Wert des Sports für die Gesellschaft oder die Stadt gewertschätzt. Es gibt auch zahlreiche Belege dafür, wie groß der volkswirtschaftliche Effekt von sportlichen Großveranstaltungen ist.“

Es gibt genug gute Konzepte, so viele Zuschauer wie möglich bei Veranstaltungen zuzulassen

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt

Noch viel wichtiger sei der Image-Aspekt. „Eine Stadt kann sich durch sportliche Events und Erfolge in Szene setzen und Eigenmarketing betreiben. Das kann man gar nicht mit Geld bezahlen. In Deutschland sehen wir aber oft nur die Gefahren und viel zu wenig die Chancen. Hier würde ich mir mehr Mut wünschen“, erklärt der Sportvorstand des Zweitligisten, der am Sonntag, 1. August 2021, im Spiel gegen Dresden auf die nächste HSV-News von einem Sieg hofft. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Zink/imago & Jan Huebner/imago

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