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HSV-News: Lotto King Karl redet Klartext – darum gibt‘s kein Zurück zum HSV

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Von: Jan Knötzsch

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Er war 14 Jahre Teil des HSV. Dann kam das Ende und Lotto King Karl war kein Stadionsprecher beim HSV mehr. Jetzt verrät er, warum er ein Comeback ausschließt.

Hamburg – Er war so etwas wie der Mann ganz vorne. Der Vorturner. Nicht auf dem Rasen. Sonst hätten die sportlichen HSV-News unter Umständen ganz anders ausgesehen. Ob besser oder schlechter, sei hier einmal dahingestellt, schließlich ist über die fußballerischen Qualitäten von Lotto King Karl nicht unbedingt viel bekannt. Aber über 14 Jahre hat er beim Hamburger SV als Stadionsprecher die Tore und guten HSV-News angesagt. Und eben vor der Nordtribüne gestanden, um seinen Kult-Song „Hamburg, meine Perle“ zu singen.

Von 2005 bis 2019. Danach war plötzlich Feierabend. Die für Fans des Zweitligisten aus der Hansestadt Hamburg schlechte HSV-News: Lotto King Karl war weg vom Fenster. Nicht ohne Nebengeräusche. Über diese und ein Comeback spricht er nun.

Musiker, TV- und Radiomoderator:Lotto King Karl
Bürgerlicher Name:Gerrit Heesemann
Geboren:4. Februar 1967 (Alter: 54 Jahre) in Hamburg
HSV-Stadionsprecher von:2004 bis 2019

HSV-News: Lotto King Karl blickt auf seine Stadionsprecher-Zeit zurück – daran erinnert er sich

Im Podcast „Herz-Schlag.Verein“ der Hamburger Morgenpost verrät Lotto King Karl zunächst einmal, dass sein Einstieg beim Klub aus dem Volksparkstadion seinerzeit eine Sache von zwei Stunden gewesen sei. „Ich habe damals gesagt, dass ich es gut fände, wenn wir die Moderation zu zweit machen. Das gab es damals nicht. Und ich habe gefragt, wie es wäre, wenn wir singen würden – so ist es dann gekommen“, sagt Lotto King Karl zunächst und verrät ein Geheimnis aus seiner Anfangszeit beim HSV, wo überlegt wird, nach der Verletzung von Tim Leibold Ersatz zu verpflichten.

Im Hintergrund HSV-Fans mit HSV-Fahnen im Volksparkstadion. Im Vordergrund Ex-HSV-Stadionsprecher Lotto King Karl.
Ex-Stadionsprecher Lotto King Karl spricht über seine Zeit im beim HSV und gibt dem Verein gut gemeinte Ratschläge. (24hamburg.de-Montage) © Eventporess/imago & ActionPictures/imago

„Wie geil muss es sein, wenn du erstmal ein Tor ansagst“, hätten er und sein „Stadionsprecher-Partner“ Marek Erhardt sich damals nach den ersten Spielen gefragt, in denen der HSV nicht wirklich zum Zuge kam und damit das gleiche Problem hat, über das sich aktuell HSV-Spieler Jonas Meffert ziemlich deutlich ausgelassen hat. Insgesamt „war es eine schöne Zeit“, blickt der 54-Jährige auf seine Zeit beim HSV zurück, wo Investor Klaus-Michael Kühne mit dem Verkauf seiner ersten Anteile für eine HSV-News gesorgt hat.

HSV-News: Darum vergleicht Lotto King Karl seine Zeit beim HSV mit der bisherigen Bundeskanzlerin Angela Merkel

In den 14 Jahren zwischen 2005 und 2019 (Lotto King Karl: „Zwei Jahre weniger als Angela Merkel, die der Stadionsprecher von Deutschland war“) habe es aber auch „schwere Zeiten“ gegeben, so der Ex-HSV-Stadionsprecher, der damit nicht nur auf das sportliche Abschneiden des HSV anspielt, sondern auch auf seinen eigenen Abschied, der 2019 nicht ohne einige Nebengeräusche passierte. Unter anderem störte den HSV-Vorstand Lotto King Karls „Hamburg, meine Perle“ – das Lied passte nach Meinung der damals handelnden Personen nicht mehr zum HSV.

„Ich habe meinen Frieden damit gemacht“, berichtet Lotto King Karl über die damalige HSV-News und ergänzt: „Das hat viele Türen geöffnet. Einiges am Ende war ein bisschen rustikal, was nicht hätte sein müssen – aber Schwamm drüber.“ Dennoch: Noch einmal beim HSV, der in der Vergangenheit dreimal an FC Liverpool-Star Mo Salah interessiert war, als Stadionsprecher zu arbeiten, kann sich Lotto King nicht vorstellen. Für ihn gebe es kein Zurück zum HSV, verriet er im Podcast der Mopo.

HSV-News: Lotto King Karl spricht über Stadionsprecher-Comeback – und übt diese Kritik am HSV

„Das ist so unwahrscheinlich, so ausgeschlossen, dass ich mir darüber – Gott sei Dank – keine Gedanken machen muss. Der HSV hat 7,5 Milliarden andere Menschen, die er fragen kann. Ich muss mir keine Gedanken machen – auch aufgrund meines Alters nicht“, sagt Lotto King Karl, der als Stadionsprecher die Verkündung vieler HSV-News übernehmen durfte. Jetzt guckt er „Fußball, wenn ich Zeit habe“. Aber das immer noch als HSV-Fan. „Das kannst du nicht ablegen. Da muss man schon einen Exorzisten bestellen, sonst kriegst du das nicht raus.“ Zufrieden aber ist Lotto King Karl nicht mit allem, was beim HSV passiert.

Das kannst du nicht ablegen. Da muss man schon einen Exorzisten bestellen sonst kriegst du das nicht raus.

Ex-HSV-Stadionsprecher Lotto King Karl über das Dasein als HSV-Fan

„In einem Entscheidungsgremium muss man irgendeine Linie erkennen können“, übt er unter anderem Kritik an früheren Besetzungen des HSV-Aufsichtsrates. Und auch das Verhalten innerhalb des Vereins aus dem Volksparkstadion kann Lotto King Karl nicht nachvollziehen: „Kaum hat man gewonnen, geht es um den Aufstieg. Ich glaube, dass das falsch ist. Etwas kleinere Brötchen sind manchmal auch ganz gut.“ Das Virus, das für schlechte HSV-News sorge, „kommt von innen, nicht von außen“, so Lotto King Karl im Mopo-Podcast.

HSV-News: Diese Versäumnisse wirft Lotto King Karl dem Klub aus dem Volksparkstadion vor

Aktuell würde er dem HSV einen kompletten Reset empfehlen. Der Klub solle sich überlegen „wofür das H in HSV steht. Wenn man dann auf Hamburg kommt, dann sollte man überlegen, wofür Hamburg steht: Zurückhaltung, Loyalität, kaufmännisches Geschick und ein entsprechender Umgang miteinander.“

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Die Entfremdung des HSV von der Stadt sei so lange kein Problem, „wie es funktioniert. Aber wenn es nicht funktioniert, musst du überlegen, was deine Wurzeln sind“, erklärt Lotto King Karl. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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