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HSV-News: Legt die Staatsanwaltschaft Beschwerde gegen Jatta-Urteil ein?

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Von: Jan Knötzsch

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Die Diskussionen um die Identität von Bakery Jatta sind beendet. Das Amtsgericht in Altona hat ein Verfahren abgelehnt. Geht es dennoch in eine weitere Verlängerung?

Hamburg – Die Sache ist erledigt. Endlich. Im Streit um die Identität von Bakery Jatta gibt es endlich ein Ergebnis. Das, was Ausmaße einer „Never ending story“ angenommen hat, wurde jetzt mit der Ablehnung einer Verfahrensöffnung durch das Amtsgericht in Hamburg-Altona beendet. Nachdem Generalstaatsanwalt Jörg Fröhlich schon Ende 2021 angekündigt hatte, dass es im „Fall Bakery Jatta“ endlich eine Entscheidung geben solle. Nun kann sich der Mittelfeldmann des Hamburger SV dann wieder ganz auf das konzentrieren, was er am besten kann: Fußball spielen – oder?

Jetzt gibt es zwar endlich die Feststellung, dass Bakery Jatta unschuldig ist, doch ob es zu diesem Thema in den nächsten Wochen oder Monaten nicht doch noch weitere HSV-News geben wird, steht trotz der Klarheit dessen, was jetzt das Hamburger Amtsgericht in Altona festgestellt hat, noch in den Sternen. Denn für die Staatsanwaltschaft Hamburg, die Bakery Jatta rechtlich belangen will, gibt es noch eine Hintertür.

Fußballspieler:Bakery Jatta
Geboren:6. Juni 1998 (Alter 23 Jahre) in Gunjur/Gambia
Vertrag beim HSV bis:30. Juni 2024
Marktwert:1,3 Millionen Euro

Amtsgericht lehnt Verfahren gegen Bakery Jatta ab – doch für die Staatsanwaltschaft scheint der Fall noch nicht beendet

Die Geschichte um Bakery Jatta hat den HSV beschäftigt wie keine andere – nun gut, von den immer wiederkehrenden Krisen, dank derer der HSV den Aufstieg in die Bundesliga verspielt hat, mal abgesehen. Auch diesmal droht dem Klub aus dem Volksparkstadion das gleiche Schicksal, wenn das Rückrunden-Trauma den HSV einholen sollte. Dass genau dieser Einbruch nicht passieren wird – davon ist HSV-Sportdirektor Michael Mutzel überzeugt, während HSV-Legende Felix Magath eine eigene Aufstiegsprognose hat und Sportvorstand Jonas Boldt, der sich jüngst zum HSV bekannt hat, auf einen möglichen Geldregen für den HSV hoffen darf. Eine HSV-News, die man im Volkspark gerne hören dürfte.

Im Hintergrund das Amtsgericht in Hamburg-Altona. Im Vordergrund das HSV-Logo und HSV-Spieler Bakery Jatta.
Fragender Blick: „Haben sich die Diskussionen jetzt erledigt oder doch nicht“, scheint HSV-Spieler Bakery Jatta zu fragen. Die Antwort steht noch in den Sternen. (24hamburg.de-Montage) © HMB-Media/Steinach/imago

Zumindest letzteres dürfte Bakery Jatta erst einmal egal sein. Der HSV-Kicker, den die Diskussionen über seine Identität emotional beschäftigt haben, hat nun erst einmal Ruhe. Und ein klares Statement eines Gerichts, was seine Identität betrifft. Er ist Bakery Jatta. Und nicht Bakery Daffeh, wie ihm in der Vergangenheit – der „Fall Jatta“ beschäftigt den HSV und die verschiedenen Instanzen in der Hansestadt Hamburg bereits seit 2019 – immer wieder vorgeworfen worden ist. In dem Fall gab es bekanntlich auch ein Gutachten zum HSV-Spieler, das die Universität Freiburg erstellt und Jattas Anwalt Thomas Bliwier zu harter Kritik kommen ließ.

Legt die Staatsanwaltschaft Hamburg Beschwerde ein? Auf diesen Punkt stützt sich die Behörde

Jetzt aber kann Jattas Anwalt Thomas Bliwier konstatieren, dass das Gericht „die Auffassung bestätigt, dass Bakery Jatta die ihm vorgeworfenen Straftaten nicht begangen hat“ – dies hat er gegenüber der Hamburger Morgenpost bereits auch getan. Doch es droht unter Umständen weiteres Ungemach. Denn Oberstaatsanwältin Mia Sperling-Karstens zeigt sich überrascht von der Entscheidung im „Fall Bakery Jatta“, in dem Ende 2021 ein Verfahren beantragt wurde.

Die Staatsanwaltschaft wird daher umgehend entsprechende Rechtsmittel prüfen.

Oberstaatsanwältin Mia Sperling-Kartens von der Hamburger Staatsanwaltschaft

Die Erklärung dafür ist ganz einfach: „Die Verfahrensakte liegt hier noch nicht wieder vor. Unabhängig vom Inhalt des Beschlusses ist die Staatsanwaltschaft irritiert darüber, dass ihr die Anklageerwiderung der Verteidigung bislang nicht – wie es gesetzlich geboten wäre – mit der Bitte um Stellungnahme zugeleitet wurde“, so Sperling-Karstens gegenüber dem Hamburger Abendblatt.

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Eine solche Stellungnahme aber sieht die Strafprozessordnung eigentlich vor. „Ohne dieses zwingende rechtsstaatliche Erfordernis hätte eine Entscheidung in der Sache eigentlich nicht ergehen dürfen. Die Staatsanwaltschaft wird daher umgehend entsprechende Rechtsmittel prüfen“, führt die Oberstaatsanwältin in ihrer Stellungnahme weiter aus.

Das zuständige Amtsgericht in Altona hat sich bislang noch nicht zum Vorwurf der Staatsanwaltschaft geäußert, während Jattas Anwalt Thomas Bliwier diesen laut Abendblatt für „kompletten Unsinn“ hält und zu einem möglichen Widerspruch der Staatsanwaltschaft via Mopo verlauten lässt: „Wenn sie vernünftig sind, machen sie das nicht.“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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