1. 24hamburg
  2. HSV

HSV-Kapitän Sebastian Schonlau meckert gegen Alidou-Hype: „Das geht zu schnell“

Erstellt:

Von: Denny Konzack

Kommentare

Beim Hamburger SV werden schneller Stars geboren als irgendwo anders. Genauso passiert es aber auch, dass sie ebenso schnell wieder in der Versenkung landen.

Hamburg - In Hamburg ist der Medienrummel um den Hamburger SV deutlich höher als zum Beispiel einem kleinen Verein wie dem SV Sandhausen, ohne diesen jetzt in irgendeiner Weise kleinzureden. Die Vergangenheit hat jedoch mit hartem Beispiel gezeigt, wie schnell sogenannte Talente in die dunklen Tiefen der Vergessenheit geraten können. Von den Medien erst hochgelobt macht sich ein gewisser Erfolgsdruck in den Köpfen der jeweiligen Spieler breit. Bei der Talentförderung von HSV-Coach Tim Walter ein zweischneidiges Schwert. Talente fördern, super. Talente den Medien aussetzen, nicht förderlich.

Spieler:Sebastian Schonlau
Verein:Hamburger SV
Position:Innenverteidiger
Vertrag bis:Sommer 2024 (4 Jahre)

Die Beine werden schwer, der Kopf ist nur noch damit beschäftigt, nicht die Haftung zu verlieren und den Fans sowie den Berichterstattern keine Chance zu geben, Kritikpunkte zukommen zu lassen. Wie Hyänen stürzt man sich auf die bereits an sich zweifelnden Talenten, zerpflückt sie nach allen der Regeln der Kunst und verliert dabei etwas ganz Entscheidendes aus den Augen. Nämlich, dass hinter all der Technik und fußballerischen Klasse, immer noch ein Mensch mit Gefühlen steckt.

Jann-Fiete Arp ist das beste Beispiel für ein hochgejubeltes Talent

Sebastian Schonlau und Tim Walter vom Hamburger SV reden miteinander
HSV-Kapitän Sebastian Schonlau sieht die Entwicklung rund um Faride Alidou kritisch © Oliver Ruhnke/imago

Was wurde über den heute 21-jährigen Stürmer Jan Fiete Arp damals nicht alles geschrieben. Manche betitelten ihn sogar als den neuen Uwe Seeler im Volksparkstadion. Was das für eine Bürde für so einen jungen Kopf ist, hat sich nicht lange nach diesem Vergleich bemerkbar gemacht. Fiete Arp spielte nicht mehr. Konnte seine Leistungen seit Beginn seines Hypes nicht mehr auf den Platz bringen. Die Entscheidung von ihm, im Jahr 2020 zum FC Bayern zu gehen, erwies sich ebenfalls nicht als die beste Lösung.

Doch seit seinem Wechsel zu Holstein Kiel, bei denen er regelmäßige Einsatzzeiten bekommt und bereits ein Tor sowie eine Torvorlage geliefert hat, kann er wieder befreiter aufspielen. Weg von all dem Trubel, der jetzt um HSV-Talent Faride Alidou herrscht. Für den 20-Jährigen liegen bereits mehrere Angebote aus der Ersten Bundesliga vor, unter anderem von Hertha BSC. Rund um den Volkspark wird er bereits jetzt schon so heftig gefeiert, dass man schon wieder Bedenken bekommen könnte.

HSV-Kapitän Sebastian Schonlau äußert sich sehr besorgt um den momentanen Hype um Faride Alidou

Einer, der selber gerade erst 27 Jahre alt ist, aber schon als Kapitän beim HSV fungiert und somit mit Drucksituationen besser umgehen kann, ist Sebastian Schonlau. Dieser hat starke Bedenken über die Entwicklung rund um Faride Alidou: „Wenn einer fünf, sechs Spiele macht, die sicherlich gut waren, muss er doch nicht direkt zum nächsten Star auserkoren werden. Das geht mir deutlich zu schnell.“ Diese Äußerung hätte laut seinen Aussagen nichts mit „Faride als Person oder Fußballer“ zu tun, erläuterte er in der Mopo.

Schonlau ist ein Mann, der vorangeht. Gehört mit seinem Alter (27) bereits mit Spielmacher Sonny Kittel, der eine Bestmarke knacken könnte(28) zu den „alten Hasen“ bei den Jungs von HSV-Coach Tim Walter. Er hat dennoch die nötige Ruhe, um Dinge einordnen zu können. „Ich habe schon mitbekommen, dass man hier viel in Extremen lebt. Egal ob negativ oder positiv. Sicherlich sieht man das jetzt auch gerade an Faride“, sagte er zur Mopo.

24hamburg.de Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Fakt ist, den jungen Spielern Zeit zu geben, die sie für eine richtige Entwicklung benötigen, ist mehr als clever und zeigt im gleichen Sinne einen gewissen Grad an Menschlichkeit und Mitgefühl. Andernfalls zerstört man so eine Chance und einen Traum, den außer ihnen auch zigtausend weitere Jungen und Mädchen haben, ihn aber nie erfüllt bekommen. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare