Fette Finanzspritze

HSV-News: Beinahe pleite wegen Corona – so viel Kohle kassiert Klub vom Staat

  • Jan Knötzsch
    VonJan Knötzsch
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Die Corona-Pandemie hat den HSV so hart getroffen wie kaum einen anderen Verein. Neuste News: Der Klub hat eine Corona-Hilfe bekommen. Andere nicht. Ist das fair?

Hamburg – Er ist der Mann, der den Überblick hat. Dann, wenn es beim Hamburger SV um Geld geht, ist Frank Wettstein derjenige, der weiß, was Sache ist. Der Auskunft geben kann, wie es dem Verein mit der klammen Kasse wirklich geht. Dass der HSV wenig Geld hat, ist bekannt. Dass deswegen Amadou Onana nach Frankreich verkauft werden musste, ist eine längst bekannte HSV-News.

„Der HSV ist kreditwürdig“, hat Wettstein bei der Mitgliederversammlung, auf der Marcell Jansen wieder zum Präsidenten gewählt wurde*, gesagt. Aber ist das nur so, weil der Staat nachgeholfen hat?

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887 in Hamburg
Stadion:Volksparkstadion
Fassungsvermögen:57.000 Plätze
Trainer:Tim Walter

HSV-News: Verkauf des Stadiongrundstücks bringt 23,5 Millionen Euro – und jetzt bekommt der HSV noch Überbrückungshilfe

Nachdem die Stadt Hamburg um den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher* (SPD) durch den besiegelten Kauf des Stadion-Grundstücks dem HSV bereits 23,5 Millionen Euro in den Geldbeutel gespült hat, gibt es für den Zweitligisten aus der Hansestadt Hamburg* nochmal eine richtig dicke Finanzspritze. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, habe der Klub aus dem Volksparkstadion* sämtliche Rettungsprogramme des Staates in der Coronavirus*-Pandemie geprüft – mit Erfolg! Das Ganze zieht eine HSV-News nach sich.

Demnach soll der HSV um Sportvorstand Jonas Boldt* und Sportdirektor Michael Mutzel* eine Summe in Höhe von rund zehn Millionen Euro erhalten. Für die „Corona-Hilfen Profisport“ kam der HSV nicht in Betracht. Die 36 Profivereine aus der Ersten und Zweiten Liga sind nicht antragsberechtigt gewesen.

Finanzchef Frank Wettstein darf sich über einen Geldregen freuen – der HSV bekommt Corona-Überbrückungshilfe. (24hamburg.de-Montage)

Das Geld, dass der Verein aus der Stadt von Hamburger Hafen* und Michel* nun kassiert, kommt vielmehr aus dem Zuschussprogramm des Bundes für Unternehmen. Hier muss nachgewiesen werden, dass der Umsatz im Vergleich zu 2019 wegen Corona mehr als 30 Prozent eingebrochen ist.

HSV-News: Umsatz um 60 Prozent zurückgegangen – damit erfüllt Verein aus dem Volkspark die Anforderungen für Hilfe

Ein Kriterium, dass der HSV erfüllt und daher so die für den Volkspark-Verein so positive HSV-News in Gang gebracht hat. Der Umsatz des Klubs ist während der Coronavirus-Pandemie von 120 Millionen Euro auf etwa rund 50 Millionen Euro gesunken – also um knappe 60 Prozent. „Im Interesse unseres Clubs ist es unsere Aufgabe, Möglichkeiten staatlicher Förderungen zu identifizieren, zu prüfen und auch zu beantragen, wenn diese auf den HSV Anwendung finden können und für unsere Zwecke geeignet sind“, erklärt HSV-Finanzchef Frank Wettstein angesichts der HSV-News im Abendblatt.

Gerade durch die lange Zeit fehlenden Zuschauereinnahmen ist der HSV finanziell enorm angeschlagen. Angeblich sind dem Verein dadurch rund 25 Millionen Euro durch die Lappen gegangen*. Auch die aktuellen Zuschauergrenzen, gegen die HSV-Sportvorstand Jonas Boldt zuletzt zum wiederholten Male wütend wetterte, tun dem HSV weh: Nach Abzug aller Kosten verdient der Verein bei der derzeit erlaubten Auslastung von nur knapp 18.000 Zuschauern nur 200.000 Euro statt sonst 1,5 Millionen bei einem ausverkauften Volksparkstadion.

HSV-News: Werder und Schalke schauen in die Röhre – HSV muss zehn Millionen Euro nicht zurückzahlen

Mit den Finanzspritzen steht der HSV auch im Blickfeld anderer Vereine – nicht wegen des Stadion-Deals, sondern wegen der Überbrückungshilfe. Laut Abendblatt sollen beispielsweise weder Werder Bremen noch der FC Schalke 04 berechtigt sein, den gleichen Antrag zu stellen. Anders als der HSV hatten diese beiden Klubs die Lizenz für Erste und Zweite Liga im Frühjahr 2021 nur unter der Auflage bekommen, bis zum 15. September 2021 nachzubessern. Der HSV muss das nicht. Werder liegt finanziell zumindest nicht mehr auf der Intensivstation*, berichtet deichstube.de.

Und noch eine gute HSV-News: Die zehn Millionen sind Hilfsgelder, kein Kredit. Heißt: Sie müssen nicht zurückgezahlt werden. * 24hamburg.de und deichstube.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Rubriklistenbild: © MIS/imago & Michael Weber/imago

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