Umstieg auf 2G-Regel

HSV-News: Darum verzichtet Hamburger SV auf 2G-Regel im Volksparkstadion

  • Jan Knötzsch
    VonJan Knötzsch
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Der FC St. Pauli darf sein Stadion künftig zu 50 Prozent auslasten. Beim HSV schauen die Fans in die Röhre: 19.950 dürfen rein. Warum löst der HSV den Zoff nicht?

Hamburg – Es klingt ungewöhnlich, aber es ist nunmal so: Der Blick des Hamburger SV geht zum FC St. Pauli. Der der Fans auf jeden Fall. Und das nicht nur, weil momentan „der FC St. Pauli besser spielt“, wie Investor Klaus-Michael Kühne dem HSV in seiner jüngsten Wutrede an den Kopf geschleudert hat. Nein, in noch einer ganz anderen Angelegenheit: Dann nämlich, wenn es um die Zuschauerzahlen geht. Der Kiezklub setzt künftig auf die 2G-Regel, lässt nur noch Geimpfte und vom Coronavirus Genesene ins Millerntorstadion. Die Folge: eine Auslastung von 50 Prozent im Millerntorstadion.

Davon ist der HSV mit rund 35 Prozent noch weit entfernt. Dabei liegt die Lösung auf der Hand. Warum macht‘s der HSV nicht wie der Stadtrivale aus Hamburg und beschert seinen Fans gute HSV-News?

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887 in Hamburg
Stadion:Volksparkstadion
Kapazität:57.000 Plätze
Aktuell zugelassene Zuschauerzahl:19.950 Zuschauer

HSV-News: Volksparkstadion darf nur zu 35 Prozent ausgelastet sein – der FC St. Pauli kann sein Stadion zu 50 Prozent füllen

Einmal kurz die Fakten vorweg: Der HSV durfte eine lange Zeit nur 17.000 Zuschauer ins Stadion im Hamburger Stadtteil Stellingen lassen. Anfangs war gar davon die Rede, dass nur Hamburgerinnen und Hamburger rein dürfen. So hätten der Klub und die Stadt mit Uwe Seeler sogar die größte HSV-Legende einfach ausgesperrt. Eine HSV-News, die letztlich keine Umsetzung gefunden hat. Gegen die Zuschauer-Obergrenze hat HSV-Sportvorstand Jonas Boldt dennoch gepöbelt. Und zusammen mit HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein nochmal nachgelegt.

HSV-Dilemma: Während sich beim FC St. Pauli die Ränge wieder mehr füllen, bleiben im Volksparkstadion weiter viele Plätze leer – weil der HSV weiter an der 3G-Regel festhält. (24hamburg.de-Montage)

Inzwischen sind die Hamburger Behörden dem Verein entgegengekommen. Die gute HSV-News: Jetzt dürfen 19.950 Zuschauer dabei sein. Klingt nach einer HSV-News, über die sich die Anhänger des gerade mit einer Corona-Hilfe in Höhe von zehn Millionen Euro beglückten Klubs sich freuen könnten. Aber nur auf den ersten Blick: Prozentual darf der HSV immer noch weniger Zuschauer ins Stadion lassen als der FC St. Pauli – und hält im Zuschauer-Zoff mit den Behörden der Hansestadt Hamburg eisern daran fest, 25.000 Personen reinlassen zu wollen.

HSV-News: Ärger um Zuschauer-Obergrenze – diesen Weg empfiehlt die Stadt Hamburg dem HSV

Dabei wäre es doch so einfach, eine höhere Auslastung hinzubekommen: „Was für St. Pauli gilt, kann selbstverständlich auch der HSV in Anspruch nehmen und dann deutlich mehr Zuschauer ins Stadion holen“, legte Marcel Schweitzer, der Pressesprecher des Hamburger Senats, im Rahmen der Landespressekonferenz dem HSV nahe, auf die 2G-Regel umzusteigen. So wie es der Kiezklub tut. Wie das Hamburger Abendblatt Schweitzer zitiert, habe der FC St. Pauli „ein sehr gutes Agreement mit der Gesundheitsbehörde im Sinne der Fans“ erreicht. Eine HSV-News dieser Kategorie? Fehlanzeige!

Was für St. Pauli gilt, kann selbstverständlich auch der HSV in Anspruch nehmen und dann deutlich mehr Zuschauer ins Stadion holen.

Marcel Schweitzer, Sprecher des Hamburger Senats

Zwar muss sich der Zweitligist aus dem Stadtteil St. Pauli den Vorwurf gefallen lassen, Fans auszugrenzen – doch unterm Strich bleibt eine höhere Zahl an Zuschauern, die nahe der Reeperbahn ins Stadion dürfen. Der HSV, bei dem vorm Nordderby gegen Werder Bemen große Angst vor Krawallen herrscht, erhält derweil zwar Zuspruch aus der Hamburger CDU, die eine Auslastung des Volksparkstadions von 60 bis 65 Prozent fordert, aber in Sachen 2G-Regel wird es (vorerst) keine HSV-News geben.

HSV-News: Rechtliche Bedenken – aus diesem Grund hält der HSV an der 3G-Regel fest

Die Klub-Verantwortlichen sträuben sich dagegen, nur noch Geimpfte und Genesene ins Stadion zu lassen, so wie es der FC St. Pauli machen. Es soll zwar über eine ähnliche Handhabung – auch der FC Köln lässt nur geimpfte Zuschauer rein – beim HSV gesprochen worden sein, doch laut Hamburger Abendblatt hält der Klub die Umsetzung der 2G-Regel nicht für umsetzbar: Es besteht arbeitsrechtlich keine Möglichkeit, Beschäftigte von externen Firmen – wie zum Beispiel dem Ordnungsdienst – nach ihrem Impfnachweis zu fragen. Ergo lässt der HSV nach der 3G-Regel auch negativ Getestete ins Stadion. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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