Vor Wiedersehen im Volkspark

HSV-News: Gjasula-Kritik nach Wechsel – „nimmt dir den Spaß am Fußball“

  • Lars Wiedemann
    VonLars Wiedemann
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Am 4. Spieltag kehrt Ex-HSV-Spieler Klaus Gjasula in den Volkspark zurück – mit gemischten Gefühlen. Er freut sich auf die alten Kollegen, äußert aber auch Kritik.

Hamburg – Nur zehn Tage liegen zwischen dem Wechsel von Klaus Gjasula vom HSV zu Darmstadt 98 und seiner Rückkehr in die Hansestadt Hamburg. Am Sonntag ist der Mittelfeldspieler mit den Lilien im Volkspark zu Gast. So schnell geht es im Leben. „Komisch“, sagt Gjasula. „Gegen die Jungs zu spielen, mit denen ich vor Kurzem noch jeden Tag zusammensaß.“

Fußballspieler: Klaus Gjasula
Geboren: 14. Dezember 1989 in Tirana, Albanien
Vereine im Profibereich:Stuttgarter Kickers, Hallescher FC, Paderborn, HSV, Darmstadt
Größter Erfolg: Bundesliga-Aufstieg mit Paderborn 2019
Position: Defensives Mittelfeld

Eines hat sich vor der Blitz-Rückkehr bereits geändert. Gjasula wird ohne Helm spielen. Wie bereits am vergangenen Wochenende bei seinem Debüt für Darmstadt 98 (6:1 gegen Ingolstadt) und erstmals seit 2013. Der 31-Jährige habe in Hamburg schon überlegt, die neue Saison ohne Helm zu spielen. „Ich wollte ein neues Kapitel einschlagen, von null anfangen.“

HSV-Transfer: Gjasulas Wechsel nach nur 16 Einsätzen

Das Kapitel HSV endete bereits nach einem Jahr und lediglich 16 Einsätzen im defensiven Mittelfeld. Nur sieben Mal stand Gjasula in der Startelf, hatte aber auch mit einem Innenbandriss im Knie zu kämpfen. Der albanische Nationalspieler sucht den Grund für die wenigen Einsätze zuallererst bei sich. „In erster Linie bin ich selbst verantwortlich“, sagt Gjasula ehrlich. Er wollte HSV-Leistungsträger und kein HSV-Transfer werden, doch „die Fans haben leider ein anderes Gesicht von mir gesehen.“

Jeder Spieler kriegt es mit, auch wenn er es nicht sagt.

Klaus Gjasula über anonyme Hassnachrichten in den sozialen Medien

Eine Rückkehr ohne Groll also? Nicht ganz!

HSV-News: Ex-Spieler Gjasula stört sich an Hetze und Häme in den sozialen Medien

Eines störte den Mittelfeldspieler in Hamburg gewaltig – die Häme in den sozialen Medien. „Das nimmt dir den Spaß am Fußball. Wenn du dich nicht mehr wohlfühlst, kannst du auch deine Leistung nicht abrufen.“ Deutliche Worte von Gjasula, der mit der anonymen Hetze im Netz „ein großes Problem“ sieht.

„Jeder Spieler kriegt es mit, auch wenn er es nicht sagt. Man muss damit umgehen können als Profi, aber irgendwann ist auch gut. Der eine oder andere Spieler hat sich von Social Media entfernt, damit er seine Ruhe hat. Das kann es nicht sein.“

HSV: Gyamerah und Co. machten Hass öffentlich

Kein unbekanntes Problem beim HSV, hatten in der Vergangenheit doch einige Spieler Kommentare unter der Gürtellinie öffentlich gemacht. Jan Gyamerah löschte seinen Instagram-Account vor etwa drei Monaten und sagte: „Ich habe viel Zeit da verbracht und mir Sachen durchgelesen, die mir nicht gutgetan haben.“ Jetzt fühle er sich „leichter und freier“. Sonny Kittel hatte zu Beginn des Jahres ebenfalls sein Profil gelöscht, um der anonymen Hetze nicht mehr ausgesetzt zu sein.

Ende Februar lasen einige Spieler unter dem Motto „Let us #UniteAgainstHate“ in einem Video die persönlichen Hassnachrichten vor, darunter neben Gyamerah die damaligen HSV-Profis Simon Terodde und Bobby Wood.

Gjasulas schnelles Wiedersehen mit HSV-Anhängern – negative Kommentare keine Seltenheit als HSV-News

Bei Darmstadt 98 steht Gjasula nicht unter so einem öffentlichen Druck, wie das beim HSV der Fall ist. Der einstige Bundesliga-Dino ist auf allen Kanälen die Nummer eins in der zweiten Bundesliga. Erst einmal positiv, dass der HSV gefragt ist. Doch bleiben die Erfolge wiederholt aus, überwiegen selbstverständlich die negativen Kommentare.

Dass Gjasula am Sonntag freundlich von den HSV-Fans im Volkspark empfangen wird, ist nach seiner „Flucht“ aus Hamburg nicht zu erwarten. Vielleicht kann der 31-jährige Mittelfeldspieler aber zumindest sein wahres Gesicht – das eines Leistungsträgers – zeigen. Das muss ja nicht zwangsläufig mit einem Sieg seiner Lilien enden. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Jan Huebner & IMAGO / Oliver Ruhnke

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