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„HSV muss jetzt liefern“: Warum Stadt Hamburg mit Jonas Boldt sprechen will

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Von: Jan Knötzsch

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Der HSV muss das Volksparkstadion sanieren. Vorstand Thomas Wüstefeld sucht einen Bürgern. Und kommt nicht weiter. Jetzt kommt Jonas Boldt ins Spiel.

Hamburg – Immerhin in einem Punkt weiß der Hamburger SV bereits, was er tut: Wenn die Länderspielpause wegen der WM in Katar ansteht, wird der HSV in die USA reisen. Das ist inzwischen sicher. Dort wird die Mannschaft von HSV-Trainer Tim Walter zwei Spiele bestreiten. Spiele bestreiten - das wollen auch Mannschaften bei der EM 2024, die auch in Hamburg stattfinden soll. Doch dahinter, ob bei der EM 2024 im Volksparkstadion auch Teams auflaufen werden, steht noch ein Fragezeichen. Weil der HSV immer noch Probleme mit der Sanierung des Volksparkstadions hat.

Zuletzt ist HSV-Vorstand Thomas Wüstefeld bei der Stadt Hamburg abgeblitzt. Zuvor hatte Star-Architekt Hadi Teherani seine Überraschung kundgetan, dass die HSV-Pläne für einen von Wüstefeld geplanten Umbau des HSV-Stadions für 200 Millionen Euro frühzeitig publik wurden. Das ist freilich noch Zukunftsmusik, die aktuelle Situation des HSV und des Stadions im Volkspark wird indes mehr und mehr zu einem Drama – bislang ohne absehbares Happyend.

HSV: Sanierung des Volksparkstadions nötig wegen EM 2024 - Wüstefeld denkt lieber an 200-Millionen-Euro-Vision

Thomas Wüstefeld will eine Bürgschaft von der Stadt, damit der HSV seine Spielstätte im Volkspark sanieren kann, doch die Politik in der Hansestadt Hamburg will dem HSV das Geld einfach nicht geben. Statt die zwingend nötige baldige Sanierung irgendwie zu finanzieren, was nötig ist, damit EM-Spiele in Hamburg stattfinden – fabuliert Wüstefeld lieber über seine 200-Millionen-Euro-Vision für das Volksparkstadion und muss zudem verkraften, dass dem HSV bald ein wichtiger Hauptsponsor abspringt. Nicht wenige stellen sich in Hamburg bereits die Frage, ob und wie lange Wüstefeld für den HSV überhaupt noch tragbar ist. Schließlich gibt es auch andere Probleme, mit denen der HSV-Finanzvorstand zu kämpfen hat.

Im Hintergrund das Volksparkstadion. Im Vordergrund HSV-Sportvorstand Jonas Boldt.
Bei der Suche nach einer Bürgschaft für die Sanierung des Volksparkstadions will die Stadt jetzt mit HSV-Sportvorstand Jonas Boldt reden. (24hamburg.de-Montage) © Waldmüller/Oliver Ruhnke/imago

Dabei geht‘s unter anderem um seine akademischen Titel, zu denen sich Wüstefeld nur spärlich äußert, und zu Vorwürfen gegen ein Unternehmen von Wüstefeld. Ungeachtet dessen hat Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel am Sonntag, 25. September 2022, gegenüber dem NDR klar Stellung bezogen, wie es um eine Bürgschaft für den HSV steht, wenn es um die Frage nach der Sanierung des Volksparkstadions geht. Die soll insgesamt 32 Millionen Euro kosten. Zehn Millionen Euro davon kann der HSV, der laut ludwigshafen24.de am 8. Oktober gegen den 1. FC Kaiserslautern eine Mega-Kulisse erwartet, laut Wüstefeld selbst aufbringen. Zusätzlich möchte der HSV Geld von seinem Hauptsponsor – doch dafür braucht der Club jene Bürgschaft, die den Rothosen aktuell offenbar niemand geben will.

Volksparkstadion-Sanierung: Stadt hat dem HSV bisher bereits 37,5 Millionen Euro gegeben - Zweifel an Wüstefeld

Die Hamburger Politik auf jeden Fall nicht. „Die Stimmungslage in der Politik ist eindeutig“, sagte Finanzsenator Andreas Dressel am Sonntag, 25. September 2022, dem NDR. „Und die ist so, dass der HSV auch wirklich alles tun sollte, um bei anderen, privaten Akteuren entsprechende Sicherheiten zu organisieren“, präzisierte der SPD-Politiker. Aktuell, so Dressel, liefen zwar noch nötige Vorprüfungen, doch die Tendenz ist so, „dass da viele Stimmen, Meinungen und unterschiedliche Interessenlagen existieren. Wir haben hier die städtische Position zu vertreten. Und die bedeutet: Herstellung der Spielfähigkeit für die Europameisterschaft 2024. Das ist das städtische Ziel. Da muss der HSV jetzt liefern. Das ist der Rahmen, um den es jetzt geht.“

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Klar positioniert hat sich auch der Bund der Steuerzahler, der in Person seiner Vorsitzenden Petra Ackermann nach der sich abzeichnenden Ablehnung der Stadt Hamburg für eine Bürgschaft an den Zweitligisten aus Hamburg mitteilte: „Wir hoffen, dass es bei dieser Haltung bleibt und keine Schlupflöcher gesucht werden. Es ist nicht die Aufgabe der Steuerzahler, dem HSV aus einer selbstverursachten finanziellen Misere zu helfen.“ Die Stadt Hamburg hat dem HSV in den vergangenen Jahren insgesamt bereits 37,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Eine immense Summe, die immer mehr schwindet – und wiederum die Politik auf den Plan ruft.

HSV braucht Bürgschaft für Sanierung des Volksparkstadions – darum soll jetzt Jonas Boldt angehört werden

Denn wie das Hamburger Abendblatt berichtet, will SPD-Haushaltssprecher Milan Pein nun mit HSV-Vorstand Jonas Boldt einen Mitstreiter von Thomas Wüstefeld in den Haushaltsausschuss einladen. „Er wird ja über die genauen operativen Kosten Kenntnis haben“, so Pein laut Abendblatt. Die 37,5 Millionen Euro wurden schließlich in der gemeinsamen Amtszeit von Boldt und dem Ex-HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein ausgegeben. Wüstefeld sagt derweil laut Abendblatt: „Wir befinden uns in Gesprächen mit unseren Gesellschaftern und anderen Parteien. Sobald klar ist, wie hoch die finalen Kosten sind, werden wir das gesamte Paket absichern. Dafür sind wir auf bestem Kurs.“

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