Moritz Schaefer veröffentlicht Statement

HSV-Machtkampf: Marcell Jansens „Vize“ plötzlich ganz zahm

  • Jan Knötzsch
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Die nächste Wortmeldung im HSV-Machtkampf – dieses Mal eher versöhnlich. Vizepräsident Moritz Schaefer bemüht sich um nette Worte für Marcell Jansen.

  • Im HSV-Machtkampf meldet sich nun erneut Moritz Schaefer zu Wort.
  • Der Vizepräsident spricht darüber, dass alte Strukturen aufgelöst werden müssen.
  • Moritz Schaefer fordert mehr Kompetenz in den Gremien – zum Wohle des HSV.

Hamburg – Der interne HSV-Machtkampf und kein Ende: Mit Moritz Schaefer hat sich nun abermals einer der beiden Vizepräsidenten des HSV e.V. zu Wort gemeldet, die mit Präsident Marcell Jansen* über Kreuz liegen und offenbar mit diversen personellen Weichenstellungen den ehemaligen Nationalspieler aus dem Amt drängen, zumindest aber vorerst kaltstellen wollen. Doch nach Wochen, in denen es zwischen Jansen auf der einen sowie Schaefer und dem zweiten „Vize“ Thomas Schulz auf der anderen Seite hoch herging, rudert Schaefer nun zurück und erklärt sich.

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887
Stadion:Volksparkstadion
Kapazität:57.000 Plätze
Ligazugehörigkeit:2. Fußball-Bundesliga
Trainer:Daniel Thioune

HSV-Vizepräsident Moritz Schaefer fordert Veränderungen und Transparenz

Wie schon bei seiner deutlichen verbalen Ohrfeige für den Aufsichtsrat der HSV Fußball-AG nutzt Schaefer abermals das soziale Netzwerk Facebook, um sich zu Wort zu melden. „Ich möchte Veränderungen. Ich möchte Transparenz im gesamten HSV. Ich möchte ein loyales Miteinander und einen modernen HSV, der endlich bereit dazu ist, sich zukunftsorientiert aufzustellen“, schreibt Schaefer dort.

Doch alles in Butter beim HSV? Vizepräsident Moritz Schaefer (li.) will im Sinne des Vereins handeln – und nicht in erster Linie gegen Präsident Marcell Jansen (re.). (24hamburg.de-Montage)

Die Realität sieht derzeit beim Hamburger SV* ganz anders aus: Weil Präsident Marcell Jansen und „Vize“ Thomas Schulz zerstritten sind, ist eine weitere Zusammenarbeit zwischen beiden unmöglich. Jansen nimmt Schulz dessen Rücktritt aus dem Aufsichtsrat im Frühjahr 2020 übel und stellte ihn deswegen medial bloß. Diverse Gremien des HSV beantragten eine Abwahl von Schulz bei einer bisher noch nicht terminierten außerordentlichen Mitgliederversammlung.

Streit um Kandidaten-Liste für den HSV-Aufsichtsrat

Das Duo Schulz/Schaefer und Widerpart Jansen streiten zudem auch über die (Neu-)Besetzung von Posten im Aufsichtsrat der HSV Fußball-AG. Dabei sollen Schulz und Schaefer mit Kathrin Sattelmair und Max-Arnold Köttgen Kandidaten befürworten, die als enge Vertraute des Ex-Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann, um dessen Rückkehr es Gerüchte gibt, gelten. Auch Schaefer und Schulz, die vor drei Jahren mit Bernd Hoffmann* ins HSV-Präsidium einzogen, sind dem Hoffmann-Lager zuzurechnen.

Auf der anderen Seite steht Jansen, der – anders als Schaefer und Schulz – eine gewisse Nähe zu Investor Klaus-Michael Kühne auslebt. Dessen Einflussnahme durch Aufsichtsratsmitglieder, die Kühne nahe stehen, widerstrebt Schaefer und Schulz. Dazu, ob Köttgen und Sattelmair ebenso wie der frühere Ultra-Vorsänger Henrik Köncke auf der Liste der Aufsichtsrats-Vorschläge stehen, äußert sich Schaefer in seinem Facebook-Post nicht.

HSV-„Vize“ Schaefer will keine Namen kommentieren – Gerüchte um Bernd Hoffmann halten sich

„Ich werde an dieser Stelle keinerlei Namen nennen oder kommentieren. Das ist aus meiner Sicht intern zu halten und in den verantwortlichen Gremien zu besprechen“, teilt Schaefer lediglich mit und geht auch nicht darauf ein, dass es – zumindest besagen dies die Gerüchte – eine Kontaktaufnahme zu Katja Kraus gegeben haben soll. Die ehemalige Nationaltorhüterin war unter Bernd Hoffmann acht Jahre lang im Vorstand aktiv und soll offenbar zurückkehren. Statt darauf eine Antwort zu geben, fabuliert Schaefer darüber, dass es nötig sei „alte Strukturen aufzulösen“, die sich „positiven Zukunftsperspektiven versperren.“

„Ich werde an dieser Stelle keinerlei Namen nennen oder kommentieren – das ist aus meiner Sicht intern zu halten“

Moritz Schaefer, Vizepräsident des HSV e.V.

Doch genau eine solche Strategie für die Zukunft benötige der Verein: „Wir brauchen Kompetenzen in Bereichen wie Digitalisierung, Finanzen und Nachhaltigkeit. Wir müssen eine klare Haltung haben und werteorientiert handeln. Wir müssen den sportlichen Bereich und die zielführende Arbeit in diesem weiter stabilisieren, indem wir die bestmöglichen, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schaffen. Für all das braucht es die richtigen Frauen und Männer in den verschiedenen Gremien“, äußert sich Schaefer, dass Umstrukturierungen allein im Sinne des Vereins seien – und eben kein Affront gegen Präsident Marcell Jansen, um diesen loszuwerden. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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