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HSV-Legende Hrubesch will es so nicht mehr – „Wir sind schon ganz schön arrogant“

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Von: Denny Konzack

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Von 1978 bis 1983 stürmte Horst Hrubesch in jedes Herz der HSV-Fans. Jetzt hat die Hamburger SV Legende die Nase voll und will nicht mehr.

Hamburg – Kaum ein anderer Name fällt im Zusammenhang mit dem Hamburger SV öfter als der von Horst Hrubesch. Der mittlerweile 70 Jahre alte Nachwuchsdirektor im Hamburger Nachwuchsleistungszentrum, sorgte in seiner aktiven Zeit für viel Furore im Volksparkstadion. Schöne Tore, flotte Sprüche, immer frei heraussagen, was man denkt. Ein wahres Idol für viele HSV-Supporter, das damals das Jersey der Rothosen mit der Rückennummer Neun getragen hatte.

Wer:Horst Hrubesch
Geboren am:17. April 1951, Hamm
Tore für den Hamburger SV:132
Heute Funktion beim Hamburger SV:Nachwuchsdirektor

Heute leitet er also das Nachwuchsleistungszentrum beim Hamburger SV. Nach seinem Rücktritt als Trainer der HSV-Elf, für die er am Ende der Saison 2020/21 in insgesamt drei Spielen an der Seitenlinie stand, ist er nun Funktionär und zugleich Visionär. Mit insgesamt 211 Spielen und satten 132 Toren für die Rothosen, sind die Ämter, die er in Hamburg besetzt, durchaus berechtigt. Mit Horst Hrubesch und HSV-Coach Tim Walter engagierte man zu Beginn der Saison wahre Förderer junger Talente.

Der Hamburger SV stellt mit einem Altersschnitt von 24,3 Jahren den jüngsten Kader der Zweiten Bundesliga.

Jonas Boldt, Horst Hrubesch und Michael Oenning sitzen auf einer Fantribüne und beobachten ein Fußballspiel
Horst Hrubesch (mi.) möchte eine Veränderung beim HSV. © Oliver Ruhnke/IMAGO

Bestes Beispiel für die gelungene Förderung der Jugend dürfte der 20-jährige Faride Alidou sein, bei dem die Vertragsverhandlungen noch laufen. Im Sommer 2022 läuft der Kontrakt des flinken Flügelspielers aus und bereits jetzt gibt es viele Interessenten aus der Bundesliga. HSV-Kapitän Sebastian Schonlau äußerte sich bereits bei der Mopo über den Hype um das Rothosen-Juwel, man solle „die Kirche ein wenig im Dorf lassen.“

HSV-Legende Horst Hrubesch wird, was die Personalie Alidou betrifft, deutlicher als „Bascho“ (Sebastian Schonlau). Der 20-Jährige „hätte, was seinen Weg betrifft, schon früher da sein können, wo er jetzt ist. Da müssen wir uns hinterfragen“, sagte Hrubesch in einem Interview der Sport-Bild.

Hrubesch spricht im Interview mit der Sport-Bild über die Personalie Tim Walter und dessen Philosophie, die Jugend zu fördern

Über HSV-Coach Tim Walter ließ der 70-Jährige folgende Worte von der Schippe: „Mit Tim passt es gut, da er eine klare Idee hat, wie er spielen will, wie er die jungen Spieler integrieren kann und weil wir unter ihm konstant Ergebnisse holen, die diese Entwicklung bestätigen.“ Ergänzend fügte er hinzu: „Genau so stelle ich mir das vor: den Weg gemeinsam zu gehen“ und meint dies in Bezug darauf, dass Tim Walter sich so oft es geht die Spiele der Jugendmannschaften ansehe.

Über die Ausbildung der Talente hat der 1,88 Meter große, damalige Mittelstürmer des HSV ebenfalls eine klare und deutliche Meinung: „Denn grundsätzlich ist der Nachwuchs nicht schlecht, wir müssen ihn nur gut ausbilden. Dafür haben wir genug Fachleute, die das ändern können.“ Mit den ganzen Supertalenten in den Jugendmannschaften der Hamburger bietet sich nun die Möglichkeit.

Horst Hrubesch auf dem Trainigsplatz am Hamburger Volksparkstadion
Horst Hrubesch ist seit Beginn der Saison Nachwuchsdirektor im NLZ des HSV © Michael Schwarz/IMAGO

Der Hamburger SV soll „starker Ausbildungsverein“ werden. Horst Hrubesch will „weg vom Image, der HSV sei arrogant“.

Der Erfolgsdruck, der mittlerweile in beinahe jeder Liga der Welt immens groß ist, überträgt sich natürlich auch auf die Jugend der einzelnen Vereine. Gerade in Hamburg ist der Druck von den Medien stark spürbar. Diese negative Energie belastet allerdings nicht nur die Verantwortlichen, sondern gerade die unerfahrenen Kicker.

Wir müssen den Jungs bestmögliche Voraussetzungen bieten, da wollen wir noch besser werden. Außerdem will ich weg von dem Image kommen, dass der HSV arrogant sei. Von außen wurde uns das immer wieder vorgeworfen. Mit unserem Weg leben wir aber vor, dass das nicht so ist.

Horst Hrubesch zur Sport-Bild über das derzeitige Image des Hamburger SV

Ein gutes Beispiel wäre hier der damalige Bayern-Profi Sebastian Deisler, der bereits im Alter von, in heutiger Zeit fast hohen 27 Jahren, mit Burnout und Depressionen seine Karriere frühzeitig beendet hatte. „Manchmal denke ich: Wir sind schon ganz schön arrogant. Bei uns gibt es nichts anderes, als dass wir nur gewinnen müssen. Wir müssen auch mal akzeptieren, dass andere Nationen über einen gewissen Zeitraum besser sind“, so Horst Hrubesch über das Anspruchsdenken in Deutschland.

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Der Hamburger SV ist im Vergleich zu den letzten Spielzeiten auf einem mehr als guten Weg, eine hervorragende Saison zu spielen.

Sobald der Transfermarkt in der Winterpause öffnet, wird sich Jonas Boldt auch außerhalb des Hamburger Campus umsehen. Fakt ist, Entwicklung bedeutet eines, step by step. Schritt für Schritt den Weg für eine erfolgreiche Zukunft zu pflastern. In Hamburg dürfte man zur Kenntnis genommen haben, dass dort nach Jahren gefühlter Planlosigkeit, nun die Zeit gekommen ist, in der man endlich mit Verstand und vor allem Hingabe etwas erschaffen kann. Ein Team, eine Mannschaft. Der neue Hamburger SV. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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